Boehringer Ingelheim wächst erneut stärker als der Markt

Weltweit hohe Zahl neuer Mitarbeiter - Neue Produkte mit großem Potenzial

Ingelheim/Wien (OTS) - Boehringer Ingelheim wuchs 2003 weltweit erneut schneller als der Pharmamarkt. Dies teilte das internationale Pharmaunternehmen auf seiner Jahrespressekonferenz in Ingelheim mit.

Dr. Alessandro Banchi, Sprecher der Unternehmensleitung und verantwortlich für die Bereiche Pharma-Marketing und Vertrieb, bewertete die Geschäftsentwicklung als dynamisch und positiv. Banchi verwies darauf, dass Boehringer Ingelheim gemessen am Marktwachstum unter den 20 großen internationalen Pharmafirmen im vergangenen Jahr an sechster Stelle lag. Nach Berechnungen des Pharma-Marktforschungsinstitutes IMS, Fairfield/USA, die sich im Wesentlichen auf verschreibungspflichtige Medikamente beziehen, betrug das Wachstum von Boehringer Ingelheim 12,1 Prozent, während das durchschnittliche Marktwachstum bei 9 Prozent lag. Auf dem wichtigsten Markt, dem US-amerikanischen, konnte Boehringer Ingelheim nach IMS überaus erfolgreich um 16,1 Prozent zulegen (Marktdurchschnitt 11,1 Prozent), in Europa um 12 Prozent (Markt = 8,1 Prozent) und in der Region Asien/Australien/Afrika um 5,2 Prozent (Markt = 4,9 Prozent). In Deutschland betrug das Wachstum 9 Prozent und lag damit um 0,5 Prozentpunkte über Markt.

Positiver Ausblick bei Umsatz und Ergebnis

Prof. Dr. Marbod Muff, in der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Personal, gab einen positiven Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Zwar sanken die Erlöse 2003 um 2,6 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro (2002 = 7,6 Milliarden Euro) und das Betriebsergebnis sogar um 16,7 Prozent auf 901 Millionen (Vorjahr 1,08 Milliarden). Ursache hierfür waren neben dem starken Euro vor allem geplante Investitionen in die Zukunft : Der starke Aufbau unseres Personals im Außendienst und in der Produktion sowie Aufwendungen für wichtige neue Produkte wie Spiriva und Duloxetine. Währungskursbereinigt, das heißt in der Währung seiner lokalen Märkte, ist Boehringer Ingelheim dagegen insgesamt um 7,8 Prozent gewachsen. Das Ergebnis nach Steuern fiel mit 537 Millionen Euro nur unwesentlich schwächer aus als im Vorjahr (551 Millionen).

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit Umsatzsteigerungen in lokaler Währung von über 10 Prozent. Muff nannte die "geplante Ergebnisverringerung" auch für 2004 eine Folge weiterer hoher Vorlaufinvestitionen für das zukünftige Wachstum von Boehringer Ingelheim, doch zeige die mittelfristige Planung eine wieder "nachhaltig steigende Ertragskraft" und damit eine Fortsetzung der dynamischen Ergebnisentwicklung der letzten Jahre. Auch sei es Boehringer Ingelheim im vergangenen Jahr wieder gelungen, den Unternehmenswert deutlich zu steigern.

Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich 2003 klar erhöht. Weltweit wuchs sie um 7,5 Prozent auf gut 34.200. Das bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahr von knapp 2.500. Davon entfielen etwa 600 auf Deutschland (nunmehr ca. 9.900). Dies lag in Deutschland weniger am Marktumfeld, das von Boehringer Ingelheim als nicht gerade innovations- und investitionsfreundlich bezeichnet wurde, als vielmehr an neuen Produkten wie SPRIVA(R) oder MICARDIS(R)plus sowie am Ausbau der biotechnischen Produktion in Biberach, in die Boehringer Ingelheim 255 Millionen Euro investiert hat und durch den gut 400 neue Arbeitsplätzen geschaffen wurden. Die Biopharmazie gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Geschäftssegmenten des Unternehmens.

Neue Produkte sichern zukünftige Umsätze

Der Anteil der Patent geschützten Produkte am Portfolio von Boehringer Ingelheim wächst weiter. Betrug er Ende der 90er Jahre noch unter 30 Prozent, so lag er 2003 bei 44 Prozent. Bereits im nächsten Jahr soll er auf über 50 Prozent steigen. Es sind insbesondere neue Produkte wie SPIRIVA(R) oder MICARDIS(R), die ihr Umsatzpotenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Dr. Banchi bezeichnete daher die Lage von Boehringer Ingelheim als "sehr zufriedenstellend".

Zwar ging der Aufwand für Forschung, Entwicklung und Medizin im vergangenen Jahr um etwa 10 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro zurück, doch spielte auch hier die Währungskomponente eine wichtige Rolle. Beziehe man den F+E-Aufwand auf das Geschäftssegment verschreibungspflichtige F+Medikamente, für das er ganz wesentlich getätigt wird, so Banchi, habe die F&E-Quote auch weiterhin mehr als 20 Prozent an den Erlösen betragen. Banchi nannte Boehringer Ingelheim ein "forschungsgetriebenes Unternehmen", bei dem die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte für die Patienten im Mittelpunkt stehe.

