• 01.04.2004, 15:26:33
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"Muss ein Kreativer künftig auch Jurist sein?"

euroforum:communication: Werbebranche kritisiert EU-Werberegulierungen - Ruttinger fordert erneuert rasche Abschaffung der Werbesteuer

Wien (PWK 228) - Der zweite Tag des diesjährigen
"euroforum:communication" - Kongresses in Wien begann mit Forderungen
der österreichischen Werbewirtschaft an die EU-Politik und an
Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Konrad Maric, Europäischer Repräsentant des Fachverbands Werbung und
Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich, kritisierte,
dass es allein in Österreich 280 Gesetzesstellen gebe, welche die
Werbung betreffen. "Es stellt sich die Frage: Muss ein Kreativer
künftig auch Jurist sein?", so Maric. Die österreichische
Werbewirtschaft vertraue lieber auf das bewährte Prinzip "Kreativität
und Selbstregulierung". Maric plädierte auch für ein gemeinsames
Vorgehen der europäischen Werbewirtschaft. Nur so ließen sich "die
Grausamkeiten, die von manchen Bürokraten in der EU erstellt werden,
verhindern".

Walter Ruttinger, Bundesobmann des Fachverbands Werbung und
Marktkommunikation, betonte die volkswirtschaftliche Bedeutung der
Werbung. "Wir sind heute die viertgrößte Branche Österreichs mit
14.000 aktiven Mitgliedern in der Wirtschaftskammer", so Ruttinger.
Mit volkswirtschaftlichen Gesamtausgaben für Marketing und Werbung in
Höhe von vier Milliarden Euro betragen die Ausgaben 1,82 Prozent des
BIP. Daher sei die Werbung ein essentieller Wirtschaftszweig. Diesen
gelte es zu fördern, nicht zu behindern. Daher forderte Ruttinger
erneut im Namen seiner Mitglieder die rasche Abschaffung der
Werbesteuer. "Sogar auf Stelleninserate entfallen fünf Prozent
Werbesteuern", kritisiert Ruttinger. Er betonte, dass die
Wirtschaftskammer Österreich in dieser Angelegenheit weiter kämpfen
werde.

Der Umsatz der klassischen Werbung erreichte bei den
Mitgliedsbetrieben des Fachverbands im Vorjahr rund 1,8 Milliarden
Euro, der Below-the-line-Umsatz betrug rund 1,2 Milliarden Euro.

"Österreich kann seine Chancen im neuen Europa nützen", ist Ruttinger
überzeugt. Rund 45 Prozent der Mitgliedsbetriebe habe bereits
Aufträge außerhalb Österreichs, 42 Prozent werden in den neuen
EU-Mitgliedsländern akquirieren. (hp)

OTS0224    2004-04-01/15:26

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