- 05.05.2004, 11:29:47
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UNIVERSUM: Die alten Ägypter - Grabraub im Tal der Könige
Auftakt zu opulentem Vierteiler
Wien (OTS) - Oktober des Jahres 1110 vor Christus: Ein Skandal
erschüttert die heilige Stadt Theben. Einige der Pharaonengräber im
Tal der Könige wurden geschändet, die prächtigen Grabbeigaben
geraubt. Ein verdächtiger Arbeiter wird verhört, Folter soll ihn
geständig machen. Doch das ist kein normaler Kriminalfall - hinter
dem Frevel steht ein System von Räubern, Hehlern, korrupten Priestern
und Politikern. Weiß der Verdächtige genug, um einige der mächtigsten
Männer Ägyptens zu Fall zu bringen? Teil eins der
"Universum"-Dokumentation "Die alten Ägypter" mit dem Titel "Grabraub
im Tal der Könige" von Ben Goold und Tony Mitchell steht am
Donnerstag, dem 6. Mai 2004, um 20.15 Uhr in der deutschen
Bearbeitung von Martin Mészáros in Stereo und im Format 16:9 auf dem
Programm von ORF 2. Die weiteren Teile folgen im Juni, Juli und
August.
Die erste Folge des opulenten Vierteilers, der vom ORF mit Channel 4,
Granada International, dem NDR und dem Learning Channel koproduziert
wurde, zeigt ein kaum bekanntes Phänomen im alten Ägypten: Grabraub
hatte seine Hochblüte nicht erst im 19. Jahrhundert, als Abenteurer
und Entdecker Sammler und Museen auf der ganzen Welt mit Diebesgut
versorgten. Königliche Grabstätten zu plündern, war bereits vor mehr
als 3.000 Jahren ein einträgliches Geschäft - mafiaähnlich
organisiert und ermöglicht von bestechlichen Priestern und Beamten.
Der Fall, der dieser Dokumentation zu Grunde liegt, ereignete sich im
Oktober des Jahres 1110 v. Chr. und zog weite Kreise unter den
Reichen und Mächtigen der Tempelstadt Theben. Die Gerichtsakten
berichten minutiös davon, wie der kleine Dieb Amenpanufer - er sollte
eigentlich nur als Bauernopfer dienen - ein Netzwerk organisierter
Kriminalität aufdeckt, das bis in die höchsten Ebenen von Polizei und
Priesterschaft reicht.
Diese spannende Geschichte hat Jahrtausende auf löchrigem Papyrus und
behauenem Sandstein überdauert - und lieferte die Grundlage für einen
Film, der neue Maßstäbe für historische Dokumentationen setzt:
Hunderte Darsteller wurden mit mehr als 1.000 Kostümen auf
Originalschauplätzen in absoluter Spielfilmqualität inszeniert,
3-D-Animationen und aufwendige Set-Bauten lassen die faszinierendste
Kultur des Altertums neu erstehen. Mit einem Budget von fast neun
Millionen Euro und beispiellosem kreativen und technischen Aufwand
erlaubt die vierteilige Produktion einen Einblick in Alltag und
historische Zusammenhänge des alten Ägyptens, wie er zuvor noch nie
möglich war.
"Wir alle sind fasziniert vom Glanz des alten Ägyptens", sagt
Regisseur Tony Mitchell. "Aber diese Filme zeigen uns, dass Ägypten
mehr war als Pyramiden und Pharaonen. Die Herausforderung für uns
bestand darin, eine vollständig glaubhafte, lebende, atmende Welt zu
erschaffen." Entscheidend dafür war extreme Präzision bei Recherche
und filmischer Rekonstruktion: Jede der 10.000 Requisiten - Statuen,
Waffen, Einrichtungsgegenstände - und jedes Detail der insgesamt 130
Szenenbauten - Tempel, Dörfer, Gräber - musste dem neuesten Stand der
archäologischen Forschung entsprechen. Wissenschaftliches Know-how
bildete auch die Grundlage für spektakuläre 3-D-Animationen, die
Bauwerke wie die große Säulenhalle in Karnak in allen farbenfrohen
Details in eine täuschend echte virtuelle Filmkulisse verwandeln.
Alle Geschichten und Dialoge in der vierteiligen Serie beruhen auf
originalen schriftlichen Zeugnissen wie Protokollen, Gerichtsakten
oder Chroniken. Die Schauspieler sprechen sogar Altägyptisch.
Regisseur Tony Mitchell faszinierte die direkte Authentizität dieser
Dialoge: "Es ist schon ungewöhnlich, wenn man sich vorstellt, dass
ein Gespräch so genau dokumentiert wurde, dass unsere Schauspieler
exakt dieselben altägyptischen Wörter verwenden können. Aber genau
diese Details machen die Serie so einzigartig."
In den Details werden auch die erstaunlichsten historischen Fakten
sichtbar. So trug Pharao Thutmosis III. Sandalen, in deren Sohlen die
Bilder seiner Feinde eingeprägt waren. Auf diese Weise konnte er die
Gegenspieler immer durch den Staub schleifen. Weniger symbolischen
als vielmehr praktischen Ursprungs ist der bekannte dicke
Kajal-Strich, den alle ägyptischen Männer, Frauen und Kinder um die
Augen trugen: Die schwarze Paste verringert die Reflexionen der
gleißenden Sonne und beruhigt durch spezielle Inhaltsstoffe die
unablässig von Sand, Wind und Insekten gepeinigten Lider.
"Ich hatte auch immer diese Vorstellung, das alte Ägypten wäre so
eine zauberhafte, mystische Welt, ein entrücktes Paradies", sagt
Regisseur Tony Mitchell. "Aber die Ägypter hatten dieselben
menschlichen Schwächen wie wir - und daher auch mit Gangstern,
Taugenichtsen, korrupten Politikern zu kämpfen. Und erst als wir an
'Grabraub im Tal der Könige' arbeiteten, wurde mir das so richtig
bewusst."
OTS0113 2004-05-05/11:29
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