AK: Beschäftigte im Tourismus dürfen nicht Verlierer der Erweiterung sein

Wien (AK) - Die Erweiterung bietet für die Tourismusbranche
Chancen und Risken zugleich: Zum einen profitiert Österreich sicherlich von den TouristInnen aus den Nachbarländern. Zum anderen ist die Branche bereits jetzt durch prekäre Beschäftigung und einen hohen Anteil an Fluktuation gekennzeichnet. Darüber hinaus sind viele Beschäftigte im Rahmen der sogenannten Saisonier-Regelung in Österreich tätig. Daher ist Vorsicht geboten, dass die Übergangsfristen nicht durch einen verstärkten Einsatz von Saisonbeschäftigten unterlaufen werden. Die AK fordert auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung, sowie ausreichend Möglichkeit für die Aus- und Weiterbildung, damit Arbeiten in der Tourismusbranche attraktiver wird.****

Der Tourismus ist für die österreichische Wirtschaft ein Schlüsselsektor: Kaum ein Land erzielt so hohe Deviseneinnahmen aus dem Tourismus wie Österreich, kaum ein anderes Land spielt sowohl im Winter- als auch im Sommertourismus eine so wichtige Rolle. Allerdings ist die Beschäftigung im Tourismus geprägt durch hohe Instabilität mit großer Fluktuation und geringer Beschäftigungsdauer. Die Arbeitslosigkeit ist im Tourismus höher als in anderen Branchen (2003: 17,3 Prozent). Außerdem weist sie besonders hohe Belastungen durch schwierige Arbeitsbedingungen und außergewöhnliche Arbeitszeiten (Wochenend-, Saisonarbeit) auf.

Verschärft wurde die Situation gerade am Tourismusarbeitsmarkt in den letzten Jahren durch einen steigenden Verdrängungswettbewerb aufgrund des versträkten Einsatzes von Saisonarbeitskräften. Dieses Modell ist aus vielerlei Gründen problematisch: Für die Saisoniers selbst, die wirtschaftlich und rechtlich völlig von einem Arbeitgeber abhängig sind, aber auch für die gesamte Branche, da die Gefahr besteht, dass es zu Lohndumping und der Verbreitung schlechter Arbeitsbedingungen kommt. Eine zusätzliche Ausweitung dieser Regelung ist angesichts der angespannten Arbeitsmarktsituation jedenfalls nicht der richtige Weg, so die AK ExpertInnen.

Die AK fordert, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung im Tourismus verbessert werden müssen, damit die Fluktuation reduziert und die Arbeitszufriedenheit erhöht wird. ArbeitnehmerInnen müssen auch in dieser Branche Aufstiegs und Weiterbildungsmöglichkeiten bekommen. Außerdem darf es auf keinen Fall zu einer Ausweitung der Saisonbeschäftigung kommen.

Die Situation der Tourismusbeschäftigten wird auch in einer neuen AK-Studie "Arbeitsbedingungen im Hotel- und Gastgewerbe" analysiert. Die Studie ist erhältlich bei Gabriele Mannel, Tel.: 50165-2274 bzw. per E-Mail: gabriele.mannel@akwien.at.

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Thomas Angerer
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