Greenpeace: Nach Fall des EU-Gentech-Moratoriums sind Gentechnik-freie Zonen gefragt!

Morgen Tagung in Linz des "Netzwerkes Gentechnikfreier Regionen in Europa"; FOTOTERMIN

Wien (OTS) - Nach dem gestrigen de facto Fall des EU-Gentech-Moratoriums und anlässlich der morgen in Linz stattfindenden Tagung des "Netzwerkes Gentechnikfreier Regionen in Europa" fordert Greenpeace alle europäischen, regionalen und nationalen Politiker auf, sofort Gentechnik-freie Zonen mit Gentechnik-Anbauverbote zu beschließen. Greenpeace befürchtet nun eine "Lawine von Gentech-Zulassungen" schon in den nächsten Monaten. Susanne Fromwald, Gentechnik-Expertin von Greenpeace:
"Gentechnik-freie Zonen sind nun Pflicht!"

"Das EU-Moratorium für neue Gentech-Zulassungen ist gestern de facto gefallen. Bereits in den nächsten Monaten ist mit bis zu 30 neuen Gentech-Pflanzen ist zu rechnen. Die EU-Kommission, die massiv für neue Gentech-Zulassungen eintritt, verrät damit sowohl die europäischen Bauern und als auch die Konsumenten zugunsten der Interessen einer handvoll US-amerikanischer Gentech-Konzerne", kritisierte Fromwald.

"Die Zulassung von Bt 11 ist ein Skandal erster Ordnung - wenn man bedenkt, dass erst vorige Woche bekannt geworden ist, wie dürftig und fahrlässig die wissenschaftliche Überprüfung der Sicherheit von Gentech-Pflanzen durch die europäische Behörde EFSA ist. Diese hat erst kürzlich 'grünes Licht' für den Gentech-Mais Mon 863 gegeben, obwohl Fütterungsversuche bei Ratten beunruhigende Anomalien ergeben hatten", erklärte die Molekularbiologin Fromwald.

"Es kann nicht sein, dass die EU-Kommission einerseits den Anbau von Gentech-Pflanzen legalisiert und andererseits die daraus resultierenden Probleme wie etwa Haftung oder Koexistenz - also die langfristige Absicherung Gentech-freier Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion - auf die Mitgliedsstaaten abwälzt", so Fromwald weiter. ".Es ist inakzeptabel, dass die EU-Kommission Druck auf Länder wie Oberösterreich ausübt und mit Klage droht, sobald diese im Sinn des Vorsorgegesetzes ein befristetes Anbauverbot von Gentech-Pflanzen beschließen wollen - weil eben die Koexistenz von Gentech- und gentech-freier Landwirtschaft bei uns derzeit nicht sichergestellt werden kann. Es braucht jetzt mutige Politiker, die den Schutz unserer Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt ernst nehmen und das Recht auf eine Gentechfreie Landwirtschaft und Lebensmittel-Produktion notfalls auch bei Europäischen Gerichtshof durchsetzen", betonte Fromwald.

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OÖ-Zukunftsdialog:
"Konferenz des Netzwerkes Gentechnikfreie Zonen in Europa"; Mittwoch, 28. April 2004, 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr;
Linz - Landhaus (Steinerner Saal)

FOTOTERMIN:
Vor der Konferenz findet vor dem Landhaus in Linz ab 8:00 Uhr ein Fototermin:
Die Gentechnik-freien Regionen Europas geben Startschuss für eine gemeinsame Initiative.

Rückfragen & Kontakt:

Greenpeace Österreich
Susanne Fromwald: Greenpeace-Molekularbiologin, 0664-612 67 06

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