• 11.05.2004, 11:28:08
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Industriekonjunktur: Aufschwung noch nicht nachhaltig

IV-Konjunkturumfrage: Industriekonjunktur weiterhin auf Schiene - nur bescheidener Anstieg des IV-Konjunkturbarometers - Zukunftsoptimismus der Unternehmen bröckelt

Wien (OTS) - (PdI) "Die jüngste Konjunkturumfrage der
Industriellenvereinigung aus dem 1. Quartal 2004, vermittelt ein
differenziertes Bild, das noch auf keinen nachhaltigen
Konjunkturaufschwung schließen lässt und das sich in den
gesamteuropäischen Rahmen einer zögerlichen und holprigen
Wirtschaftserholung einfügt", fassen IV-Generalsekretär Dkfm. Lorenz
Fritz und IV Bereichsleiter Industriepolitik und Ökonomie, Dr. Erhard
Fürst, die Ergebnisse der aktuellen IV-Konjunkturumfrage zusammen.
Das dem bekannten deutschen IFO-Index nachgebildete
Konjunkturbarometer der IV ist geringfügig von 23,1 auf 26,3
gestiegen. Seine beiden Komponenten, nämlich die Antworten auf die
Frage nach der gegenwärtigen Geschäftslage und der in 6 Monaten,
haben sich gegenläufig entwickelt. Die augenblickliche Geschäftslage
wird sehr positiv beurteilt und ist für den Anstieg des
Konjunkturbarometers verantwortlich: 43 % (beschäftigungsgewichtet)
bezeichnen sie als gut, nur 9 % als schlecht, der Saldo aus der den
Prozentanteilen positiver und negativer Antworten (bei
Vernachlässigung der neutralen) ist von zuletzt 17 % auf 33 %
gestiegen.

Das Umfeld für die Konjunkturerholung in der Industrie ist
schwierig: Während die Wirtschaften Südostasiens boomen, Japan wieder
auf einen respektablen Wachstumspfad zurückgefunden hat und die
US-Wirtschaft mit einigem Glück heuer um 5 % expandieren wird,
verläuft die europäische Konjunkturentwicklung äußerst verhalten. Vor
allem Deutschland findet zu keinem selbst tragenden Aufschwung, es
wird heuer bestenfalls um 1,5 % wachsen. Zusätzlich stellen die
kräftigen Rohstoff- und Energiepreissteigerungen eine ernste
Gefährdung der wirtschaftlichen Erholung dar: nicht nur, dass sie für
sich bereits wachstumsdämpfend wirken, könnten diese Effekte noch
durch restriktive geldpolitische Maßnahmen verstärkt werden. Umso
wichtiger wird es sein, dem durch die Verschlechterung der Terms of
trade verminderten Verteilungsspielraum Rechnung zu tragen.

Zukunftsoptimismus bröckelt

Auf etwas längere Sicht macht sich bei den österreichischen
Industrieunternehmen wieder mehr Pessimismus breit. Nur 26 % der
Antwortenden rechnen mit einer günstigen Geschäftslage in 6 Monaten,
der entsprechende Saldo ist von 30 % auf 19 % gefallen. Auch die
Ertragserwartungen haben sich verschlechtert: rechneten zur
Jahreswende noch 27 % mit einer besseren Ertragssituation in 6
Monaten, sind es nun nur mehr 16 %.

Hier zeigen sich offensichtlich die zunehmenden Verunsicherungen,
die von den massiven Energie- und Rohstoffpreissteigerungen und einer
möglichen Zinswende ausgehen, aber auch die Labilität der politischen
Lage in Nahost.

Die Auftragslage wird derzeit positiv gesehen. Nahezu die Hälfte
der Respondenten beurteilt den gesamten Auftragsbestand als gut, 41 %
den Bestand an Auslandsaufträgen. Dementsprechend haben sich auch die
Produktionserwartungen für die nächsten 3 Monate gebessert. 34 %
erwarten eine Produktionssteigerung nach nur 22 % zur Jahreswende
2003/04, der Saldo aus den Anteilen positiver und negativer
Erwartungen ist von 12 auf 25 angestiegen. Die
Beschäftigungsperspektiven sind weitgehend unverändert geblieben, nur
15 % planen eine Erhöhung des Beschäftigtenstandes.

Auf den ersten Blick überraschend sind die zunehmenden Erwartungen
steigender Verkaufspreise. Rechnete zur Jahreswende noch jedes vierte
Unternehmen (bechäftigungsgewichtet) mit fallenden Verkaufspreisen,
sind es nun nur 9 %, der Saldo aus steigenden und fallenden
Preiserwartungen hat sich von -15 % auf + 6 % gedreht.
"Offensichtlich führen die steigenden Rohstoff- und Energiepreise und
die Verteuerung von industriellen Grundstoffen zu einer generellen
Preisbewegung nach oben, ohne dass dies notwendigerweise die
Ertragssituation verbessert", analysiert IV-Chefökonom Erhard Fürst..

Der Branchenüberblick: Auftragsbestand positiv

Die Auswertung der Beurteilung des Auftragsbestands nach Branchen
zeigt mit Ausnahme der Sägeindustrie für alle Bereiche einen Überhang
des Anteils positiver Antworten über jenen negativer Beurteilung. Am
ausgeprägtesten sind die positiven Saldi in den Branchen Metall,
Nahrungs- und Genussmittel, Bau, Papier- und Pappeverarbeitung,
Elektro sowie Eisen- und Metallwaren. Deutliche Verbesserungen um
zumindest 30 Prozentpunkte ergaben sich in den Branchen Metall,
Nahrungs- und Genussmittel, Elektro sowie Textil.

Neuerlicher Wertgewinn der Österreich-Aktie um rund 10 Prozent

Die Kursentwicklung der Österreich-Aktie basiert auf einer
Befragung von 13 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, die die
konjunkturelle Entwicklung, wichtige Standortfaktoren und die
politische Situation bewerten. Der Kurs stieg um gut 10 % von 61 auf
68 Euro.

Während die Konjunkturperspektiven im Vergleich zur letzten
Befragung von 3 Monaten zurückhaltender eingeschätzt wurden, gab es
ein deutliches Plus bei der Bewertung der Standortfaktoren dank der
beschlossenen Steuerreform. 3 Panelisten beurteilen die
Unternehmensbesteuerung als besser, 10 als deutlich besser. Per Saldo
nennenswerte positive Bewertungen gab es darüber hinaus für die
Bereiche F&E-Politik, Kapitalmarkt, Bildung und Arbeitsmarkt, während
die Budgetpolitik negativ gesehen wird. Die politische Situation wird
unter dem Strich unverändert eingeschätzt.

An der IV-Konjunkturumfrage haben sich 377 Unternehmen mit 204.000
Mitarbeitern beteiligt.

OTS0118    2004-05-11/11:28

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