SUDAN: Kein Ostern-Frieden im Sudan - Verkauf der OMV-AG Sudan-Konzessionen nicht abgeschlossen

Wien (OTS) - Die Sudan Plattform Austria äußert sich besorgt über die ausgebliebene Einigung bei den Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Khartoum und den Rebellen der SPLA/M, trotz des zu Karfreitag erreichten Waffenstillstandabkommens für die westliche Sudan Provinz Darfur. Die Mitgliedsorganisationen der Sudan Plattform rufen die Verhandlungsparteien, sowie die internationalen Vermittler auf, sich verstärkt für einen gerechten und nachhaltigen Frieden im Sudan einzusetzen.

Philipp-Stephan Schneider, Sprecher der Plattform von Nicht-Regierungsorganisationen, betont in diesem Zusammenhang: "Seit Monaten lieferten sich regierungstreue Milizen und Rebellengruppen immer wieder blutige Kämpfe im Westen, die hohe Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachten und zur Massenflucht in der Region führten. Es ist jetzt ein rascher Zugang von humanitärer Hilfe für die in Darfur verbliebene Bevölkerung und die in den benachbarten Tschad geflüchteten Menschen notwendig."

Seit dem Wiederaufflammen des Bürgerkrieges im Sudan im Jahr 1983 wurden über 2 Mio. Menschen getötet und mehr als 5Mio Menschen vertrieben. Auch die österreichische OMV Aktiengesellschaft war zwischen 1997 und 2003 im Sudan aktiv. Durch Berichte über Menschenrechtsverletzungen in den Konzessionsgebieten hatten sich 2001 Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen zur Sudan Plattform Austria zusammengeschlossen, um von der OMV ein verantwortungsbewusstes Handeln im Sudan einzufordern. Im September 2003 hat die OMV ihre Sudan-Anteile an ein indisches Unternehmen verkauft und ihr Abenteuer in diesem Bürgerkriegsland mit einem Gesamtgewinn von 70 Mio. Dollar für beendet erklärt. Offensichtlich gibt es jedoch Probleme für die OMV, die Veräußerung ihrer Sudan-Konzessionen zu finalisieren, denn nach wie vor ist der Verkauf nicht offiziell abgeschlossen.

Die Forderung der Sudan Plattform Austria, einen Teil des Gewinnes als eine Art "Wiedergutmachung" für die aus ihrem Konzessionsgebiet Vertriebenen bereitzustellen, wurde von der Konzernleitung bisher kategorisch abgelehnt.

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