Jörg Haider am 4. April 2003 im Austria Top Talk mit Helmut Brandstätter.

Wien (OTS) - In der vergangenen Woche wurde Haider zum dritten Mal als Kärntner Landeshauptmann angelobt - und wann wird er offiziell auch wieder Chef der Freiheitlichen?
Brandstätter: Sie bestimmen ohnehin alles, warum werden Sie nicht gleich Chef?
Jörg Haider schmunzelt: "Weil Kärnten so schön ist. Man kann nicht von einem Bundesland aus in der Bundesregierung regieren. Ich werde mit aller Kraft die FPÖ unterstützen, es ist nicht notwendig, dass ich Parteichef werde."

Haider über die angeblich geplante Regierungsumbildung: "Man wird im Kreise unserer Führung verhandeln müssen, wie wir uns noch optimieren, weil wir meiner Meinung nach Optimierungsbedarf haben, weil die Regierung vieles richtig angeht aber auch in vielem noch hängt. Im Zuge der Bundespräsidentenwahl gibt es vielleicht sowieso eine Regierungsumbildung, da könnten wir das ja gleich machen."

Haider über junge FPÖ-ler, die von "Umvolkung", sprechen: "Ich glaube, das ist kein Nazi-Ausdruck, sondern wurde vom deutschen Verhaltensforscher Professor Eibl-Eibesfeld verwendet." Brandstätter widerspricht mit dem Verweis auf Nazi-Professor Brackmann, der den Begriff Umvolkung 1934 geprägt hat. Haider beschwichtigt weiter:
"Auch die Pensionsversicherung der Arbeiter wurde in der NS-Zeit geschafften und deswegen schafft man nicht die Pensionsversicherung für Arbeiter ab. Es ist eine Frage, wie man Botschaften serviert. Wir leben in einer Zeit der Kürzel..." und verweist auf die nicht sozialversicherten Roma und Sinti aus Tschechien, die dort aus der Sozialversicherung ausgesperrt wurden, und sich hier behandeln lassen würden.

Haider beobachtet das scheinbare Ende der FPÖ-Ausgrenzung von seiten der SPÖ unter Alfred Gusenbauer: "Die SPÖ hat sich geöffnet, wenn sie Kritik ihrer Paradelinken überwunden hat, die Demokratie nicht verstehen. Rot-Blau ist eine Frage der politischen Möglichkeit. Gusenbauer hat sich als fairer Gesprächspartner erwiesen, obwohl wir unterschiedliche Weltanschauungen haben - wie auch Dr. Schüssel."

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