- 16.04.2004, 12:07:05
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Grüne/Rest-Hinterseer: Bäuerlichen Widerstand gegen Dominanz der Konzerne unterstützen
Gentechnik bedroht bäuerliche Existenzen
Wien (OTS) - Anlässlich des Internationalen Tages des bäuerlichen
Widerstandes am 17. April weist die Regionensprecherin der Grünen
Heidi Rest-Hinterseer darauf hin, dass mit dem Einsatz der Gentechnik
eine neue Bedrohung auf die Existenz der bäuerlichen Betriebe
zukommt. "Ein Nebeneinander von Gentech- und gentechnikfreier
Landwirtschaft ist nicht möglich. Das beweisen Beispiele aus Kanada
und den USA, wo Bio- und konventionelle Betriebe vor dem Ruin stehen,
weil ihre Felder durch den großflächigen Anbau von Gentech-Saat
kontaminiert sind", warnt Rest-Hinterseer.
Demnächst komme auch auf Europa eine Welle der Zulassungen von
gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu. Gemäß der neuen
Freisetzungsrichtlinie stehen 22 Anträge auf der Liste der
europäischen Zulassungsbehörden. "Die EU droht sich dem Druck der
Gentech-Konzerne und der USA zu beugen, die mit einer Klage vor der
Welthandelsorganisation (WTO) auf Biegen und Brechen den EU-Markt
erobern wollen. Vor der WTO-Klage der USA zum Fall des EU-Moratoriums
auf Neuzulassungen von Gentech-Pflanzen darf nicht in die Knie
gegangen werden", fordert Rest-Hinterseer.
Die Haftungs- und Koexistenzfragen im Zusammenhang mit der Gentechnik
in der Landwirtschaft seien nach wie vor ungeklärt. "Wenn jetzt nicht
seitens des Landwirtschaftsministers und der für Gentechnik
zuständigen BM Rauch-Kallat endlich nationale Schutz-Maßnahmen
gesetzt werden, dann werden die KonsumentInnen über kurz oder lang
keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr kaufen können", warnt Heidi
Rest-Hinterseer. Bei Versicherungen gelte das Risiko Gentechnik als
nicht kalkulierbar. "Für die kleinräumige österreichische
Landwirtschaft gibt es nur eine Lösung, und die heißt
‚Gentechnikfreiheit’", so die Nationalratsabgeordnete, die selbst
auch einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet.
Darüber hinaus müsse das Versprechen aller Regierungen der Welt,
Hunger und Armut bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren, auch im Rahmen
der WTO-Agrarverhandlungen eingelöst werden, so Rest-Hinterseer.
"Exportsubventionen und sonstige Unterstützungsmaßnahmen der
Industrieländer, die zur Störung der Weltmärkte führen und negative
Auswirkungen auf die lokalen Märkte haben, sind zügig abzuschaffen",
fordert Rest-Hinterseer.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
OTS0125 2004-04-16/12:07
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