- 02.04.2004, 10:00:14
- /
- OTS0038 OTW0038
Neue Ausstellung im Jüdischen Museum Wien
Alma Rosé - Vom Konzertsaal nach Auschwitz"
Wien (OTS) - "Diese Ausstellung fügt sich nahtlos ein in die Reihe
jener Präsentationen unseres Hauses, die sich mit der Musikgeschichte
Wiens und Österreichs auseinandersetzen", sagte Direktor Dr. Karl
Albrecht-Weinberger anlässlich der Eröffnung der Dokumentation "Alma
Rosé - Vom Konzertsaal nach Auschwitz". Anita Lasker-Wallfisch, die
gemeinsam mit Alma Rosé im Frauenorchester von Auschwitz spielte,
erinnerte sich im Eröffnungsgespräch mit Kurator Joachim Riedl und
Rosé-Biograf Richard Newmann an die junge Frau, die als Nichte Gustav
Mahlers und Tochter des berühmten Geigenvirtuosen Arnold Rosé am
Beginn einer glanzvollen künstlerischen Karriere stand, als die Nazis
an die Macht kamen.****
Almas Vater, Arnold Rosé, war über ein halbes Jahrhundert lang
Konzertmeister der Philharmoniker und Gründer eines weltberühmten
Streichquartetts, und das Haus Rosé war der Treffpunkt der
musikalischen Elite in der Musikmetropole Wien. Von Kindheit an nahm
Alma Rosé Violin-Unterricht bei ihrem Vater, einem strengen und
fordernden Lehrer. Bei ihrem Debüt als Virtuosin trat die 20-jährige
1926 an der Seite ihres berühmten Vaters mit Bachs Doppelkonzert in
d-Moll auf. Bald entkam die junge Geigerin jedoch dem Schatten ihres
väterlichen Vorbilds und fand ihre eigene musikalische Bestimmung.
Mit den "Wiener Walzermädeln" gründete sie eine extravagante
Damenkapelle, die mit einem beschwingten Programm Tourneetriumphe in
ganz Europa feierte. Der "Anschluss" von 1938 unterbrach jäh die
hoffnungsvolle Karriere. Die Rosés flüchteten nach London, Alma
sorgte auf Konzertreisen in Holland für den Unterhalt der Familie, wo
sie von der deutschen Invasion überrascht wurde. Sie musste in den
Untergrund abtauchen und brachte sich recht und schlecht mit
Auftritten bei privaten Soireen durch. Auf der Flucht in die Schweiz
fiel sie den Nazis in die Hände und wurde nach Auschwitz deportiert.
Im Frauenlager von Birkenau begann Almas letzte Karriere. Aus
musikalischen Laien formierte sie ein Orchester, das morgens und
abends den Arbeitssklavinnen beim Marsch durch das Lagertor
aufspielen musste und rettete so vielen Mitgliedern der Kapelle das
Überleben. Alma Rosé selbst starb am 5. April 1944 an den Folgen
einer Vergiftung. Am letzten Tag ihres Lebens wurde sie noch vom
"Todesengel von Auschwitz", Josef Mengele, observiert.
Aus Anlass des 60. Todestages von Alma Rosé widmet das Jüdische
Museum der exemplarischen Tragik dieser jüdischen Künstlerkarriere
eine Gedächtnisausstellung. An ihrer Wiege stand der Genius Gustav
Mahler, an ihrer Bahre der SS-Arzt Mengele. "Alma Rosé - Vom
Konzertsaal nach Auschwitz" ist von 2. April bis 31. Oktober 2004 im
Jüdischen Museum zu sehen. Die Ausstellung wurde von Joachim Riedl
kuratiert und von Gustav Pichelmann gestaltet. Das Jüdische Museum
Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) ist Sonntag bis Freitag von 10
bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt:
EURO 5/EURO 2,90 ermäßigt. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers
haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung.
Detailinformationen im Internet unter http://www.jmw.at/ .
rk-Fotoservice: http://www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/
(Schluss) sta
OTS0038 2004-04-02/10:00
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK






