• 30.03.2004, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Herbststürme" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 31.03.2004

Wien (OTS) - Der Landeshauptmann von Kärnten hat gestern Jörg
Haider geheißen und er wird auch morgen Jörg Haider heißen. Seine
Wiederwahl in der heutigen Landtagssitzung steht außer Frage, und das
ist angesichts seines überzeugenden Wahlsiegs auch kein Fehler.
Insgesamt aber wird in der österreichischen Innenpolitik genau wegen
dieser Wahl kein Stein auf dem anderen bleiben: Haider ist jetzt
wieder der unumstrittene Chef in der FPÖ. Er wird das nützen, um
erstens Wolfgang Schüssel nach Kräften zu ärgern und um zweitens die
freiheitliche Regierungsmannschaft nach seinem Belieben
umzugestalten.
Zittern müssen aber nicht nur die "schwachen" FP-Minister und
Staatssekretäre. Auch der Sessel von SP-Chef Gusenbauer wackelt
gewaltig. Sein Zick-Zack-Kurs rund um den blau-roten Koalitionspakt
in Kärnten hat ihn den letzten Rest an Autorität gekostet. Er gilt
parteiintern ebenso zum Abschuss freigegeben wie Herbert Haupt in der
FPÖ oder Karl-Heinz Grasser in der ÖVP.
Bis zu den EU-Wahlen am 13. Juni wird wohl nichts passieren.
Spätestens nach den Parteitagen von SPÖ und FPÖ im Herbst werden wir
uns aber an etliche neue Gesichter in der Innenpolitik gewöhnen
müssen. Schuld an all den Turbulenzen ist wieder einmal Jörg Haider.
Angesichts der schwachen Vorstellung der zur Ablöse anstehenden
Politiker muss man ihm für die zu erwartenden Herbststürme sogar
dankbar sein.

OTS0237    2004-03-30/17:00

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