• 07.05.2004, 19:00:01
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SJ-Wien: Volkspartei lässt austrofaschistische Tradition hochleben

Mit einer Aktion protestierte die Sozialistische Jugend gegen eine von der ÖVP ermöglichte Feierstunde für Engelbert Dollfuß im Hietzinger Amtshaus.

Wien (OTS) - Empört reagierte der Vorsitzende der Sozialistischen
Jugend Wien, Ludwig Dvoøak, auf eine am Freitag, den 7. Mai
stattfindende "Hietzinger Gedenkstunde" für den Totengräber der
österreichischen Demokratie, Engelbert Dollfuß. Die Veranstalter, die
"Exulanten des Stiftsgymnasium Seitenstetten", konnten dabei auf die
tatkräftige Unterstützung der ÖVP
zählen: VP-Bezirksvorsteher Gerstbach stellte den großen Festsaal des
Amtshauses zur Verfügung, ÖVP-Nationalratsabgeordneter Walter
Tancsits lud am nächsten Tag zu einer Führung durchs Parlament und
gemeinsamer Diskussion ein.

"Es ist unglaublich, dass der ÖVP-Bezirksvorsteher das Hietzinger
Amtshaus für eine Feier des Arbeitermörders und Diktators Engelbert
Dollfuß zur Verfügung stellt!" zeigt sich der Wiener SJ-Vorsitzende
verärgert. Bezeichnend für die derzeitige Politik der ÖVP sei der
Umstand, dass im Zuge der "Gedenkstunde" auch "die Bedeutung des
Kanzlers für die Gegenwart" hervorgehoben werden soll. Dvoøak fragt
sich, "welche Taten von Kanzler Dollfuß für die ÖVP heute eigentlich
von besonderer Bedeutung sind. Die Zerschlagung des Sozialstaats? Die
Verschlimmerung der Massenarbeitslosigkeit? Der Vernichtungsfeldzug
gegen die Gewerkschaften? Die Kooperation mit dem ‚nationalen’ Lager?
Oder möchte VP-Abgeordneter Tancsits bei seiner Führung gleich über
eine Neunutzung für das Parlament sprechen?"

Es sei mit einer ehrlichen demokratischen Gesinnung unvereinbar, ein
Heldenlied auf den gescheiterten Diktator Engelbert Dollfuß zu
singen. "Wer die Politik Dollfuß’ rechtfertigt, der rechtfertigt
Sozialabbau, Diktatur und den Weg in den Faschismus." Mit einer
Aktion vor dem Hietzinger Amtshaus protestierte die Sozialistische
Jugend deshalb Freitag nachmittag gegen antidemokratische Traditionen
der ÖVP. "Wenn immer mehr führende ÖVP-Mandatare zu verzückten
Dollfuß-Verehrern werden, so ist das ein Alarmsignal für die Menschen
in Österreich. Wir werden uns massiv zur Wehr setzen, wenn
ÖVP-Politiker den politischen und sozialen Zerstörungskurs von
Dollfuß in der Gegenwart fortsetzen möchten", so Dvoøak abschließend.
(Schluss)

OTS0247    2004-05-07/19:00

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