• 25.03.2004, 09:40:24
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Stadt- und Landesbibliothek übernahm Nachlass von Franz Hiesel

Wien (OTS) - Die Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und
Landesbibliothek hat den Nachlass des Schriftstellers und
Rundfunkdramaturgen Franz Hiesel (1921-1996) übernommen. Hiesel, der
zunächst als Hörspieldramturg beim NDR tätig war und 1976-1986 die
Literaturabteilung beim ORF leitete, war selbst als Autor tätig und
hat ein umfangreiches Archiv im Bereich des Hörspiels angelegt, in
dem viele prominente Autoren vertreten sind.****

Der facettenreiche Bestand bietet einerseits die Grundlage zur
Erforschung der österreichischen Hörspiel- und Radioliteratur nach
1945, andererseits läßt sich produktions- und
rezeptionsgeschichtlichen als auch textanalytischen und -genetischen
Fragestellungen mit Gewinn nachgehen. Die Übernahme des
Hörspielarchivs durch die Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und
Landesbibliothek garantiert die Bewahrung und Tradierung von
Literatur jenseits des geschriebenen Wortes, deren Bedeutung der
derzeitige Erfolg der Hörbücher am literarischen Markt zeigt.

Franz Hiesel begann in den 1950er Jahren zu schreiben. Neben
Kurzgeschichten verfasste er Theaterstücke, bekannt wurde er mit den
Hörspielen "Parole Sonnenvogel", "Schädelballade" und "L'onore", die,
zusammen mit anderen Arbeiten, in seinen beiden Sammelbänden "Die
Dschungel der Welt" (1956) und "Ich kenne den Geruch der wilden
Kamille" (1961) erschienen sind. 1959 erhielt Hiesel für "Auf einem
Maulwurfshügel" den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Gemeinsam mit
Gerhard Fritsch schrieb er 1960 die vielgespielte Hörspielserie "Die
Reise nach Österreich". In den 1960er Jahren war Hiesel als
Hörspieldramaturg beim NDR tätig, 1976 bis 1986 leitete er die
Literaturabteilung beim ORF.

Hiesel hat ein umfangreiches Archiv zum Bereich des
Hörspielgenres nach 1945 angelegt, das sowohl eigene Texte als auch
Hörspielmanuskripte von Ingeborg Bachmann, Gerhard Fritsch und vielen
anderen SchriftstellerInnen, Korrespondenzen mit HörspielautorInnen
und RundfunkdramaturgInnen (vor allem Heinz Schwitzke), eine Sammlung
an Tonbändern und eine thematisch einschlägige Bibliothek beinhaltet.
Der Bestand gibt nicht nur Auskunft über das Werk von
HörspielautorInnen und akustische Literatur [??](z.B. Ernst Jandls
Lautgedichte), sondern bietet auch Einblick in die Geschichte des
Hörfunks und die Entwicklung der Aufnahmetechnik.

Allgemeine Informationen:
o Wiener Stadt- und Landesbibliothek: http://www.wien.gv.at/ma09/
(Schluss) gab

OTS0058    2004-03-25/09:40

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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