• 17.05.2004, 10:54:33
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PUNKTEFÜHRERSCHEIN: CHRONOLOGIE DER VERSÄUMNISSE!

Seit nunmehr 1994 ist der Punkteführerschein der Österreichischen Bevölkerung durch die Medien ein Begriff. Zehn Jahre sind seit dem vergangen.

Wien (OTS) - Zum Thema Punkteführerschein trifft ein Zitat aus
Goethes Faust den Nagel auf den Kopf: "Der Worte sind genug
gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!"

Chronologie der Versäumnisse
1994 gab es seitens des Verkehrsministeriums erste Impulse zur
Implementierung eines Punkteführerscheins in das österreichische
Führerscheinsystem. Im darauffolgenden Jahr wurde der erste Entwurf
in Begutachtung geschickt. 1997 trat das Führerscheingesetz dann doch
ohne Punkteführerschein in Kraft. 1999 wurde ein neuerlicher Entwurf
vorbereitet, um Maßnahmen gegen Hochrisikolenker zu setzen - doch es
kam wieder zu keiner Einigung. Im Vorjahr gab es einen erneuten
Vorschlag des Verkehrsministeriums - diesmal unter einem anderen
Namen: Vormerksystem für Hochrisikolenker. Doch auch an dieser
Vorlage fand die Regierung keinen Gefallen, daher präsentierte die
ÖVP vergangene Woche das Vormerkmodell.

"Nach nunmehr zehn Jahren sollten genug der Worte gewechselt sein: Es
besteht dringender Handlungsbedarf in Sachen Maßnahmen gegen
Hochrisikolenker. Nach der Vorlage von zahlreichen Entwürfen ist es
immer noch nicht gelungen, unverbesserlichen Wiederholungstätern das
Handwerk zu legen", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium
für Verkehrssicherheit (KfV).

Internationaler Vergleich: Österreich mehrfach überholt!
Andere europäische Länder schafften es bereits weit früher ein
Punkteführerscheinsystem einzuführen: In Deutschland besteht das
System bereits seit 1974, Frankreich führte 1992 ein
Bonuspunktesystem ein und Großbritannien verfügt bereits seit den
30-er Jahren über eine Methode Vermerke von Verkehrsverstößen in den
Führerschein einzutragen.

Auch die zehnjährige Diskussionsphase in Österreich nutzten andere
Staaten, um in punkto Punkteführerschein voran zu kommen: In den
Jahren von 1994 bis 2004 führten folgende europäische Staaten ein
Punkte(führerschein)system ein: Bulgarien, Griechenland, Irland,
Italien, Luxemburg, Malta, Polen, Slowenien und Ungarn -
Tschechien bereitet die Einführung gerade ein.

Das KfV befragte im Vorjahr die österreichische Bevölkerung, wie sie
denn zum Thema Punkteführerschein stehe und stieß auf große
Zustimmung von Herrn und Frau Österreicher. Der Punkteführerschein
soll schließlich sicherheitsbewusstes Fahren belohnen und
Wiederholungstäter und Fahrer, die schwere Delikte begehen erfassen.

"Wie viel Zeit soll noch vergehen bis Österreich es endlich schafft
ein entsprechendes Gesetz einzuführen, um unschuldige
Straßenverkehrsopfer vor dem Tod zu bewahren? Mehr Entscheidungskraft
hätte in den vergangenen zehn Jahren mehr als 1000 Menschenleben
retten können", so Thann.

OTS0075    2004-05-17/10:54

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