WWF: Offener Brief an BM Pröll/Walddialog

Wien (OTS) - Anläßlich der Sitzung des heutigen "Walddialoges" bittet der WWF um Veröffentlichung des folgenden offenen Briefes. Im Anhang finden Sie ein Foto des WWF Waldexperten DI Gerald Steindlegger mit einem Memo im übergroßen "post It"-Format. Dieses wird heute an den Minister übergeben. Es soll ihn an die Mitverantwortung Österreichs für die weltweite Urwaldzerstörung erinnern.

Offener Brief an Bundesminister Pröll

Sehr geehrter Herr Bundesminister Pröll,
Geschätztes Walddialogteam,

der vom Umweltministerium veröffentlichte Newsletter zum Österreichischen Walddialog vom 26.3.04 kann leider nicht unkommentiert stehen bleiben. Aus Sicht des WWF kam es bisher keinesfalls, wie "stolz" von Vertretern der Forstsektion des Lebensministeriums verkündet, zu

- einer Findung eines weitgehenden Konsens über den Ist-Zustand

des Waldes und zu einer Herstellung und Festschreibung der damit verbundenen Probleme

- einer gemeinsamen Position und einer Grundlage für weitere Zusammenarbeit in so schwierigen Themen wie Biodiversität imWald und Schutz vor Luftschadstoffen

- Ergebnissen aus den drei Modulsitzungen, die nun als Grundlage zur Diskussion und weiteren Beschlussfassung am Runden Tisch am 30.03. 2004 herangezogen werden können.

Vielmehr blieben wesentliche Punkte wie Österreichische Importe von Holz aus Urwäldern oder aus illgallen Schlägerungen unberücksichtigt. Damit entzieht sich Österreich seiner Verantwortung für die Erhaltung der letzten verbliebenen Urwälder der Erde und verstößt daher gegen internationale Abkommen.

Der WWF distanziert sich als Teilnehmer am "Walddialog" von den Inhalten des genannten Newsletters. Der WWF ist seinen Mitgliedern und SpenderInnen gegenüber verantwortlich und möchte sich nicht instrumentalisieren lassen. Die NGO überlegt daher, nicht weiter am Walddialog teilzunehmen. "Wenn es schon zu keinen oder unbefriedigenden Ergebnissen kommt, dann möchte der WWF wenigstens nicht vom Ministerium als "grünes Mäntelchen" verwendet werden" begründet dies DI Gerald Steindlegger, WWF Verantwortlicher für den Bereich Wald. Bisher konnten nämlich die Minimalanforderungen unter der es für den WWF Sinn macht diesem Gremium weiter beizu wohnen, keinesfalls erreicht werden.

"Da der Schutz der Urwälder unserer Erde und die Einbindung der regierungsunabhängigen Organisationen dem Bundesminister Pröll sicher ein Anliegen sind, appelliere ich an den Minister, die Verantwortung Österreichs ernst zu nehmen und den Walddialog für ernsthafte und ergebnisreiche Diskussionen zu öffnen!" lautet das Signal von Steindlegger.

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