Umsatzstärkstes Medikament war 2003 wiederum ALNA(R) (Tamsolusin), ein Mittel gegen die gutartige Prostatavergrößerung, das um mehr als 16 Prozent auf 880 Millionen Euro wuchs (2002 = 756 Millionen). Der selektive Alpha-1-Rezeptor Antagonist ist Marktführer in den USA und besitzt nach Ansicht des Unternehmens weiteren Umsatzspielraum nach oben.

Starke Hoffnungen setzt Boehringer Ingelheim auf SPIRIVA(R), ein Medikament gegen die chronisch obstruktive Lungenkrankheit COPD, von der zur Zeit weltweit schätzungsweise 600 Millionen Menschen betroffen sind und von der man annimmt, dass sie bereits 2020 die dritthäufigste Todesursache sein wird. SPIRIVA(R), von Boehringer Ingelheim erforscht und entwickelt und weltweit gemeinsam mit Pfizer vermarktet, hat im vergangenen Jahr Erlöse von 240 Millionen Euro erzielt. Nach der Markteinführungen in den USA und Japan, die 2004 erfolgen sollen, rechnet Boehringer Ingelheim damit, dass SPIRIVA(R) bereits 2005 das erste Blockbuster-Präparat (mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz) des Unternehmens sein wird.

Auch MICARDIS(R) (Telmisartan), ein Mittel gegen Bluthochdruck, wird Blockbuster-Potenzial zugetraut. Im großen ONTARGET-Studienprogramm, in das bereits etwa 31.000 Patienten aufgenommen wurden, soll nachgewiesen werden, dass MICARDIS(R) Organe wie Gehirn, Herz oder Niere schützen kann. Der Umsatz des Angiotensin-II-Blockers stieg im vergangenen Jahr steil um 36 Prozent auf gut 470 Millionen Euro (2002 = knapp 350 Millionen). Weiteres Entwicklungspotenzial wird auch dem Parkinson-Medikament SIFROL(R) (Pramipexol) zugetraut, einem Dopamin-Antagonisten, der auch für neue Indikationen zugelassen werde soll, darunter das Restless Legs Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine). Pipeline-Produkte, die sich in fortgeschrittenem Entwicklungsstadium befinden, sind das Anti-AIDS-Medikament von Boehringer Ingelheim, Tipranavir, ein Protease-Hemmer, dessen Stärke in der Bekämpfung therapieresistenter HIV-Stämme liegt, sowie das von Eli Lilly entwickelten Präparat Duloxetine. Tipranavir soll 2005/2006 auf den Markt kommen.

Duloxetine befindet sich für zwei Indikationen bereits in der Registrierung. Die eine ist die sogenannten Belastungsinkontinenz, die sich meist als Folge einer Schwangerschaft einstellt, und unter der schätzungsweise fast jede zehnte Frau leidet. An Depression, der zweiten Indikation, sind weltweit mehr als 120 Millionen Menschen erkrankt. Eli Lilly und Boehringer Ingelheim wollen das Medikament gemeinsam vermarkten. Die Einführung ist für beide Indikationen 2004/2005 geplant.

"Es ist der Mensch, der den Unterschied macht"

Prof. Muff wies darauf hin, dass die schönsten und besten Geschäftsideen und Produktportfolios ein erfolgreiches Bestehen im Wettbewerb nur dann garantieren, "wenn sie von einer soliden, flexiblen und kraftvollen Finanzausstattung des Unternehmens begleitet werden".

Die Liquiditätsreserven sind im vergangenen Jahr um ca. 30 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro angestiegen. Das langfristig verfügbare Konzernkapital (Eigenkapital und Pensionsrückstellungen) beträgt über 60 Prozent. Boehringer Ingelheim, so Muffs Bilanz, stehe auf einem "sehr soliden geschäftlichen und finanziellen Fundament".

Die "Quelle des Erfolges" aber seien die Mitarbeiter des Unternehmens. Muff verwies auf die Bedeutung der in Zielen, Werten und Führungsgrundsätzen beschriebenen und so auch gelebten Unternehmenskultur bei Boehringer Ingelheim und die Attraktivität des Unternehmens bei seinen Mitarbeitern. Mitarbeiterbefragungen durch externe Institute hätten in vielen Ländern zu hervorragenden Platzierungen geführt. Jüngstes Beispiel sei die Umfrage zur Ermittlung von "Deutschlands bestem Arbeitgeber 2004" des Wirtschaftsmagazins Capital, bei der Boehringer Ingelheim als bester Arbeitsgeber (in der Klasse der Unternehmen über 5000 Beschäftigte) gekürt wurde. Muffs Fazit: "Es ist der Mensch, der den Unterschied macht".

Ab 30. März, 11:00 Uhr, sind folgende Links über die Homepage des Unternehmens verfügbar:

Presseaussendung: http://www.boehringer-ingelheim.de/pressemitteilung

Pressemappe: http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz

Fotos: http://www.boehringer-ingelheim.de/fotogalerie

Unternehmensbericht 03:
http://www.boehringer-ingelheim.de/unternehmensbericht

Boehringer Ingelheim Corp.:
http://www.boehringer-ingelheim.com/fin_highlights

2003 Financial Highlights

online verfügbar ab 16.00 Uhr (MEZ) am 30. März 2004

Auf Anfrage Video webcast einschließlich Folien
http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz

online verfügbar ab 19.00 Uhr (MEZ) am 30. März 2004

"Highlights" der Jahrespressekonferenz (Dauer ca. 3 Minuten)
http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz

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Boehringer Ingelheim Austria GembH
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