Rauch-Kallat und Flemming: Chancengleichheit für Frauen und Männer

Österreich bei Familienleistungen weltweit Spitze

Wien, 26. März 2004 (ÖVP-PD) Im Rahmen des "Europa-Talks" betonte Gesundheits- und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der ESU-Seniorenbeauftragten der EVP und Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes, Marlies Flemming,die Wichtigkeit der Chancengleichheit zwischen Männer und Frauen in Österreich. "Es ist einiges erreicht worden, aber es gibt noch viel zu tun", erkärte Rauch-Kallat und verwies auf zahlreiche Projekte der Bundesregierung, die zu einer entsprechenden Sensibiliserung für die faktische Gleichstellung der Geschlechter führen sollen. Im Bereich der Familienleistungen sei Österreich an der europäischen Spitze, "und wahrscheinlich auch Weltspitze". Kein Land gebe mehr für Familienleistungen aus als Österreich. Gerade durch die Einführung des Kindergeldes sei ein wichtiger Schritt gesetzt worden. "Mit der Einführung des Dienstleistungsschecks kommt Österreich einer EU-Forderung nach. Ziel ist es vor allem, Beschäftigungsmöglichkeiten, vor allem bei Niedrigqualifizierten, zu schaffen und illegale Beschäftigung zu bekämpfen", so Rauch-Kallt ****

Die Gleichstellungspolitik solle nicht nur im öffentlichen Dienst umgesetzt werden, sondern auch im privatwirtschaftlichen Sektor reale Gestalt annehmen. "Hier haben wir beispielsweise mit dem Business-Mentoring-Projekt einen starken Impuls gesetzt", so die Ministerin. Beim Zugang zur Bildung sei es inzwischen erfreulicherweise zu einer Gleichstellung gekommen. Habe es im Jahr 1960 nur 37 Prozent Frauenanteil an den allgemein bildenden höheren Schulen gegeben, so beträgt der Anteil heute 54 Prozent. Der Anteil der studierenden Frauen zeige ein ähnliches Bild. "Waren es 1960 26 Prozent, so sind es nun 53 Prozent", sagte Rauch-Kallat. Auch bei der Erwerbstätigkeit von Frauen seien Erfolge erzielt worden: 62 Prozent erwerbstätigen Frauen im Jahr 2000 stünden heute über 64 Prozent gegenüber.

Mit der Einführung der Elternteilzeit würden es noch mehr werden, zeigte sich Rauch-Kallat zuversichtlich und unterstrich, dass Österreich damit weit über dem EU-Durchschnitt liege. Auch Karriere sei nicht mehr nur eine Männerdomäne. "1990 waren 15 Prozent der Frauen in Führungspositionen, mittlerweile sind es 25 Prozent. Unser Ziel sind 50 Prozent", so die Ministerin. Insgesamt ergebe sich aus der gesamten Steuerreform eine mehr als beachtliche Entlastung für die Frauen. Zusätzlich zur Steuerreform seien für den Wiedereinstieg von Frauen in das Berufsleben im Jahr 2003 35 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Im heurigen Jahr werde es in etwa derselbe Betrag sein.

Zur Rolle der älteren Menschen in der Gesellschaft betonte Flemming, dass diese Menschen ein Recht darauf hätten, nicht diskriminiert oder benachteiligt zu werden. Es müsse zu einem Umdenken in der Gesellschaft kommen, wonach das Älterwerden nicht einfach hingenommen werden, sondern verstärkt "mit Leben erfüllt werden sollte". Im Rahmen ihrer Antidiskriminierungspolitik setze sich die EU unter anderem das Ziel, Diskriminierungen älterer Menschen zu verhindern. "Die Europäische Union wird in der neuen Verfassung erstmals im Artikel 13 ein Diskriminierungsverbot aufgrund des Alters verankern. Das ist etwas völlig Neues", so Flemming.

Nach einer Projektion werde die Zahl der Menschen über 65 Jahre in der EU von 61 Millionen im Jahr 2000 auf rund 103 Millionen im Jahr 2050 zunehmen. Die Zahl der 80-Jährigen und älteren Menschen werde von knapp 14 Millionen im Jahr 2000 auf rund 38 Millionen im Jahr 2050 steigen. Diese Ausgangslage habe dazu geführt, dass in einigen EU-Staaten bestimmte Behandlungen und Medikamente nur bis zu einem bestimmten Alter von der Versicherung bezahlt würden. Dieses Vorgehen, so Flemming, müsse abgestellt werden. Flemming sprach sich in diesem Zusammenhang auch für den flächendeckenden Ausbau der Hauskrankenpflege aus und wolle versuchen "mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass das längere Leben der Menschen auch bedeutet, dass viel mehr Menschen eine längere Pflege benötigen. Wer heutzutage länger lebt ist auch wesentlich länger gesund. Eine Studie weist nach, dass drei Viertel aller über 80-Jährigen in Ein-Personen-Haushalten ohne Pflege leben", schloss Flemming.

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