- 31.03.2004, 11:55:55
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Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung
Seit 27. Februar als staatlich anerkannte Prüfstelle - Meilenstein für den Tierschutz - Sicherheit für den bewussten Konsumenten
Wien (OTS) - Mit Ende Februar wurde mittels Bundesgesetzblatt /
97. Verordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit
positiv über die Akkreditierung der Kontrollstelle für artgemäße
Nutztierhaltung nach EN 45011 (Produktzertifizierung) entschieden.
Die Kontrollstelle mit Sitz in Bruck an der Mur ist damit als Stelle,
die Produkte aus artgerechter Haltung in Zusammenhang mit
Legehennenhaltung (tierschutzgeprüfte Freilandhaltung und
tierschutzgeprüfte Bodenhaltung) zertifiziert, akkreditiert.
1,8 Millionen Legehennen in Boden- und Freilandhaltung werden
kontrolliert
Für den österreichischen Tierschutz bedeutet die Akkreditierung
der Kontrollstelle einen wichtigen Schritt im Sinne der artgerechten
Tierhaltung. Denn erstmals kann nun flächendeckend auf anerkannter
Basis Tierschutz betrieben und die strengen Richtlinien im Sinne des
Artenschutzes für die gesamte Alternativeierproduktion in Österreich
angewandt werden. Basis für die Bewertung eines Betriebes
hinsichtlich der Zertifizierung für tierschutzgeprüfte
Freilandhaltung bzw. tierschutzgeprüfte Bodenhaltung ist der
sogenannte TGI (Tiergerechtigkeitsindex). Dieser beruht auf von
Fachleuten entwickelten Kriterien rund um artgerechte Hühnerhaltung
und stellt ein objektives Instrument zur Beurteilung der
Tiergerechtheit von Tierhaltungen bzw. Haltungssystemen dar.
Strenge 3 stufige Kontrolle bei Produzent - Zwischenhändlern -
Lebensmittelhandel
Die geschützte Marke "Tierschutz geprüft" gibt Gewissheit darüber,
dass strenge Richtlinien rund um die artgemäße Tierhaltung Verwendung
finden. Die Kontrollinstanzen sind ebenso streng angelegt und
erstrecken sich über den landwirtschaftlichen Betrieb, über die
Zwischenhändler und Logistikzentren bis in den Handel.
Die Prüfzeichen der Kontrollstelle werden ausschließlich für Eier
aus Freiland- und Bodenhaltung vergeben, bei denen die strengen
Anforderungen lückenlos auf den Höfen (Produzentenkontrolle), bei den
Packstellen (Warenflusskontrolle, hinsichtlich der Plausibilität der
Anzahl der verkauften Eier pro Hof) und im Handel
(UV-Lampenkontrolle) überprüft werden. Die Kontrollen der
Zwischenhändler (Warenflusskontrolle) erfolgen mindestens viermal
jährlich, die UV-Lampenkontrollen stichprobenartig zumindest
wöchentlich.
2004: 170 Millionen Eier mit Siegel "Tierschutz geprüft" in
Österreich
Das Gesamtvolumen der Kontrolle umfasst rund 700 Bauern mit ca.
1.400 Stallungen und 1,8 Millionen Hennen. Davon sind von der
Kontrollstelle 780 Stallungen mit 765.000 Hennen im Bereich der
Freilandhaltung sowie 115 Stallungen mit 158.000 Hennen für die
Bodenhaltung als tierschutzgeprüfte Betriebe in Österreich
zertifiziert.
Hans Herwig Predl, Geschäftsführer der Kontrollstelle für
artgemäße Nutztierhaltung, freut sich über den Erfolg und die guten
Ergebnisse der letzten Kontrollen: "Seit unserer Gründung 1995
konnten wir erreichen, dass mittlerweile 52 % aller Eier der
österreichischen Alternativeierproduktion den Auflagen gemäß
Prüfsystematik "Tierschutz geprüft" entsprechen. Durch die lückenlose
Kontrolle über den gesamten Produktionskreislauf bis hin zum
Konsumenten können wir die Sicherheit geben, dass wo "Tierschutz
geprüft" draufsteht, auch Tierschutz drinnen steckt - bzw. Tiere
artgemäß entsprechend den Kriterien für Freilandhaltung oder
Bodenhaltung leben. Das betrifft in Österreich für 2004 für die
gesamte Alternativeierproduktion in etwa 345 Millionen Eier."
"Mit dem Gütesiegel konnten wir ein Exempel statuieren", zeigt
sich Lucie Loubè Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins sehr
zufrieden. Und Loubè weiter: "Immer mehr kritische Konsumenten sind
bereit, Lebensmittel aus tiergerechter Tierhaltung zu kaufen.
Voraussetzung ist, dass sie die Gewähr haben, authentische Produkte
mit wirklich hoher Qualität zu bekommen. Und diese Qualität bedeutet:
gesunde, sichere Lebensmittel von Tieren, die fair behandelt wurden
und ein tiergerechtes Leben leben durften, von Bauern gehalten, die
fair entlohnt wurden und einen sicheren Absatzmarkt vorfinden. Ich
bin überzeugt, dass wir den eingeschlagenen Weg mit
"Tierschutzgeprüften" Lebensmitteln konsequent weiter verfolgen
müssen und als Tierschützer auch weiterhin einen wichtigen Beitrag
leisten können."
Zukunft: Tierschutzgeprüfte Mast bei Hühnern, Schweinen und
Rindern
Die Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung ist bestrebt,
ihre Aktivitäten auch in andere Nutztierbereiche alternativer
Produktion auszuweiten. Derzeit werden neben der Legehennenhaltung in
Kooperation mit Ja! Natürlich auch etwa 40.000 Bio-Masthühner
"Tierschutz geprüft" kontrolliert. Die Umsetzung der Prüfsystematik
und somit auch Akkreditierung bei Rind und Schwein ist visionär als
zukünftiges Projekt angedacht.
Helmut Dungler, Geschäftsführer von Vier Pfoten international:
"Wir wollen erreichen, dass die Kontrollstelle im Sinne der
artgerechten Haltung von Tieren, als unabhängige Prüfinstanz von
Hühnermast, Mastschweinehaltung und Rinder- und Kälbermast anerkannt
wird und hoffen, dass wir dieses Ziel bald erreichen."
Aufgrund des Interesses verschiedener Produzenten bzw.
Produktions- und Vermarktungsgemeinschaften wurden hier bereits
entsprechende Richtlinien, gemeinsam mit namhaften österreichischen
Nutztierethnologen durch die Kontrollstelle erarbeitet und
veröffentlicht.
OTS0130 2004-03-31/11:55
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