- 30.03.2004, 11:30:32
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Boehringer Ingelheim wächst erneut stärker als der Markt
Weltweit hohe Zahl neuer Mitarbeiter - Neue Produkte mit großem Potenzial
Ingelheim/Wien (OTS) - Boehringer Ingelheim wuchs 2003 weltweit
erneut schneller als der Pharmamarkt. Dies teilte das internationale
Pharmaunternehmen auf seiner Jahrespressekonferenz in Ingelheim mit.
Dr. Alessandro Banchi, Sprecher der Unternehmensleitung und
verantwortlich für die Bereiche Pharma-Marketing und Vertrieb,
bewertete die Geschäftsentwicklung als dynamisch und positiv. Banchi
verwies darauf, dass Boehringer Ingelheim gemessen am Marktwachstum
unter den 20 großen internationalen Pharmafirmen im vergangenen Jahr
an sechster Stelle lag. Nach Berechnungen des
Pharma-Marktforschungsinstitutes IMS, Fairfield/USA, die sich im
Wesentlichen auf verschreibungspflichtige Medikamente beziehen,
betrug das Wachstum von Boehringer Ingelheim 12,1 Prozent, während
das durchschnittliche Marktwachstum bei 9 Prozent lag. Auf dem
wichtigsten Markt, dem US-amerikanischen, konnte Boehringer Ingelheim
nach IMS überaus erfolgreich um 16,1 Prozent zulegen
(Marktdurchschnitt 11,1 Prozent), in Europa um 12 Prozent (Markt =
8,1 Prozent) und in der Region Asien/Australien/Afrika um 5,2 Prozent
(Markt = 4,9 Prozent). In Deutschland betrug das Wachstum 9 Prozent
und lag damit um 0,5 Prozentpunkte über Markt.
Positiver Ausblick bei Umsatz und Ergebnis
Prof. Dr. Marbod Muff, in der Unternehmensleitung von Boehringer
Ingelheim verantwortlich für die Bereiche Finanzen und Personal, gab
einen positiven Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des
Unternehmens.
Zwar sanken die Erlöse 2003 um 2,6 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro
(2002 = 7,6 Milliarden Euro) und das Betriebsergebnis sogar um 16,7
Prozent auf 901 Millionen (Vorjahr 1,08 Milliarden). Ursache hierfür
waren neben dem starken Euro vor allem geplante Investitionen in die
Zukunft : Der starke Aufbau unseres Personals im Außendienst und in
der Produktion sowie Aufwendungen für wichtige neue Produkte wie
Spiriva und Duloxetine. Währungskursbereinigt, das heißt in der
Währung seiner lokalen Märkte, ist Boehringer Ingelheim dagegen
insgesamt um 7,8 Prozent gewachsen. Das Ergebnis nach Steuern fiel
mit 537 Millionen Euro nur unwesentlich schwächer aus als im Vorjahr
(551 Millionen).
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit
Umsatzsteigerungen in lokaler Währung von über 10 Prozent. Muff
nannte die "geplante Ergebnisverringerung" auch für 2004 eine Folge
weiterer hoher Vorlaufinvestitionen für das zukünftige Wachstum von
Boehringer Ingelheim, doch zeige die mittelfristige Planung eine
wieder "nachhaltig steigende Ertragskraft" und damit eine Fortsetzung
der dynamischen Ergebnisentwicklung der letzten Jahre. Auch sei es
Boehringer Ingelheim im vergangenen Jahr wieder gelungen, den
Unternehmenswert deutlich zu steigern.
Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich 2003 klar erhöht. Weltweit
wuchs sie um 7,5 Prozent auf gut 34.200. Das bedeutet ein Plus
gegenüber dem Vorjahr von knapp 2.500. Davon entfielen etwa 600 auf
Deutschland (nunmehr ca. 9.900). Dies lag in Deutschland weniger am
Marktumfeld, das von Boehringer Ingelheim als nicht gerade
innovations- und investitionsfreundlich bezeichnet wurde, als
vielmehr an neuen Produkten wie SPRIVA(R) oder MICARDIS(R)plus sowie
am Ausbau der biotechnischen Produktion in Biberach, in die
Boehringer Ingelheim 255 Millionen Euro investiert hat und durch den
gut 400 neue Arbeitsplätzen geschaffen wurden. Die Biopharmazie
gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Geschäftssegmenten des
Unternehmens.
Neue Produkte sichern zukünftige Umsätze
Der Anteil der Patent geschützten Produkte am Portfolio von
Boehringer Ingelheim wächst weiter. Betrug er Ende der 90er Jahre
noch unter 30 Prozent, so lag er 2003 bei 44 Prozent. Bereits im
nächsten Jahr soll er auf über 50 Prozent steigen. Es sind
insbesondere neue Produkte wie SPIRIVA(R) oder MICARDIS(R), die ihr
Umsatzpotenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Dr. Banchi bezeichnete
daher die Lage von Boehringer Ingelheim als "sehr zufriedenstellend".
Zwar ging der Aufwand für Forschung, Entwicklung und Medizin im
vergangenen Jahr um etwa 10 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro
zurück, doch spielte auch hier die Währungskomponente eine wichtige
Rolle. Beziehe man den F+E-Aufwand auf das Geschäftssegment
verschreibungspflichtige F+Medikamente, für das er ganz wesentlich
getätigt wird, so Banchi, habe die F&E-Quote auch weiterhin mehr als
20 Prozent an den Erlösen betragen. Banchi nannte Boehringer
Ingelheim ein "forschungsgetriebenes Unternehmen", bei dem die
Erforschung und Entwicklung neuer Produkte für die Patienten im
Mittelpunkt stehe.
