• 13.04.2004, 12:42:49
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"Weltjournal" im ORF: Europa: Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg

Viele Blindgänger lauern noch in der Erde

Wien (OTS) - Im "Weltjournal" am Mittwoch, dem 14. April 2004, um
22.30 Uhr in ORF 2 präsentiert Annette Scheiner folgende Themen:

Europa: Die Bomben-Geschichte

"Wir nehmen an, dass zehn Prozent der Bomben, die im Zweiten
Weltkrieg über Europa abgeworfen wurden, nicht explodiert sind", sagt
Historiker Allan Williams von der Keele-Universität in England und
schätzt, dass noch 250 Jahre vergehen werden, bis das gesamte
Kriegsmaterial entschärft ist. In seinem Archiv gibt es Dokumente,
die bei Entminungsdiensten heiß begehrt sind: alte Luftbilder,
aufgenommen von der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie
zeigen, wo genau Bomben in den Boden eingeschlagen haben. Diese
Flugaufklärungs-Fotos sind eine wichtige Spur zu Blindgängern, die
immer noch in der Erde lauern. Viele der alten Fotos sind allerdings
noch gar nicht ausgewertet - auch solche aus Österreich. Diese
Bilder, Aufnahmen vom Lager Auschwitz und Fotomaterial vom D-Day, der
Landung der Alliierten in der Normandie, zeigt Professor Williams im
"Weltjournal".

Terrorismus: Ich war ein Kämpfer Gottes

Moustafa, ein französischer Moslem in den Dreißigern, legt vor
laufender Kamera ein Geständnis ab: Er hat jahrelang im Dienste
radikal-islamischer Gruppen im Untergrund gekämpft. Moustafa
beschreibt die Stationen seiner Laufbahn: Rekrutierung durch einen
Imam, Indoktrinierung in der Moschee durch Salafisten, Entsendung
nach London und Brüssel zur ideologischen Festigung, zehn Monate
Militärausbildung in Afghanistan. Seine Einsätze reichen von Bosnien
bis Algerien. Von den immer grausameren Gewalttaten seiner Mitkämpfer
schockiert, hat sich Moustafa nach dem 11. September 2001 aus den
aktiven Truppen der Bewegung zurückgezogen. Ein einzigartiges
Dokument über Beweggründe und Methoden der Kämpfer im Namen Allahs im
"Weltjournal".

Roma: Das verachtete Volk

Die Slowakei - ab 1. Mai Mitglied der EU - bringt ein großes Problem
mit in die Gemeinschaft: etwa 500.000 Roma, die ausgegrenzt am Rande
der Gesellschaft leben: missachtet, unverstanden, unangepasst und
abgeschoben in slumähnliche "Zigeunergettos", in denen Tausende unter
elenden Bedingungen ohne Wasser und Kanalisation ihr Leben fristen.
Vor allem in der wirtschaftlich benachteiligten Ostslowakei beträgt
die Arbeitslosigkeit der Roma 100 Prozent. Die karge Sozialhilfe
wurde erst neulich unter heftigen Protesten gekürzt. Die EU hat schon
bei den Beitrittsverhandlungen klargemacht, dass das slowakische
Dilemma nicht zu einem europäischen Problem werden dürfe. In der
Kunst werden die Zigeuner romantisiert - Stichwort "Carmen" und
"Zigeunerbaron" - in der Realität werden sie diskriminiert und
verachtet. Eine Reportage von Monica Ladurner.

China: Das vergessene Dorf

Während die großen Städte Chinas boomen, nehmen ländliche Regionen an
der wirtschaftlichen Revolution kaum teil. In dem kleinen Dorf Bu Shi
leben Angehörige des kleinen Volkes der Lisu so wie noch vor vielen
Jahrzehnten. Sie haben keinen Strom, die Kinder müssen den nahen
Fluss an einem Drahtseil überqueren, um in die Schule zu kommen - für
den Bau einer Brücke fehlt es an Geld. Die Regierung scheint die
entlegene Region vergessen zu haben. Das hat auch Vorteile: Die Lisu
konnten sich bisher ihre Kultur und Lebensweise erhalten, sie
sprechen ihre eigene Sprache und leben vom eigenen Acker-Anbau. Aber
sie denken auch an die Zukunft und lassen ihre Kinder die Sprache des
Mehrheitsvolkes der Chinesen, das Mandarin, erlernen.

OTS0103    2004-04-13/12:42

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