Gentechnik: Steirische Landwirtschaftskammer für Vorsorge-Gesetz

Vollversammlung einstimmig dafür - Wlodkowski: Gentechnik nicht notwendig

Graz (AIZ) - Die steirische Landwirtschaftskammer tritt für ein steirisches Gentechnik-Vorsorgegesetz ein. Dies hat das höchste Entscheidungsgremium der Kammer, die Vollversammlung, bei ihren gestrigen Beratungen einstimmig beschlossen. Landesrat Hans Seitinger wird ersucht, den von der SPÖ im Dezember 2003 eingebrachten Gesetzesantrag rasch zu beraten. LK-Präsident Gerhard Wlodkowski:
"Gentechnik ist für die Landwirtschaft nicht notwendig. Sie bringt keine Vorteile und verunsichert Konsumenten und Bauern gleichermaßen."

Freiwilliger Anbauverzicht, damit gentechnikfreie Zonen entstehen können

Das steirische Gentechnik-Gesetz soll vier Hauptpunkte beinhalten:
Kernstück des Gesetzes soll sein, dass Bauern freiwillig auf den Anbau von Gentechnikpflanzen (GVO) verzichten können. Durch diesbezügliche Selbsterklärungen der Bauern können gentechnikfreie Zonen in kleineren und größeren Regionen geschaffen werden. "Diese Freiwilligkeit stellt sicher, dass Bauern nicht unschuldig zum Handkuss kommen. Teure Haftungsprozesse bei unbeabsichtigten Kreuzungen können somit vermieden werden", so Wlodkowski.

Anbau von Gentechnik-Pflanzen soll genehmigungspflichtig werden

Ein weiterer Kernpunkt des Vorsorgegesetzes soll das unbeabsichtigte Ausbreiten von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verhindern. Deshalb sollte der Anbau von Gentechnik-Pflanzen genehmigungspflichtig werden. Ein beim Land Steiermark eingerichtetes Anzeigeverfahren könnte folglich sicherstellen, dass die notwendigen Anbaubedingungen eingehalten werden. Zur lückenlosen Nachvollziehbarkeit könnte ein öffentliches Gentechnik-Buch geführt werden.

Weiters soll das Nebeneinander von Gentechnik-, konventioneller und Biolandwirtschaft möglich sein. Erforderliche Vorsichtsmaßnahmen wie das Einhalten von Abständen oder notwendige Pollenbarrieren seien hier zu verankern, so der Präsident. Genau geklärt müsse auch die Haftung werden, sollte es tatsächlich zu einer unbeabsichtigten Kreuzung von gentechnikfreien und gentechnisch veränderten Pflanzen kommen. Und schließlich sollen Naturparks und Naturschutzgebiete prinzipiell gentechnikfreie Zonen sein. Auf derart sensiblen Flächen sollten grundsätzlich keine GVO angebaut werden.
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