Grüne/Rest-Hinterseer: Bäuerlichen Widerstand gegen Dominanz der Konzerne unterstützen

Gentechnik bedroht bäuerliche Existenzen

Wien (OTS) - Anlässlich des Internationalen Tages des bäuerlichen Widerstandes am 17. April weist die Regionensprecherin der Grünen Heidi Rest-Hinterseer darauf hin, dass mit dem Einsatz der Gentechnik eine neue Bedrohung auf die Existenz der bäuerlichen Betriebe zukommt. "Ein Nebeneinander von Gentech- und gentechnikfreier Landwirtschaft ist nicht möglich. Das beweisen Beispiele aus Kanada und den USA, wo Bio- und konventionelle Betriebe vor dem Ruin stehen, weil ihre Felder durch den großflächigen Anbau von Gentech-Saat kontaminiert sind", warnt Rest-Hinterseer.

Demnächst komme auch auf Europa eine Welle der Zulassungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu. Gemäß der neuen Freisetzungsrichtlinie stehen 22 Anträge auf der Liste der europäischen Zulassungsbehörden. "Die EU droht sich dem Druck der Gentech-Konzerne und der USA zu beugen, die mit einer Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO) auf Biegen und Brechen den EU-Markt erobern wollen. Vor der WTO-Klage der USA zum Fall des EU-Moratoriums auf Neuzulassungen von Gentech-Pflanzen darf nicht in die Knie gegangen werden", fordert Rest-Hinterseer.

Die Haftungs- und Koexistenzfragen im Zusammenhang mit der Gentechnik in der Landwirtschaft seien nach wie vor ungeklärt. "Wenn jetzt nicht seitens des Landwirtschaftsministers und der für Gentechnik zuständigen BM Rauch-Kallat endlich nationale Schutz-Maßnahmen gesetzt werden, dann werden die KonsumentInnen über kurz oder lang keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr kaufen können", warnt Heidi Rest-Hinterseer. Bei Versicherungen gelte das Risiko Gentechnik als nicht kalkulierbar. "Für die kleinräumige österreichische Landwirtschaft gibt es nur eine Lösung, und die heißt ‚Gentechnikfreiheit’", so die Nationalratsabgeordnete, die selbst auch einen landwirtschaftlichen Betrieb bewirtschaftet.

Darüber hinaus müsse das Versprechen aller Regierungen der Welt, Hunger und Armut bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren, auch im Rahmen der WTO-Agrarverhandlungen eingelöst werden, so Rest-Hinterseer. "Exportsubventionen und sonstige Unterstützungsmaßnahmen der Industrieländer, die zur Störung der Weltmärkte führen und negative Auswirkungen auf die lokalen Märkte haben, sind zügig abzuschaffen", fordert Rest-Hinterseer.

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