- 17.05.2004, 10:00:00
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Katholikengruppen wollen Verhütungsinformation verbieten
Wien (OTS) - Nach massiven Angriffen katholischer Gruppen gegen
den Versuch, durch bessere Verhütungsinformation die
Abtreibungszahlen in Österreich zu senken, laden wir zu einem
Pressegespräch am Dienstag, 18. Mai 2004, um 9.30 Uhr
ins Gynmed Ambulatorium ein: 1150 Wien, Mariahilfer Gürtel 37*
Ihre Gesprächspartner sind:
- Dr. Christian Fiala, Ärztlicher Leiter, Gynmed Ambulatorium für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung - Dr. Sabine Oberhauser, Vorsitzende der ARGE ÄrztInnen im ÖGB
In einem ganzseitigen Inserat mit dem Titel 'Sommer. Sonne. Sex'
in der Maiausgabe der Clubzeitschrift des Kraftfahrverbandes ÖAMTC
behandelte Gynmed die Notwendigkeit, im Rahmen der Urlaubsplanung
auch über die Verhütung nachzudenken, damit es nicht leichtsinnig zu
'Unfällen' kommt. Denn man/frau behält bei einem heißen Urlaubsflirt
nicht unbedingt einen kühlen Kopf...
Diese Einschaltung mit Informationen über die verschiedenen
sicheren Verhütungsmethoden nahmen katholische Gruppen zum Anlaß, den
ÖAMTC mittels Boykottdrohungen zu einer schriftlichen Distanzierung
zu zwingen. Darüber hinaus bescheinigte der ÖAMTC, in Zukunft keine
'derartigen Anzeigen' mehr zu veröffentlichen.
Tatsächlich ist aber die Ursache für Schwangerschaftsabbrüche in
den allermeisten Fällen fehlende oder ungeeignete Verhütung. Gerade
weil wir viele Frauen mit ungewollten Schwangerschaften behandeln,
wissen wir, wo die Probleme bei der Verhütung sind. Deshalb sehen wir
es als unsere Aufgabe derartigen ’Unfällen' vorzubeugen. Dafür ist
eine verbesserte Verhütungsinformation und ein leichterer Zugang zu
Kontrazeptiva dringend notwendig. Denn insbesondere Jugendlichen wird
es in Österreich immer noch unnötig schwer gemacht, sich in ihrer
Sexualität zu schützen. So benötigen z.B. junge Mädchen einen
Krankenschein von den Eltern, um sich die Pille verschreiben zu
lassen, die sie dann jedoch selbst bezahlen müssen. Und in Schulen
gibt es nach wie vor keine Kondomautomaten. Eine weitere Ursache für
zu hohe Abbruchzahlen ist die weiterhin bestehende Rezeptpflicht für
die ’Pille danach', obwohl sie inzwischen in neun europäischen
Ländern ohne Rezept erhältlich ist.
Die Weigerung des ÖAMTC, sich in der Vorbeugung von ungewollten
Schwangerschaften zu engagieren, ist ein bedenkliches Signal. Sie
erschwert die dringend notwendige Information und führt letztendlich
zu dem, was angeblich vermieden werden soll: ungewollte
Schwangerschaften und damit Schwangerschaftsabbrüche.
*Erreichbarkeit: U3, U6 / Station Westbahnhof (Ausgang Äußerer
Gürtel)
Für Autofahrer gibt es eine beschränkte Anzahl von Parkplätzen in
der hauseigenen Garage.
Telefonnummer für Anmeldung, organisatorische Fragen,
Pressebetreuung:
Rückfragehinweis:
Dr. Susanne Krejsa
Tel.: 0699/178 178 04
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