- 31.03.2004, 10:34:59
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Csörgits: Stellungnahme der Frauenministerin zu Unisex-Tarifen ausständig
ÖGB-Frauen fordern Zustimmung Österreichs zur EU-Richtlinie
Wien (ÖGB) - Das EU-Parlament hat sich gestern mit deutlicher
Mehrheit dafür ausgesprochen, dass Männer und Frauen in Zukunft bei
privaten Versicherungen die gleichen Prämien zahlen sollen. Damit die
"Unisex-Richtlinie" in Kraft tritt, muss sie aber noch im
EU-Ministerrat einstimmig beschlossen werden. ÖGB-Frauenvorsitzende
und Vizepräsidentin Renate Csörgits fordert Frauenministerin
Rauch-Kallat auf, endlich - im Sinne der Frauen - zu der geplanten
Unisex-Richtlinie Stellung zu beziehen. "Geschlechtsgebundene Tarife
sind diskriminierend. Von einer Frauenministerin erwarte ich mir
deshalb, dass sie für die Gleichstellung der Frauen kämpft", sagt
Csörgits.++++
"Die Gleichbehandlung der Frauen ist ein Grundrecht, dem die
Gestaltungsfreiheit der Versicherungen bei den Prämien unterzuordnen
ist", so die ÖGB-Frauenvorsitzende weiter. Es gehe nicht an, dass
Frauen bei privaten Krankenversicherungen um bis zu 50 Prozent höhere
Prämien bezahlen müssten. Auch ein "Schwangerschaftszuschlag" für
Frauen, wie ihn bisher viele private Krankenversicherungen einheben,
sei nach dem Richtlinien-Entwurf nicht mehr zulässig. Dasselbe gelte
für geschlechtsgebundene Tarife bei anderen Versicherungen, etwa bei
Lebens- und privaten Pensionsversicherungen.
"Bis zur Abstimmung im EU-Ministerrat am 6. Juni ist noch etwas
Zeit. Ich fordere Frauenministerin Rauch-Kallat auf, die Zeit zu
nützen und sich auf die Seite der Frauen zu stellen", erklärt
Csörgits. Es sei Aufgabe der Frauenministerin, auf den Wirtschafts-
und Finanzminister einzuwirken, damit Österreich beim Ministerrat in
Brüssel die richtige Entscheidung treffe: Für die Gleichstellung der
Frauen und damit für den Beschluss der "Unisex-Richtlinie". (mfr)
ÖGB, 31. März
2004
Nr. 218
OTS0071 2004-03-31/10:34
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