"Konsument"-Test: Krakauer

Fast zwei Drittel der Proben entsprachen nicht dem Lebensmittelcodex. Enorme Preisunterschiede.

Wien (OTS) - Über 1000 Wurstsorten gibt es hier zu Lande und die Österreicher greifen gerne zu. Die Konsumenten haben klare Vorstellungen von der Qualität der Würste: Gut sollen sie schmecken, von behördlich geprüfter Qualität, frisch und ohne Konservierungsstoffe. Das Testmagazin "Konsument" geht in der April-Ausgabe der Frage nach, ob heimische Würste der Sorte "Krakauer" diesen Anforderungen gerecht werden. Fazit: Von den 18 untersuchten Proben entsprachen fast zwei Drittel nicht dem österreichischen Lebensmittelcodex. "Gute" gibt es auch um wenig Geld.

Die Krakauer zählt zu den Fleischwürsten bester Qualität, der sogenannten Sorte 1. Wie sie herzustellen ist und welche Zutaten sie enthalten darf, steht im österreichischen Lebensmittelcodex. Dieser Codex ist jedoch nur eine Empfehlung an die Hersteller, verbindlich ist er nicht. Dem entspricht auch das Ergebnis der Tests: Egal ob Handelsmarke oder Markenprodukt - fast zwei Drittel der untersuchten Proben wurden zwar als Krakauer verkauft, gemäß den Richtlinien sind sie aber alles andere - nur eben keine Krakauer. So wie vieles wird auch Wurst letztlich nur mit Wasser gekocht. Und davon fanden die Tester in etlichen Proben eindeutig mehr, als laut Lebensmittelcodex erlaubt ist. Ein Produkt enthielt zudem zu viel Kartoffelstärke. Von den für Krakauer charakteristischen größeren Schinkenfleischstücken fanden die "Konsument"-Tester in einigen Proben wiederum zu wenig. Alle Proben, die nicht den Vorgaben des Lebensmittelcodex entsprachen, wurden im "Konsument"-Testurteil abgewertet. Andererseits sind einige Hersteller großzügig und verarbeiten mehr hochwertiges Fleisch, als der Lebensmittelcodex vorschreibt.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Auch dem Codex nicht Entsprechendes kann durchaus schmecken. Bis auf eine einzige Wurst hatten unsere Tester bei der Verkostung wenig Anlass zur Kritik. Nur:
Als "Krakauer" hätten die beanstandeten Proben nicht verkauft werden dürfen.

Diese reichen bei den getesteten Würsten - gekauft wurden wenn möglich kleinere Stangen zwischen 300 und 500 Gramm - von 4,98 bis 14,90 Euro pro Kilogramm (frisch aufgeschnittene Ware). "Konsument" rät: Wer sich Wurst aufschneiden lässt, zahlt meist mehr - kleine, abgepackte Wurststangen für zuhause sind mitunter billiger. Gute Krakauer gibt`s bereits ab 4,98 Euro.

Eine "Vital"-Krakauer wirbt mit Ballaststoff- und Vitaminzusätzen und einem Fettanteil von unter vier Prozent. Laut "Konsument" machen diese Zusätze wenig Sinn: Wurst isst man üblicherweise mit Brot, und das enthält reichlich Ballaststoffe. Und inwieweit einige Scheiben angereicherter Wurst einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Vitaminbedarfs beitragen können, ist fraglich. Krakauer ist generell eine magere Sorte, der Fettanteil in den untersuchten Proben beträgt zwischen 2 und 12 Prozent.

Mehr Details zu den Testergebnissen präsentieren das Verbrauchermagazin "Konsument" in der April-Ausgabe und www.konsument.at.

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