- 05.05.2004, 12:58:48
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Ehrenmedaille für Big-Band-Gründer Rudolf "Teddy" Ehrenreich
Wien (OTS) - Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny
überreichte am Mittwoch im Wiener Rathaus drei Persönlichkeiten des
Wiener Musiklebens hohe Auszeichnungen: Rudolf "Teddy" Ehrenreich und
Erwin Halletz erhielten die "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt
Wien"; in Vertretung des Bundeskanzlers überreichte Mailath-Pokorny
das Bundes-Ehrenzeichen an Univ.-Prof. Michael Frischenschlager.****
"Die heutigen Ehrengäste repräsentieren die große Spannbreite im
Bereich der Musik - von der klassischen Musik über Unterhaltungs- und
Filmmusik bis hin zum Jazz", so Mailath-Pokorny. Die Wiener
Stadtregierung sei sich der Verantwortung für die Musikwelthauptstadt
Wien bewusst, etwa durch die Unterstützung der Gründung der vier
neuen Säle im Musikverein, der Neu-Ordnung der Wiener Musiktheater
und des Klangforum Wiens, eines der wichtigsten Ensembles für
zeitgenössische Musik.
Professor Franz Strohmer vom Wiener Volksbildungswerk
bezeichnete Frischenschlager in seiner Laudatio als "wichtigsten
Kulturvermittler des Landes". Der bekannte Geiger, Kammermusiker,
Musikpädagoge und Dirigent setze sich mit "liebevoller Strenge und
Verständnis" besonders für junge Nachwuchskünstler ein.
Die Laudatio auf Teddy Ehrenreich haben sich Axel Melhardt vom
Jazzland und Heinz Czadek, Univ.-Prof. für Jazztheorie und
Jazzkomposition an der Universität für Musik und darstellende Kunst,
"geteilt": Teddy Ehrenreich zeichne sein Idealismus aus, er
verschrieb sich dem Jazz, weil er diese Musik liebt und nicht, weil
er davon leben will, so Axel Melhardt. Heinz Czadek, der seit 42
Jahren Mitglied in der Teddy-Ehrenreich-Bigband ist, hob die
Verdienste Teddy Ehrenreichs für den Jazz hervor und schloss seine
Laudatio mit: "Teddy Ehrenreich war nie ein Mann, der sich ins
Rampenlicht gestellt hat; aber die Anerkennung jener, die sich im
Jazz wirklich auskennen, ist ihm sicher".
Erwin Halletz war nicht nur freischaffender Komponist, Texter
und Arrangeur sondern auch erfolgreicher Sänger, Dirigent und
Bar-Musiker. Er schrieb die Filmmusik zu 120 Filmen und arbeitete mit
den Größen der Schlager- und Unterhaltungswelt zusammen, allen voran
Peter Alexander, Curd Jürgens, Zarah Leander und Marika Rökk, führte
Dr. Helmut Steinmetz, Direktor der Austro Mechana in seiner Lobrede
aus.
Biographie Rudolf Ehrenreich
Teddy Ehrenreich war bis zu seinem im Jahre 2001 erlittenen
Schlaganfall einer der führenden Jazzklarinettisten Österreichs und
er hat nach diesem Schicksalsschlag durch beharrliches
diszipliniertes Üben einen Großteil seiner technischen Brillanz
wiedererlangt. Die Wiener Jazzszene verdankt diesem großartigen
Musiker wesentliche Impulse.
Rudolf "Teddy" Ehrenreich wurde 1936 in Wien geboren. Schon in
der Mittelschule begann er sich für den Jazz zu interessieren und
leitete seit den frühen Fünfzigerjahren Bands, mit denen er in den
damaligen Lokalen wie "Adebar" und "Tabarin" auftrat. In der zweiten
Hälfte der Fünfzigerjahre war er als Bandleader vor allem in
Deutschland tätig. Nach seiner Rückkehr zu Beginn der Sechzigerjahre
gründete er 1962 seine Big Band, die er bis zum heutigen Tage leitet.
