Grünewald: Ärztekammervorschlag ist untauglich und unsozial

Brächte Bürokratieaufwand mit enormem Ausmaß

OTS (Wien) - "Die Erkenntnis, dass Krankenkassen über die nötigen Mittel verfügen müssen, um ihr gesetzlich vorgegebenes Leistungsangebot finanzieren zu können, ist richtig. Der Lösungsvorschlag der Ärztekammer (ÖAK), allen ÖsterreicherInnen jährlich einen Pauschalbeitrag von 2000 Euro abzuknöpfen, muss allerdings als wenig intelligenter Hüftschuss schärfstens zurückgewiesen werden", reagiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grüewald, auf die jüngsten Aussagen in diesem Zusammenhang.

Diese Maßnahme benachteilige das untere und mittlere Einkommensdrittel besonders, also jene, die ohnehin häufiger und früher erkranken, und führe jedes Solidarsystem ad absurdum. "Wenn die ÖÄK zu Recht gegen den kontraproduktiven Bürokratismus der Chefarztpflicht mobilisiert, nun jedoch im Gegenzug einen einkommensunabhängigen Pauschalbeitrag vorschlägt, der über steuerliche Maßnahmen sozial ausgeglichen werden soll, ist das paradox. Denn verglichen mit der zu erwartenden extensiven Verwaltungsvermehrung und überbordenden Bürokratie wäre die Chefarztpflicht geradezu ein Lercherl", kommentiert Grünewald.

Mehr Phantasie und Einfühlungsvermögen in die Situation von Einkommensbenachteiligten, sei eine Eigenschaft, die gerade ÄrztInnen zugemutet werden könne, so Grünewald weiter. Neben der Ausschöpfung von Rationalisierungspotentialen schlagen die Grünen zur Sicherstellung der Finanzierung von Krankenkassen bereits seit langem eine Erhöhung der Höchstbeitragsgrenze und eine Verbreiterung der beitragspflichtigen Einkommen vor.

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