• 21.04.2004, 11:10:35
  • /
  • OTS0105 OTW0105

AK: Beschäftigte im Tourismus dürfen nicht Verlierer der Erweiterung sein

Wien (AK) - Die Erweiterung bietet für die Tourismusbranche
Chancen und Risken zugleich: Zum einen profitiert Österreich
sicherlich von den TouristInnen aus den Nachbarländern. Zum anderen
ist die Branche bereits jetzt durch prekäre Beschäftigung und einen
hohen Anteil an Fluktuation gekennzeichnet. Darüber hinaus sind viele
Beschäftigte im Rahmen der sogenannten Saisonier-Regelung in
Österreich tätig. Daher ist Vorsicht geboten, dass die
Übergangsfristen nicht durch einen verstärkten Einsatz von
Saisonbeschäftigten unterlaufen werden. Die AK fordert auch die
Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung, sowie
ausreichend Möglichkeit für die Aus- und Weiterbildung, damit
Arbeiten in der Tourismusbranche attraktiver wird.****

Der Tourismus ist für die österreichische Wirtschaft ein
Schlüsselsektor: Kaum ein Land erzielt so hohe Deviseneinnahmen aus
dem Tourismus wie Österreich, kaum ein anderes Land spielt sowohl im
Winter- als auch im Sommertourismus eine so wichtige Rolle.
Allerdings ist die Beschäftigung im Tourismus geprägt durch hohe
Instabilität mit großer Fluktuation und geringer Beschäftigungsdauer.
Die Arbeitslosigkeit ist im Tourismus höher als in anderen Branchen
(2003: 17,3 Prozent). Außerdem weist sie besonders hohe Belastungen
durch schwierige Arbeitsbedingungen und außergewöhnliche
Arbeitszeiten (Wochenend-, Saisonarbeit) auf.

Verschärft wurde die Situation gerade am Tourismusarbeitsmarkt in
den letzten Jahren durch einen steigenden Verdrängungswettbewerb
aufgrund des versträkten Einsatzes von Saisonarbeitskräften. Dieses
Modell ist aus vielerlei Gründen problematisch: Für die Saisoniers
selbst, die wirtschaftlich und rechtlich völlig von einem Arbeitgeber
abhängig sind, aber auch für die gesamte Branche, da die Gefahr
besteht, dass es zu Lohndumping und der Verbreitung schlechter
Arbeitsbedingungen kommt. Eine zusätzliche Ausweitung dieser Regelung
ist angesichts der angespannten Arbeitsmarktsituation jedenfalls
nicht der richtige Weg, so die AK ExpertInnen.

Die AK fordert, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im
Tourismus verbessert werden müssen, damit die Fluktuation reduziert
und die Arbeitszufriedenheit erhöht wird. ArbeitnehmerInnen müssen
auch in dieser Branche Aufstiegs und Weiterbildungsmöglichkeiten
bekommen. Außerdem darf es auf keinen Fall zu einer Ausweitung der
Saisonbeschäftigung kommen.

Die Situation der Tourismusbeschäftigten wird auch in einer neuen
AK-Studie "Arbeitsbedingungen im Hotel- und Gastgewerbe" analysiert.
Die Studie ist erhältlich bei Gabriele Mannel, Tel.: 50165-2274 bzw.
per E-Mail: [email protected].

OTS0105    2004-04-21/11:10

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel