• 05.04.2004, 09:34:13
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Ein Flaggschiff groß in Fahrt

Das erste Jahr der Hauptbücherei Wien ist Erfolgsgeschichte

Wien (OTS) - Am 7. April 2003 wurde sie feierlich eröffnet,
Mittwoch ist sie also ein Jahr alt - die neue Hauptbücherei der
Büchereien Wien auf dem Wiener Gürtel. "Die Wienerinnen und Wiener
haben das Haus fest in Besitz genommen." freut sich
Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete Laska über rund
3.000 Personen, die durchschnittlich an jedem Öffnungstag kommen.
Zirka 10.000 BesucherInnen haben sich bislang durch das Haus führen
lassen. Und das Interesse lässt nicht nach, sondern steigt noch
leicht an: Zu den bisher 38.000 Neueinschreibungen gesellen sich noch
immer 120 pro Tag dazu. "Die Hauptbücherei" so Laska "erfüllt den
Wunsch nach einer großen, leicht zugänglichen Allgemeinbibliothek mit
großem Freihandbestand, bequemen, kostengünstigen
Entlehnmöglichkeiten, luxuriöser Arbeitsatmosphäre und viel
Multimedia."

Alle sind willkommen

Die neue Hauptbücherei zieht viele Zielgruppen an: Sie ist
gleichermaßen Anlaufstelle für SchülerInnen und Studierende wie für
die nachwachsende Generation der türkischen ImmigrantInnen, für
Berufstätige wie für Kinder, für RomanleserInnen wie für
Technik-ExpertInnen.

Die Aktion "Seniorenfreundliche Hauptbücherei" mit Führungen und
Schulungen, die kürzlich gestartet wurde, soll die Generation 50 plus
besonders ansprechen. Wer Sprachen lernen will, wird ebenso bestens
bedient wie die vielen Jugendlichen, die nach einer
Berufsorientierung suchen. Es gibt ruhige Zonen im Haus, in denen
konzentrierte Arbeitsatmosphäre herrscht, wie etwa im
Philosophie-Heck oder im Zentrum für Klassische Musik. Im
Kindermedienzentrum Kirango dagegen kann es schon geschäftiger und
lauter zugehen wie ebenfalls auf der Internetgalerie.

Beim Studium der Benutzungsstatistik hat es für die
Bibliotheksleitung eine Überraschung gegeben: Gegenüber der
Hauptbücherei Skodagasse ist das entlehnende Publikum etwas älter
geworden. Am Gürtel sind nur mehr 83 Prozent unter 40 Jahre, in der
Skodagasse waren es noch 85 Prozent. In der Vor-Ort-Nutzung (hier
gibt es keine Generationsstatistik) scheint allerdings das jüngere
Publikum zu dominieren.

Bisher mehr als 1,6 Millionen Entlehnungen

Vom Aufwand her bedeuteten die bisher 1,6 Millionen Entlehnungen
(durchschnittlich über 6.000 pro Tag) eine große logistische
Herausforderung. Die für 2004 geplante Einarbeitung von fast 30 000
Büchern und Medien sollen der hohen Nachfrage nachkommen -
durchschnittlich sind 45 Prozent der Medien entlehnt. Schwerpunkte
des Ausbaus sind besonders nachgefragte Gebiete wie populäre Medizin
und Beruf- Karriere-Wirtschaft.

Hauptbücherei als Veranstaltungsort

Ein feines Veranstaltungs-, Animations- und Schulungsprogramm
und kleinere Ausstellungen machen die Hauptbücherei vollends zum
Kultur- und Bildungszentrum, zu einem Lern-Ort ersten Ranges, in dem
persönliche und berufliche Weiterbildung zusammenfließen.
Auch sind bereits die nächsten Ziele bei der Bespielung des Hauses
gesteckt: die Bespielung der großen Dachterrasse mit einem Sommerkino
("Kino am Dach"), eine Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen
Ottakring und Meidling (Impuls-Kurse, Foren) und eine Vortragsserie
mit der Universität für Bodenkultur. Nächster Höhepunkt der
Veranstaltungstätigkeit wird die Lesung des international
renommierten polnischen Publizisten Ryszard Kapuscinski (25. Mai)
sein, der erstmals nach Wien kommt.

Ein weithin sichtbares Zeichen

Es ist ein markantes Gebäude, mit seiner riesigen Freitreppe
weithin am Gürtel sichtbar, das auch europaweit Anerkennung und
Interesse findet: Kürzlich errang die Bücherei den "Landmark
Libraries Award". Das langgestreckte Gebäude erweist sich mit seinen
vielen Nischen als angenehmer Ort zum Verweilen. Zugleich ist die
Bücherei das Highlight am Gürtel, der sich in den letzten Jahren zu
einem vielfältigen und urbanen Bereich und zu einem der Hot Spots der
Stadt entwickelt hat.

Erfreuliche Entwicklung auch bei den Zweigstellen

Erfreulich in der Bilanz ist seit der Eröffnung der
Hauptbücherei auch die Entwicklung im Zweigstellennetz. Das
Flaggschiff mit seiner enormen Außenwirkung hat auch die
Jahresbilanzen in den Filialen nach oben gedrückt: Die Entlehnungen
sind um 15 Prozent gestiegen. Viele WienerInnen haben entdeckt, über
welch ausgezeichnetes Netz sie mit der Hauptbücherei und den
dezentralen Büchereien in den Bezirken verfügen. Sie können von
Zuhause aus per Internet auf 1,7 Millionen Bücher und Medien
zugreifen und vorbestellen. Ausleihe und Rückgabe müssen nicht in der
gleichen Zweigstelle stattfinden. Der Ringleihverkehr macht es
möglich; nicht nur die Wiener auf der Suche nach der richtigen
Bibliothek, sondern auch die Bücher und Medien in der Stadt sind
mobiler geworden.

"Es war eine bildungs- und sozialpolitisch richtige
Entscheidung, Geld in dieses Projekt zu investieren. Der Erfolg gibt
uns recht." so Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Grete
Laska. (Schluss) eg

OTS0018    2004-04-05/09:34

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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