• 31.03.2004, 14:15:55
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Funkhaus Tirol vor Auflösung

Der Vorstand der Tiroler Tageszeitung beendet die so genannte "Tiroler Lösung" der Privatradios.

Innsbruck (OTS) - Wie die Tiroler Nachrichtenillustrierte ECHO in
ihrer am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, steht das
"Funkhaus Tirol" beziehungsweise die "Privatradio Funkhaus Tirol GmbH
& Co OHG" vor der Auflösung.

Ende 2000 hatten sich die Geschäftsführer von sechs Tiroler
Privatradios (die Arabella-Sender Innsbruck, Oberland, Unterland und
Außerfern, Lokalradio Welle 1 und Antenne) zur Gründung des Funkhaus
Tirol entschlossen und mit Beginn 2001 die Führung der operativen
Geschäfte sowie die Aufgabe, Werbeeinschaltungen zu aquirieren, an
die Funkhaus OHG abgegeben.

Hintergrund des Zusammenschlusses waren die teils massiv
verlustträchtig arbeitenden Sendegesellschaften, die seit April 1998
am neuen, freien Radiomarkt konkurrierten, sowie die Tatsache, dass
die Kronenzeitung mit ihrem Hitradio offensiv versuchte, in Tirol
Platz zu fassen. Dies hätte vor allem die, bei der Antenne Tirol
maßgeblich beteiligte Moser Holding (Tiroler Tageszeitung) in
Bedrängnis gebracht und so waren es deren Vorstände, welche die so
genannte "Tiroler Lösung" forcierten.

Im Herbst 2003 erst waren die neuen Räumlichkeiten des Funkhaus
Tirol eingeweiht und mit den Ankündigungen, trotz der schwieriger
gewordenen Rahmenbedingungen, schlagkräftig den Markt zu bearbeiten,
feierlich bezogen worden. Doch in der Februar-Sitzung des
Funkhaus-Syndikates, in dem die einzelnen Sender durch ihre
Gesellschafter vertreten sind, flogen sprichwörtlich "die Fetzen". Um
weiter arbeiten zu können, hätte die Funkhaus OHG einer Finanzspritze
durch die Syndikatsmitglieder bedurft, doch TT-Vorstand Hermann Petz,
der diese Sitzung leitete, kündigte an, dass die Moser Holding AG
nicht mehr bereit sei, Kapital einzusetzen. Damit löste er einen
Streit aus, der, Insiderberichten zufolge, nicht mehr zu schlichten
war. Einzelne Syndikatsmitglieder haben die Sitzung sogar aus Protest
verlassen. Von Klagen war anschließend die Rede, doch wird derzeit
davon gesprochen, dass die einzelnen Sender, deren Lizenzen durch das
Konstrukt gefährdet waren und sind, ausbezahlt und in die
Selbstständigkeit entlassen werden. Mehr oder weniger zeitgleich
werde das Funkhaus Tirol "friedlich" aufgelöst und ein euphorisch
begonnenes Kapitel Tiroler Privatradio-Geschichte traurig beendet.

OTS0238    2004-03-31/14:15

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ECH

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