Stadt- und Landesbibliothek übernahm Nachlass von Franz Hiesel

Wien (OTS) - Die Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek hat den Nachlass des Schriftstellers und Rundfunkdramaturgen Franz Hiesel (1921-1996) übernommen. Hiesel, der zunächst als Hörspieldramturg beim NDR tätig war und 1976-1986 die Literaturabteilung beim ORF leitete, war selbst als Autor tätig und hat ein umfangreiches Archiv im Bereich des Hörspiels angelegt, in dem viele prominente Autoren vertreten sind.****

Der facettenreiche Bestand bietet einerseits die Grundlage zur Erforschung der österreichischen Hörspiel- und Radioliteratur nach 1945, andererseits läßt sich produktions- und rezeptionsgeschichtlichen als auch textanalytischen und -genetischen Fragestellungen mit Gewinn nachgehen. Die Übernahme des Hörspielarchivs durch die Handschriftensammlung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek garantiert die Bewahrung und Tradierung von Literatur jenseits des geschriebenen Wortes, deren Bedeutung der derzeitige Erfolg der Hörbücher am literarischen Markt zeigt.

Franz Hiesel begann in den 1950er Jahren zu schreiben. Neben Kurzgeschichten verfasste er Theaterstücke, bekannt wurde er mit den Hörspielen "Parole Sonnenvogel", "Schädelballade" und "L'onore", die, zusammen mit anderen Arbeiten, in seinen beiden Sammelbänden "Die Dschungel der Welt" (1956) und "Ich kenne den Geruch der wilden Kamille" (1961) erschienen sind. 1959 erhielt Hiesel für "Auf einem Maulwurfshügel" den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Gemeinsam mit Gerhard Fritsch schrieb er 1960 die vielgespielte Hörspielserie "Die Reise nach Österreich". In den 1960er Jahren war Hiesel als Hörspieldramaturg beim NDR tätig, 1976 bis 1986 leitete er die Literaturabteilung beim ORF.

Hiesel hat ein umfangreiches Archiv zum Bereich des Hörspielgenres nach 1945 angelegt, das sowohl eigene Texte als auch Hörspielmanuskripte von Ingeborg Bachmann, Gerhard Fritsch und vielen anderen SchriftstellerInnen, Korrespondenzen mit HörspielautorInnen und RundfunkdramaturgInnen (vor allem Heinz Schwitzke), eine Sammlung an Tonbändern und eine thematisch einschlägige Bibliothek beinhaltet. Der Bestand gibt nicht nur Auskunft über das Werk von HörspielautorInnen und akustische Literatur [??](z.B. Ernst Jandls Lautgedichte), sondern bietet auch Einblick in die Geschichte des Hörfunks und die Entwicklung der Aufnahmetechnik.

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