Umsatzstärkstes Medikament war 2003 wiederum ALNA(R) (Tamsolusin),
ein Mittel gegen die gutartige Prostatavergrößerung, das um mehr als
16 Prozent auf 880 Millionen Euro wuchs (2002 = 756 Millionen). Der
selektive Alpha-1-Rezeptor Antagonist ist Marktführer in den USA und
besitzt nach Ansicht des Unternehmens weiteren Umsatzspielraum nach
oben.
Starke Hoffnungen setzt Boehringer Ingelheim auf SPIRIVA(R), ein
Medikament gegen die chronisch obstruktive Lungenkrankheit COPD, von
der zur Zeit weltweit schätzungsweise 600 Millionen Menschen
betroffen sind und von der man annimmt, dass sie bereits 2020 die
dritthäufigste Todesursache sein wird. SPIRIVA(R), von Boehringer
Ingelheim erforscht und entwickelt und weltweit gemeinsam mit Pfizer
vermarktet, hat im vergangenen Jahr Erlöse von 240 Millionen Euro
erzielt. Nach der Markteinführungen in den USA und Japan, die 2004
erfolgen sollen, rechnet Boehringer Ingelheim damit, dass SPIRIVA(R)
bereits 2005 das erste Blockbuster-Präparat (mehr als eine Milliarde
US-Dollar Umsatz) des Unternehmens sein wird.
Auch MICARDIS(R) (Telmisartan), ein Mittel gegen Bluthochdruck,
wird Blockbuster-Potenzial zugetraut. Im großen
ONTARGET-Studienprogramm, in das bereits etwa 31.000 Patienten
aufgenommen wurden, soll nachgewiesen werden, dass MICARDIS(R) Organe
wie Gehirn, Herz oder Niere schützen kann. Der Umsatz des
Angiotensin-II-Blockers stieg im vergangenen Jahr steil um 36 Prozent
auf gut 470 Millionen Euro (2002 = knapp 350 Millionen). Weiteres
Entwicklungspotenzial wird auch dem Parkinson-Medikament SIFROL(R)
(Pramipexol) zugetraut, einem Dopamin-Antagonisten, der auch für
neue Indikationen zugelassen werde soll, darunter das Restless Legs
Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine). Pipeline-Produkte, die sich in
fortgeschrittenem Entwicklungsstadium befinden, sind das
Anti-AIDS-Medikament von Boehringer Ingelheim, Tipranavir, ein
Protease-Hemmer, dessen Stärke in der Bekämpfung therapieresistenter
HIV-Stämme liegt, sowie das von Eli Lilly entwickelten Präparat
Duloxetine. Tipranavir soll 2005/2006 auf den Markt kommen.
Duloxetine befindet sich für zwei Indikationen bereits in der
Registrierung. Die eine ist die sogenannten Belastungsinkontinenz,
die sich meist als Folge einer Schwangerschaft einstellt, und unter
der schätzungsweise fast jede zehnte Frau leidet. An Depression, der
zweiten Indikation, sind weltweit mehr als 120 Millionen Menschen
erkrankt. Eli Lilly und Boehringer Ingelheim wollen das Medikament
gemeinsam vermarkten. Die Einführung ist für beide Indikationen
2004/2005 geplant.
"Es ist der Mensch, der den Unterschied macht"
Prof. Muff wies darauf hin, dass die schönsten und besten
Geschäftsideen und Produktportfolios ein erfolgreiches Bestehen im
Wettbewerb nur dann garantieren, "wenn sie von einer soliden,
flexiblen und kraftvollen Finanzausstattung des Unternehmens
begleitet werden".
Die Liquiditätsreserven sind im vergangenen Jahr um ca. 30 Prozent
auf 3,5 Milliarden Euro angestiegen. Das langfristig verfügbare
Konzernkapital (Eigenkapital und Pensionsrückstellungen) beträgt über
60 Prozent. Boehringer Ingelheim, so Muffs Bilanz, stehe auf einem
"sehr soliden geschäftlichen und finanziellen Fundament".
Die "Quelle des Erfolges" aber seien die Mitarbeiter des
Unternehmens. Muff verwies auf die Bedeutung der in Zielen, Werten
und Führungsgrundsätzen beschriebenen und so auch gelebten
Unternehmenskultur bei Boehringer Ingelheim und die Attraktivität des
Unternehmens bei seinen Mitarbeitern. Mitarbeiterbefragungen durch
externe Institute hätten in vielen Ländern zu hervorragenden
Platzierungen geführt. Jüngstes Beispiel sei die Umfrage zur
Ermittlung von "Deutschlands bestem Arbeitgeber 2004" des
Wirtschaftsmagazins Capital, bei der Boehringer Ingelheim als bester
Arbeitsgeber (in der Klasse der Unternehmen über 5000 Beschäftigte)
gekürt wurde. Muffs Fazit: "Es ist der Mensch, der den Unterschied
macht".
Ab 30. März, 11:00 Uhr, sind folgende Links über die Homepage des
Unternehmens verfügbar:
Presseaussendung: http://www.boehringer-ingelheim.de/pressemitteilung
Pressemappe: http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz
Fotos: http://www.boehringer-ingelheim.de/fotogalerie
Unternehmensbericht 03:
http://www.boehringer-ingelheim.de/unternehmensbericht
Boehringer Ingelheim Corp.:
http://www.boehringer-ingelheim.com/fin_highlights
2003 Financial Highlights
online verfügbar ab 16.00 Uhr (MEZ) am 30. März 2004
Auf Anfrage Video webcast einschließlich Folien
http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz
online verfügbar ab 19.00 Uhr (MEZ) am 30. März 2004
"Highlights" der Jahrespressekonferenz (Dauer ca. 3 Minuten)
http://www.boehringer-ingelheim.de/jahrespressekonferenz
OTS0094 2004-03-30/11:30
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