• 14.05.2004, 10:39:10
  • /
  • OTS0083 OTW0083

ORF: Graz als Testlabor für das interaktive Digitalfernsehen der Zukunft

Wien (OTS) - Das digitale Satellitenfernsehen ist für 300.000
ORF-Kunden bereits Realität. Als Nächstes soll auch die terrestrische
Ausstrahlung digital werden. Zusätzlich werden erstmals auch
interaktive Anwendungen angeboten. In einem entsprechenden
Pilotversuch lassen der ORF und seine Partner diese Vision des
Fernsehens in Graz für einige Monate Wirklichkeit werden. Die
steirische Hauptstadt ist seit 1. Mai 2004 mit 150 Testhaushalten
drei Monate lang Testlabor für neue digitale Fernsehtechnologien. Im
Rahmen des eigens programmierten Kanals "!TV 4 GRAZ" findet die
Premiere des interaktiven Fernsehens in Österreich statt - beides mit
dem ORF als Kernpartner. Beim Gala-Symposion "Das Fernsehen der
Zukunft", einer gemeinsamen Veranstaltung von RTR, ORF, Siemens und
Telekom Austria, den vier Kernpartnern des Testbetriebs, gab es am
Donnerstag, dem 13. Mai 2004, neben einer ersten Bilanz spannende
Ausblicke auf neue Technologien. Eröffnet wurde das Symposion von
Staatsekretär Franz Morak und Bundesrat Herwig Hösele, die Festrede
hielt Univ.-Prof. Dr. Ulrich Reimers von der Universität
Braunschweig. Der ORF war durch den Kaufmännischen Direktor Dr.
Alexander Wrabetz, DI Ronald Schwärzler, Direktor für Online und Neue
Medien, den Technischen Direktor Andreas Gall und Landesdirektor Dr.
Edgar Sterbenz vertreten.

An der Veranstaltung nahm auch der Ausschuss für Unternehmens- und
Medienpolitik des Publikumsrats unter dem Vorsitz vom Mag. Hans
Preinfalk teil, um sich über die Auswirkungen der neuen
Fernsehtechnologien für die Seherinnen und Seher zu informieren. In
wenigen Jahren sollen die in Graz getesteten TV-Zusatzdienste allen
Digitalseherinnen und -Sehern zur Verfügung stehen. Mit
"intelligenten" Set-Top-Boxen und einer Fernbedienung wird es dann
erstmals dem gesamten Publikum möglich sein, in den Genuss der
Vorteile dieser Mediendigitalisierung zu kommen.

Kaufmännischer Direktor Dr. Alexander Wrabetz: Meilenstein für ORF
und Medienstandort Österreich

"Das Gala-Symposion ,Fernsehen der Zukunft‘ ist Ausdruck einer
erfreulichen Entwicklung für den ORF. Nach intensiven Vorbereitungen,
an denen insgesamt 14 verschiedene Bereiche des ORF beteiligt waren,
sind nun die ersten digitalen Fernseh-Zusatzdienste des ORF in
Betrieb gegangen. Das ist ein Meilenstein für das Unternehmen und ein
Meilenstein für den Medienstandort Österreich. Die Fernbedienung wird
nun zum neuen Kommunikations- und erstmals auch zum
Interaktionsinstrument und das Fernsehen noch attraktiver und
informativer. Ich danke Staatssekretär Morak, der durch den
Digitalisierungsfond das Grazer Projekt ermöglicht hat, dem Land
Steiermark, den Kernpartnern RTR, Siemens, Telekom Austria, den
weiteren Partnern, dem Landesstudio Steiermark und den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ORF für das Zustandekommen und
den guten Start des Grazer Testbetriebs."

Direktor für Online und Neue Medien DI Ronald Schwärzler: Vision des
Fernsehens der Zukunft

"In Graz nimmt der ORF mit seinen Partnern die Vision des Fernsehens
der Zukunft mit mehr Nutzen, mehr Information, mehr Service, mehr
Partizipation und Interaktion für das Publikum vorweg. Gleichzeitig
geht es darum, Erfahrungen bei Entwicklung und Betrieb einer
digitalen terrestrischen Plattform zu gewinnen."

