- 16.04.2004, 19:50:40
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Wirtschaftsverband Wien (SPÖ): Die Zeiten, in denen Wirtschaftsbund und Wirtschaftskammer gleich Eins waren, sind endgültig vorbei
Entscheidung über Wirtschaftskammer Präsident wird immer noch durch die WählerInnen und nicht vom Wirtschaftsbund getroffen
Wien (OTS) - Heute wurde Brigitte Jank als zukünftige Präsidentin
des Wirtschaftsbundes Wien der Öffentlichkeit präsentiert. "Dabei
wurde die Überheblichkeit des Wirtschaftsbundes wieder einmal
deutlich sichtbar, da Nettig und Co. automatisch davon ausgehen, dass
Jank auch die zukünftige Kammerpräsidentin Wiens sei. Dies mag zwar
bis zur nächsten Wahl gelten, aber im Frühjahr 2005 werden die Wiener
UnternehmerInnen entscheiden, wer tatsächlich die Nachfolge Nettigs
als Kammerpräsident antreten wird", so KR Günter Wandl,
Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Wien.
Und wenn es nach dem Stimmungsbarometer bei den Wiener
Gewerbetreibenden geht, dann ist bei der nächsten Wahl durchaus mit
einem Kopf an Kopf Rennen zwischen LAbg. Fritz Strobl, Präsident des
Wirtschaftsverbandes Wien und dem Wirtschaftsbund zu rechnen. "Bei
zahlreichen Betriebsbesuchen, die wir nach der Rückzugsankündigung
Nettigs absolviert haben, wurde seitens der UnternehmerInnen immer
wieder eine stabile und kompetente Achse zwischen Politik und
Wirtschaft gefordert. Dem Wirtschaftsbund wird jedoch diese Kompetenz
nicht mehr zugestanden", bekräftigt Wandl. Bereits das
innerparteiliche Chaos, das die Rückzugsankündigung Nettigs auslöste,
machte dies deutlich. Mit Verwunderung nahm damals die Öffentlichkeit
die Turbulenzen zwischen ÖVP und Wirtschaftsbund zur Kenntnis. "Das
Vertrauen der UnternehmerInnen in den Wirtschaftsbund ist seitdem
massiv gesunken", konstatiert Wandl.
Der von Nettig einstweilen eingesetzte geschäftsführende Obmann des
Wirtschaftsbundes Wien Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus
und Freizeitwirtschaft war ebenso nur ein mediales Täuschungsmanöver
Nettigs wie Dr. Fritz Aichinger, Obmann der Sparte Handel. "Sowohl
Aichinger als auch Bitzinger hatten als hoch favorisierte Kandidaten
scheinbar keine Chance gegen die von Nettig bevorzugte
Immobilienmaklerin Brigitte Jank. Dies verwundert doppelt. Denn
einerseits galten beide jahrelang als Nettigs Kronprinzen und
andererseits stehen sie an der Spitze der sehr selbstbewussten und
mächtigen Sparten Tourismus und Handel. Die Kandidatur Janks zeigt
einmal mehr, dass Walter Nettig auch nach seinem Rückzug die
politische Macht im Wirtschaftsbund behalten will", sagt Wandl.
"Die Zeit wird weisen, ob Brigitte Jank nur der verlängerte Arm
Nettigs ist, oder ob sie sich von ihrem politischen Mentor
emanzipieren kann und ihren eigenständigen wirtschaftspolitischen
Kurs einschlagen wird", betont Wandl. Die neoliberale Politik der
schwarz-blauen Bundesregierung gefährdet mit ihren für Klein- und
Mittelbetriebe feindlichen Maßnahmen tagtäglich mehr die Wiener
Wirtschaft.
"Es ist jetzt nicht die Zeit für wirtschaftspolitische Experimente
einer Newcomerin. Wien braucht eine verlässliche Achse zwischen
Politik und Wirtschaft. Diese Stabilität garantiert lediglich Fritz
Strobl, Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien und
Wirtschaftssprecher der SPÖ Wien, der seit vielen Jahren sein
wirtschaftliches Know-how in die Politik einbringt und gemeinsam mit
der Stadtregierung erfolgreich für die Wiener Wirtschaft arbeitet",
schloss Wandl.
Wien, am 16.04.2004
OTS0226 2004-04-16/19:50
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