• 14.05.2004, 11:16:23
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Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank AG

Wien (OTS) -

USD      Euribor    Dt. Bund   ATX      DAX     DJ Ind.
             je EUR   3m         10y

 14.Mai 04    1,179    2,09%      4,36%    1828,9   3809,3  10010,7
 07.Mai 04    1,205    2,07%      4,24%    1915,6   3910,9  10241,3
 Veränderung  2,21%   0,02%Pkt  0,12%Pkt  -4,52%    -2,60%  -2,25%

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im April den zweiten Monat in
Folge überraschend deutlich verbessert. Die Zahl der Beschäftigten
außerhalb der Landwirtschaft stieg im vergangenen Monat um 288 tsd.
Vom Markt wurde ein Anstieg von lediglich 170 tsd erwartet. Die
Arbeitslosenquote fiel im selben Monat auf 5,6 Prozent (März: 5,7%).
Die hohen Preise für Öl-Importe führten in den USA im März zu einem
Rekord-Außenhandelsdefizit von USD 46,0 Mrd (Februar: USD 42,1 Mrd).
Die Importe stiegen im März im Monatsvergleich um 4,6 Prozent,
während die Exporte aufgrund der Belebung der Weltwirtschaft um 2,6
Prozent zulegten. Höhere Energie- und Lebensmittelpreise führten im
April bei den US-Erzeugerpreisen mit 0,7% M/M zum höchsten Anstieg
seit 13 Monaten. Der US-Einzelhandelsumsatz ist im April vor allem
aufgrund eines schlechten Geschäfts mit Autos und Bekleidungsartikeln
um 0,5% M/M (März: +2,0% M/M) gesunken. Das deutsche
Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2004 im Verhältnis zum
Vorquartal um 0,4 Prozent (Q4/03: 0,3% Q/Q) gewachsen. Dies war der
stärkste Anstieg seit dem ersten Quartal 2001. Vor allem die Exporte
konnten mit einer anziehenden Weltkonjunktur deutlich zulegen. Die
Inlandnachfrage ist dagegen gesunken.

Der Ölpreis ist in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Anfang
der Woche ist der Preis für die Marke Brent zwischenzeitlich um 2
US-Dollar auf 35 US-Dollar je Barrel gefallen. Der Grund dafür lag in
der Aussage des saudi-arabischen Ölministers Al-Naimi, die Opec solle
die offizielle Produktionsquote in Anbetracht des hohen Preises um
zumindest 1,5 Mio b/d (Barrel pro Tag) erhöhen. Da die Opec-10 (ohne
Irak), also jener Opec-Staaten, für die die Förderquoten gelten, mit
einer Fördermenge von rund 25,4 Mio b/d die derzeit geltende
Förderquote sowieso um etwa 1,9 Mio b/d überschreiten, spekulierten
die Marktteilnehmer vor allem auf eine tatsächliche Erhöhung der
realen Fördermenge. Bis dato ist der Entscheidungsprozess bezüglich
einer Erhöhung de tatsächlichen Förderquote der Opec-Staaten noch
nicht abgeschlossen. Der Markt geht derzeit von einer Erhöhung der
tatsächlichen Juni-Fördermenge um 500 tsd bis 1 Mio b/d aus. Mit der
Veröffentlichung der Schätzung der Internationalen Energie Agentur
(IEA), wonach der Welt-Ölbedarf 2004 aufgrund des Wachstums der
Weltwirtschaft auf durchschnittlich 80,6 Mio b/d und damit auf den
höchsten Stand seit 16 Jahre steigen wird und anhaltende Sorgen um
einen bevorstehenden Engpass bei der Versorgung der USA mit Benzin
ist der Ölpreis im weiteren Wochenverlauf wieder deutlich gestiegen.
Der Preis für die führende Nordsee-Sorte Brent markiert mit einem
aktuellen Stand von 38,8 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit
Oktober 1990, kurz vor dem Golf-Krieg. Einen der Haupteinflussgrößen
für den Ölpreis wird in den nächsten Wochen die Entscheidung der Opec
bezüglich einer Erhöhung der Fördermenge darstellen. Ein deutlicher
und dauerhafter Ölpreisrückgang sollte aber nur dann entstehen, wenn
die Opec den Markt mit einer Fördermengenausweitung über den
Markterwartungen überrascht. In diesem Fall müsste die Opec-10 ihre
Fördermenge aber bis in die Nähe ihrer derzeitigen Kapazitätsgrenze
von etwa 27,9 Mio b/d ausweiten. Da wir nicht davon ausgehen, dass
die Ausweitung der Opec-10-Fördermenge deutlich über den
Markterwartungen ausfallen wird und die niedrigen US-Benzinvorräte
die Spekulationen um einen Versorgungsengpass weiter hoch halten
sollten, erwarten wir auf Wochensicht einen anhaltend hohen Ölpreis
auf aktuellem Niveau.

Der hohe Ölpreis und die Debatte um eine Erhöhung der US-Leitzinsen
haben vor allem am Beginn der vergangenen Woche zu einem Rückgang an
den Aktienmärkten geführt. In der Folge entwickelten sich die Märkte
seitwärts. Auch in den nächsten Tagen sollten die Volatilitäten und
die Risiken für weitere Kurseinbrüche an den Aktienmärkten hoch
bleiben. Auf Wochensicht erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung.

Rückfragehinweis:
Research-Team der VB Investmentbank AG
Uta Pock: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7022
Friedrich Glechner: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7017
Manfred Dirngrabner: mailto:[email protected]
Tel. 01-31340-7019

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