• 08.04.2004, 11:47:31
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Bundesheer: Gaal für Änderung der ungerechten Aufnahmeprozedur für Frauen und für "gleichen Lohn für gleiche Arbeit"

Bundesheer-Beschwerdekommission legt ihren Bericht vor

Wien (SK) Der Jahresbericht der parlamentarischen
Bundesheer-Beschwerdekommission 2003 liegt vor. Bei der heutigen
Präsentation verwies der Vorsitzende der Kommission, SPÖ-Wehrsprecher
Anton Gaal, auf die "positiven Erfahrungen, die das Österreichische
Bundesheer nunmehr seit sechs Jahren mit Soldatinnen gemacht hat". Es
sei eine richtige politische Entscheidung gewesen, das Bundesheer für
Frauen zugänglich zu machen. Die Soldatinnen würden sich durch Fleiß,
Ernsthaftigkeit und großes Verantwortungsbewusstsein auszeichnen.
"Der Umgangston innerhalb der Truppe hat sich spürbar verbessert, mit
einem Satz, Frauen sind eine wichtige Bereicherung für das
Österreichische Bundesheer", sagte Gaal. Aber er verweist auch auf
einen "Wermutstropfen": 65 Prozent der Frauen schaffen aufgrund der
umstrittenen Überprüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit nicht
die Aufnahme in das Österreichische Bundesheer. "Diese ungerechte,
beinahe schikanöse Aufnahmeprozedur muss sofort an die
frauenspezifische Leistungsfähigkeit angepasst werden", forderte
Gaal. ****

Zusätzlich sei die niedrige Entlohnung in den ersten sechs
Monaten ein beinahe unüberwindbares Hindernis. Die Soldatinnen
verdienen in den ersten sechs Monaten 245,70 Euro pro Monat, obwohl
sie ab dem ersten Tag Berufsoldatinnen sind.
"Daher treten wir dafür ein, dass Frauen, wie ihre männlichen
Berufskollegen, ab dem ersten Tag 725.90 Euro verdienen", sagte der
Vorsitzende der Bundesheer-Beschwerdekommission.
"Mit der Umsetzung dieser Forderungen kann dem Grundsatz gleicher
Lohn für gleiche Arbeit nachgekommen werden", so Gaal.

Grundsätzlich hielt Gaal fest, dass die verfassungsgesetzlich
festgelegten gesellschaftliche Verpflichtung zur Ableistung des
Wehrdienstes eines besonderen Schutzes und einer besonderen Kontrolle
für die betroffenen Soldaten bedürfe. Die parlamentarische
Bundesheerbeschwerdekommission sei vom Verfassungsgesetzgeber mit
dieser wichtigen Aufgabe betraut worden. Gaal: "Wir stehen den
Österreicherinnen und Österreichern, die Ihren Dienst als Soldatinnen
und Soldaten beim Österreichischen Bundesheer im In- und im Ausland
ableisten, partnerschaftlich als Beratungs- und Servicestelle und als
besonders autorisierte Beschwerde- und Kontrollstelle zur Verfügung."
(Schluss) se

OTS0099    2004-04-08/11:47

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