Das Grazer Projekt geht über die bloße Ausstrahlung des
digital-terrestrischen Signals hinaus. Erstmals findet ein breit
angelegter Versuch mit dem europäischen TV-Standard für interaktives
Fernsehen, MHP (Multimedia Home Platform), statt. Dieser soll
mittelfristig eine bestmögliche Nutzbarkeit auf möglichst vielen
Empfangsgeräten für alle Übertragungswege (terrestrisch, Satellit,
Kabel) sicherstellen.

Neue digitale interaktive Zusatzdienste des ORF

Für sein Angebot auf dem Kanal "!TV 4 GRAZ" entwickelte der ORF eine
Reihe von neuen TV-Zusatzdiensten: Diese sind mittels
TV-Fernbedienung abrufbar und können parallel und in Bezug zum
laufenden Programm genutzt werden. Bei erfolgreichem Testverlauf ist
in weiterer Zukunft geplant, diese Zusatzdienste in den Regelbetrieb
des ORF-Digitalangebots aufzunehmen.

Geplante digitale Zusatzdienste im Detail

Digitaler Daten Dienst: Elektronisches multimediales
Nachrichtenmagazin (inkl. Fotos, Grafiken, Logos etc.) in der
digitalen Nachfolge des heutigen ORF TELETEXT
Sendungsbegleitende Features: Mit dem aktuellen Fernsehgeschehen am
Bildschirm verknüpfte Zusatzinformationen und -angebote, z. B.
vertiefende Infos zu "Steiermark heute"-Themen, Dokumentationen,
Unterhaltungsprogrammen etc.
Elektronischer Programmführer: Bedienungsfreundliche
Programmübersicht mit Zusatztools (z. B.: Suchen nach Genre und Zeit)
Rückkanal-Dienste: Votings, Quiz, Bestellmöglichkeiten

Während der Übertragung eines Fußballspiels könnte der Zuschauer
zum Beispiel Zusatzinfos zu Mannschaften und Spielern abfragen, an
einem Fußball-Quiz und dem Voting über den besten Spieler am Platz
teilnehmen oder gezielt nach der nächsten Sportübertragung suchen.
Und das alles nur mit der klassischen Fernbedienung, einer
entsprechenden Set-Top-Box und gleichzeitig bzw. neben dem
herkömmlichen Fernsehbild.

Diese Neuentwicklungen, die der ORF in Zusammenarbeit mit
Unternehmen aus Österreich geplant hat und die auch im europäischen
Vergleich auf Basis von MHP Neuland darstellen, werden sukzessive im
Laufe des Grazer Testbetriebs getestet. Erst während des
Pilotversuchs selbst wird entschieden, ob alle Produktentwicklungen
permanent zum Einsatz kommen.

Leistungen des ORF - Technische Infrastruktur

Der Feldversuch in Graz ermöglicht es dem ORF, sein Know-how im
Bereich des Ausspielens und Sendens von TV-Programmen (terrestrisch
und über den digitalen Satelliten) einzubringen und gleichzeitig
erste Erfahrungswerte bei der Ausspielung über eine digitale
terrestrische Plattform zu sammeln.

Der ORF übernimmt im Rahmen des Grazer Testbetriebs
Sendemanagement und Abwicklung des Kanals "!TV 4 GRAZ" sowie die
zentrale Digitalisierung und Komprimierung der Programme und das so
genannte Multiplexing des Rundfunksignals. Dabei werden die Programme
von ORF 1, ORF 2 Steiermark, ATV+ und der neu programmierte Kanal
"!TV 4 GRAZ" in einen Datenstrom zusammengefasst. Die Übertragung des
Multiplex-Signals von Wien nach Graz erfolgt in Kooperation mit der
Telekom Austria über ein digitales Breitband-Netzwerk. Das Signal
wird über Glasfaser bis zum Grazer Senderstandort Griesplatz
transportiert und von dort über digitalen Richtfunk zum Sender Ries
geschickt. Beschaffung und Betrieb der beiden digitalen Grazer
Sendeanlagen erfolgen ebenfalls durch den ORF.

Diese Infrastrukturleistung erbringt der ORF nicht nur für sich
selbst, sondern auch für ATV+ sowie für alle anderen
Programmanbieter, die im Kanal "!TV 4 GRAZ" eigene Inhalte und
Anwendungen anbieten werden.

OTS0083    2004-05-14/10:39

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel