"Weltjournal" im ORF: Europa: Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg

Viele Blindgänger lauern noch in der Erde

Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 14. April 2004, um 22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:

Europa: Die Bomben-Geschichte

"Wir nehmen an, dass zehn Prozent der Bomben, die im Zweiten Weltkrieg über Europa abgeworfen wurden, nicht explodiert sind", sagt Historiker Allan Williams von der Keele-Universität in England und schätzt, dass noch 250 Jahre vergehen werden, bis das gesamte Kriegsmaterial entschärft ist. In seinem Archiv gibt es Dokumente, die bei Entminungsdiensten heiß begehrt sind: alte Luftbilder, aufgenommen von der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie zeigen, wo genau Bomben in den Boden eingeschlagen haben. Diese Flugaufklärungs-Fotos sind eine wichtige Spur zu Blindgängern, die immer noch in der Erde lauern. Viele der alten Fotos sind allerdings noch gar nicht ausgewertet - auch solche aus Österreich. Diese Bilder, Aufnahmen vom Lager Auschwitz und Fotomaterial vom D-Day, der Landung der Alliierten in der Normandie, zeigt Professor Williams im "Weltjournal".

Terrorismus: Ich war ein Kämpfer Gottes

Moustafa, ein französischer Moslem in den Dreißigern, legt vor laufender Kamera ein Geständnis ab: Er hat jahrelang im Dienste radikal-islamischer Gruppen im Untergrund gekämpft. Moustafa beschreibt die Stationen seiner Laufbahn: Rekrutierung durch einen Imam, Indoktrinierung in der Moschee durch Salafisten, Entsendung nach London und Brüssel zur ideologischen Festigung, zehn Monate Militärausbildung in Afghanistan. Seine Einsätze reichen von Bosnien bis Algerien. Von den immer grausameren Gewalttaten seiner Mitkämpfer schockiert, hat sich Moustafa nach dem 11. September 2001 aus den aktiven Truppen der Bewegung zurückgezogen. Ein einzigartiges Dokument über Beweggründe und Methoden der Kämpfer im Namen Allahs im "Weltjournal".

Roma: Das verachtete Volk

Die Slowakei - ab 1. Mai Mitglied der EU - bringt ein großes Problem mit in die Gemeinschaft: etwa 500.000 Roma, die ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft leben: missachtet, unverstanden, unangepasst und abgeschoben in slumähnliche "Zigeunergettos", in denen Tausende unter elenden Bedingungen ohne Wasser und Kanalisation ihr Leben fristen. Vor allem in der wirtschaftlich benachteiligten Ostslowakei beträgt die Arbeitslosigkeit der Roma 100 Prozent. Die karge Sozialhilfe wurde erst neulich unter heftigen Protesten gekürzt. Die EU hat schon bei den Beitrittsverhandlungen klargemacht, dass das slowakische Dilemma nicht zu einem europäischen Problem werden dürfe. In der Kunst werden die Zigeuner romantisiert - Stichwort "Carmen" und "Zigeunerbaron" - in der Realität werden sie diskriminiert und verachtet. Eine Reportage von Monica Ladurner.

China: Das vergessene Dorf

Während die großen Städte Chinas boomen, nehmen ländliche Regionen an der wirtschaftlichen Revolution kaum teil. In dem kleinen Dorf Bu Shi leben Angehörige des kleinen Volkes der Lisu so wie noch vor vielen Jahrzehnten. Sie haben keinen Strom, die Kinder müssen den nahen Fluss an einem Drahtseil überqueren, um in die Schule zu kommen - für den Bau einer Brücke fehlt es an Geld. Die Regierung scheint die entlegene Region vergessen zu haben. Das hat auch Vorteile: Die Lisu konnten sich bisher ihre Kultur und Lebensweise erhalten, sie sprechen ihre eigene Sprache und leben vom eigenen Acker-Anbau. Aber sie denken auch an die Zukunft und lassen ihre Kinder die Sprache des Mehrheitsvolkes der Chinesen, das Mandarin, erlernen.

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