Muttonen präsentiert "Architekturprogramm für Österreich"

Wien (SK) Ein sieben Punkte umfassendes Architekturprogramm
für eine bessere Baukultur präsentierte SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen Dienstag anlässlich der Enquete "Architekturpolitik und Baukultur in Österreich". Muttonen spricht sich dabei für klare und mutige Vorgaben von öffentlichen Bauherrn, für eine qualifizierte Beratung durch die Einrichtung eines Architekturrates und die Entwicklung eines Architekturleitbildes, für eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit für zeitgenössische Architektur und eine Förderung der Wettbewerbskultur aus. Gesetzliche Rahmenbedingungen sollten Architektur ermöglichen und nicht verhindern, und mit Architekturpreisen solle künftig zugleich auch eine Bauaufgabe verbunden sein. ****

Die SPÖ-Kultursprecherin wies am Rande der Enquete darauf hin, dass es zu einer engagierteren Architekturpolitik kommen müsse. Der Bund habe die Aufgabe, v.a. jene Institutionen und Veranstaltungen zu fördern, die sich um eine innovative Architekturpolitik bemühen - "Ziel sollte es sein, Öffentlichkeit für avancierte Architektur zu schaffen". Für bedauerlich hält Muttonen, dass die Mittel der Kunstsektion für Architektur von der Regierung gekürzt wurden. Ein jährlicher Lagebericht zur Baukultur an das Parlament wäre ein weiterer Schritt zur Schaffung eines kontinuierlichen Diskussionsprozesses.

In die Aufgabenbeschreibung von öffentlichen Bauherrn sollte neben den wirtschaftlichen und funktionellen Kriterien auch die Förderung der Baukultur, der architektonischen Qualität und der Wettbewerbskultur als Ziele aufgenommen werden. Eine professionelle Informations- und Kommunikationspolitik im Vorfeld großer Bauvorhaben als auch begleitend und nach deren Fertigstellung sollte integrativer Bestandteil der Architekturpolitik sein, so Muttonens zweite Forderung.

Um eine zeitgemäße, qualitativ hochwertige Architektur und Planungskultur für die Bautätigkeit des Bundes zu gewährleisten, tritt die SPÖ drittens für die Einrichtung eines "Architekturrates" ein. Seine Aufgabe wäre es u.a., qualitätsorientierte Langzeitstrategien zu entwickeln und ein Architekturleitbild für den öffentlichen Auftraggeber zu erstellen.

"Gesetzliche Rahmenbedingungen sollten Architektur ermöglichen, nicht verhindern", so Muttonen, die betonte, dass viertens das Ziel eine länderübergreifende Harmonisierung der gesetzlichen Regelungen und eine Vereinfachung der Verfahren sein sollte. Fünftens strebe die SPÖ eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit für zeitgenössische Architektur an.

Eine weitere wichtige Forderung, die sechste, betrifft die Förderung der Wettbewerbskultur. Die SPÖ schlägt dafür die Entwicklung eines Leitfadens für die Abhaltung von Wettbewerben vor. Zusätzlich könnte der Bund die Organisation von Wettbewerben durch nicht-öffentliche Bauträger (private - und Non-Profit-Bauträger) mitfinanzieren. Die Vergabe könnte über den Architekturbeirat des Bundeskanzleramtes erfolgen.

Als abschließenden siebenten Punkt des "Architekturprogramms für Österreich" wird die Einrichtung von Architekturpreisen, die mit einer adäquaten Bauaufgabe oder zumindest mit Einladungen zu Gutachterverfahren und Wettbewerben verbunden sind, vorgeschlagen. "Um das Bewusstsein für die Bedeutung zeitgenössischer Architektur und Baukultur zu stärken, braucht es eine engagiertere Architekturpolitik", so Muttonen abschließend. (Schluss) cs

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