• 25.03.2004, 13:04:33
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Grünewald: Ärztekammervorschlag ist untauglich und unsozial

Brächte Bürokratieaufwand mit enormem Ausmaß

OTS (Wien) - "Die Erkenntnis, dass Krankenkassen über die nötigen
Mittel verfügen müssen, um ihr gesetzlich vorgegebenes
Leistungsangebot finanzieren zu können, ist richtig. Der
Lösungsvorschlag der Ärztekammer (ÖAK), allen ÖsterreicherInnen
jährlich einen Pauschalbeitrag von 2000 Euro abzuknöpfen, muss
allerdings als wenig intelligenter Hüftschuss schärfstens
zurückgewiesen werden", reagiert der Gesundheitssprecher der Grünen,
Kurt Grüewald, auf die jüngsten Aussagen in diesem Zusammenhang.

Diese Maßnahme benachteilige das untere und mittlere
Einkommensdrittel besonders, also jene, die ohnehin häufiger und
früher erkranken, und führe jedes Solidarsystem ad absurdum. "Wenn
die ÖÄK zu Recht gegen den kontraproduktiven Bürokratismus der
Chefarztpflicht mobilisiert, nun jedoch im Gegenzug einen
einkommensunabhängigen Pauschalbeitrag vorschlägt, der über
steuerliche Maßnahmen sozial ausgeglichen werden soll, ist das
paradox. Denn verglichen mit der zu erwartenden extensiven
Verwaltungsvermehrung und überbordenden Bürokratie wäre die
Chefarztpflicht geradezu ein Lercherl", kommentiert Grünewald.

Mehr Phantasie und Einfühlungsvermögen in die Situation von
Einkommensbenachteiligten, sei eine Eigenschaft, die gerade ÄrztInnen
zugemutet werden könne, so Grünewald weiter. Neben der Ausschöpfung
von Rationalisierungspotentialen schlagen die Grünen zur
Sicherstellung der Finanzierung von Krankenkassen bereits seit langem
eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrenze und eine Verbreiterung der
beitragspflichtigen Einkommen vor.

Rückfragehinweis: Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]

OTS0188    2004-03-25/13:04

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