Seit dem Ende der Sechzigerjahre war er im ORF tätig; zuerst als
Klarinettist und Saxophonist im Orchester Karel Krautgartner, später
auch als Leiter eigener Formationen, u. a. mit Viktor Plasil. Seine
Big Band war und ist eine Talenteschmiede, aus der viele der heute
führenden Musiker wie etwa Bumi Fian, Martin Fuss und Christian
Radovan hervorgingen. Speziell in der Zeit, wo es noch keine
Ausbildungsstätten für Jazz in Österreich gab, war die Band von Teddy
Ehrenreich eine der ganz wenigen Möglichkeiten für talentierte
Nachwuchsmusiker, Erfahrungen zu sammeln und sich auf den Beruf
vorzubereiten. Später war seine Big Band eine ideale Ergänzung für
die Studierenden der Jazzabteilung des Konservatoriums der Stadt
Wien, in der sie hochklassigen Big Band Jazz unter professionellen
Bedingungen spielen konnten. Diese Funktion als Mentor junger Talente
erfüllt er auch heute noch in vorbildlicher Weise.
Legendär sind seine Auftritte mit führenden Musikern der
Big-Band-Ära im "Jazzland". So begleitete er mit seiner Band u. a.
folgende Solisten: aus dem Umfeld Count Basie Eddie "Lockjaw" Davis,
Harry Edison, Joe Newman und Harold Jones, und aus dem Kreis der
Musiker um Woddy Herman Pete und Conte Candoli. Seine Fachkompetenz
im Bereich des klassischen Big Band Jazz ist beeindruckend und fand
bei allen Gaststars höchste Anerkennung.
Biographie Erwin Halletz
Erwin Halletz zählt zu den wichtigsten Unterhaltungsmusikern in
der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für Wien. Erwin Halletz wurde
1923 in Wien geboren, er erheilt bereits ab seinem 6. Lebensjahr
Violinunterricht, seinen ersten Auftritt absolvierte er mit 12
Jahren.
Ab 1946 war er als Bigband-Arrangeur, Saxophonist und Sänger
tätig. Ab 1950 leitete Halletz das "Wiener Tanzorchester", mit
welchem er ausgedehnte Auslands-Tourneen unternahm, und begann,
Filmmusik und Schlager zu schreiben.
Bis zum heutigen Tag komponierte er an die 120 Filmmusiken, u.
a. mit Regisseuren wie G.W. Pabst und Robert Siodmak. Er nahm als
Arrangeur, Dirigent und Komponist Dutzende Platten auf, u. a. mit
Peter Alexander und Zarah Leander. Er komponierte drei Theaterstücke
mit Musik für Marika Rökk sowie das "Teenager-Ballett" für die
Volksoper nach einer Idee von Professor Marcel Prawy. Ab 1979 war er
als Musikchef beim "Eistheater Berlin" tätig, wo er auch für die
Arrangements verantwortlich war.
1961 ging Hallet für ein Gastspiel nach Monaco, wo er Arrangeur
und Dirigent beim "Monte Carlo Light Symphony Orchestra" tätig war.
Dieses "Gastspiel" sollte schließlich 41 Jahre andauern, doch die
Bindung an Wien - beruflich wie privat - wurde nie unterbrochen
(Deutschmeister, Philharnomia-Schrammeln, Sängerknaben, Gardemusik).
Seit 2002 lebt Erwin Halletz wieder ständig in Wien; seine
Arbeitsfreude ist auch mit 80 Jahren ungebrochen.
Biographie em. o. Univ.-Prof. DDr.h.c. Michael
Frischenschlager
Michael Frischenschlager wurde 1935 in Salzburg geboren. Er
studierte Violine, Musikpädagogik, Musikwissenschaft und Dirigieren
an den Hochschulen und Universitäten Salzburg, Köln, Wien und Rom.
Frischenschlager kann auf eine vieljährige erfolgreiche
Konzerttätigkeit in den meisten Ländern Europas, Nordamerikas und
Asiens verweisen.
1971 erfolgte seine Berufung an die Universität für Musik und
darstellende Kunst in Wien, 1984 wurde er Leiter der
Streicherabteilung, 1989 Stellvertreter des Rektors und schließlich
von 1992 bis 1996 Rektor. Neben der intensiven Lehrtätigkeit in Wien,
aus seinem Unterricht gingen erfolgreiche Musiker hervor, ist er ein
international gefragter Vortragender für Gastkurse, Vorträge,
Seminare sowie als Juror bei bedeutenden internationalen Violin- und
Kammermusikwettbewerben.
Seit 1989 fungiert er als Präsident des Internationalen
"Fritz-Kreisler"-Wettbewerbs" in Wien. Frischenschlager gründete 1990
die Internationale Sommerakademie Prag - Wien - Budapest, deren
Leiter er seither ist. Mit der Sommerakademie hat Frischenschlager
einen Treffpunkt für junge MusikerInnen geschaffen. (Schluss) rar
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