- 09.04.2004, 08:41:54
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Tumpel: Maklerprovisionen müssen runter (1)
Jährlich 60.000 Mieter in Österreich zahlen die höchsten Maklerprovisionen Europas
Wien (AK) - Nirgendwo sonst in ganz Europa müssen Mieter den
Maklern so viel zahlen wie in Österreich. Das zeigen Untersuchungen
der AK: Für die gleiche Mietwohnung muss ein Mieter in Österreich
eine um 70 Prozent höhere Maklerprovision zahlen als in Deutschland.
Der Grund: Die in der Maklerverordnung festgelegten Obergrenzen sind
in Österreich viel zu hoch. Betroffen von diesen hohen
Maklerprovisionen sind jedes Jahr rund 60.000 Mieter. "Der
Wirtschaftsminister muss die Verordnung unverzüglich ändern", sagt AK
Präsident Herbert Tumpel, "seit mehr als vier Jahren begünstigt die
Regierung die Hausherren und Immobilienfirmen - so kann’s nicht
weitergehen. Jetzt müssen einmal die Maklergebühren runter, Wohnen
muss wieder billiger werden." Die AK verlangt daher von der
Regierung: So wie in Deutschland soll auch in Österreich die
Maklerprovision höchstens der zweifache Nettomietzins sein; wenn der
"Makler" der bestellte Hausverwalter des Hausbesitzers ist, darf
keine Provision kassiert werden; wenn ein bestehender Mietvertrag nur
verlängert oder erneuert wird, darf ebenfalls keine Provision
verlangt werden. Den Mietern rät die AK, die Maklerprovisionen genau
zu prüfen: Die Studie hat gezeigt, dass jeder zweite Makler bei der
Provision falsch gerechnet hat - natürlich zu Ungunsten des Mieters.
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Die AK Untersuchung
Die AK hat bei 200 von Maklern inserierten Mietwohnungen
Telefonerhebungen und Wohnungsbesichtigungen vorgenommen. Für eine
Wohnung unter 100 Quadratmetern haben die Makler im Durschnitt 2.370
Euro (33 Euro pro Quadratmeter) brutto als Provision von den Mietern
verlangt, für eine Wohnung über 100 Quadratmetern 5.680 Euro brutto
(40 Euro pro Quadratmeter).
Praktisch alle Makler verlangen die höchste Provision
Die AK Untersuchung zeigt, dass praktisch alle Makler die höchst
mögliche Provision verlangen - nur 15 Prozent bleiben unter der
Obergrenze. "Und diese Obergrenze ist in Österreich viel zu hoch",
sagt AK Präsident Tumpel. Die Nettoprovision, die der Makler vom
Mieter verlangen darf, kann in Österreich die dreifache Gesamtmiete
ausmachen, aber exklusive der auf die Miete entfallenden
Mehrwertsteuer. Bei einem Dreijahresmietvertrag darf die Provision
die doppelte Gesamtmiete ausmachen.
Jeder zweite Makler rechnet falsch
Bei jeder zweiten, von der AK untersuchten Wohnung, war die
Provisionsberechnung des Maklers falsch und zu hoch: Meistens (in 42
Prozent der Fälle) wurde die Mehrwertsteuer auf den Mietzins nicht
herausgerechnet, bevor die Mehrwertsteuer für die
Maklerdienstleistung dazugerechnet wurde. Dadurch wurde die Provision
natürlich höher. Etliche Makler haben aber auch Heizkosten oder
Warmwasserkosten für ihre Provision dazugerechnet.
AK rät den Mietern: Genau nachrechnen
Die Arbeiterkammer rät allen Mietern, die Maklerprovision genau zu
prüfen - es lohnt sich. Auf jeden Fall soll kontrolliert werden,
+ ob beim Bruttomietzins als Grundlage für die Provision die auf den
Mietzins entfallende Mehrwertsteuer herausgerechnet wurde,
+ ob bei einem Dreijahresmietvertrag die Provision nicht höher ist
als zwei Bruttomonatsmieten
+ ob im Mietzins verrechnete Heizkosten bei mietzinsgeschützten
Mietverträgen für die Bemessung der Provision herausgerechnet wurden.
(Fortsetzung)
OTS0012 2004-04-09/08:41
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