Öffentliche Hand muss VA Tech bei Kapitalerhöhung absichern

Linz (OTS) - Anlässlich der morgen Mittwoch stattfindenden Aufsichtsratsitzung der VA Tech verlangt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer, dass die Staatsholding ÖIAG im Zuge der geplanten Kapitalerhöhung mitzieht, um das Unternehmen entsprechend abzusichern. "Nützt die ÖIAG ihre Bezugsrechte nicht aus, fällt die VA Tech mehrheitlich in unsichere Spekulantenhände", warnt Kalliauer. "Die Kapitalerhöhung ist auch die beste Gelegenheit für die Länder Oberösterreich, Wien und Steiermark, Anteile aufzukaufen und so zur Bildung eines stabilen Kernaktionärs beizutragen."

Das Land Oberösterreich soll daher rasch eine Beteiligungsgesellschaft gründen, mit der Hilfe Aktien von erfolgreichen oberösterreichischen Unternehmen erworben werden, denen sonst eine unsichere Zukunft droht wie bei der VA Tech. Kalliauer verweist auf den hohen Bestand liquider Mittel des Landes Oberösterreich im Ausmaß von über einer Milliarde Euro, die genutzt werden können. Bei einer langfristigen Beteiligung an oberösterreichischen Leitbetrieben kann das Land über die Dividenden sogar gute Renditen erwirtschaften.

"Die VA Tech braucht einen stabilen Eigentümer", so Kalliauer. Investoren, die nur auf kurzfristige und schnelle Spekulationsgewinne aus sind, brächten Unsicherheit in das Unternehmen. Unter solchen Umständen könne keine qualitativ hochwertige Arbeit geleistet werden. Deshalb müsse die ÖIAG auch ihren Anteil an der VA Tech halten. "Die Bundesregierung soll endlich ihre Privatisierungspläne zurücknehmen und dauerhafte Eigentumsverhältnisse ermöglichen, die Schutz vor Übernahmen bieten", fordert der AK-Präsident.

Die Bedeutung des Konzerns für Österreichs Wirtschaft und Arbeitsplätze ist enorm. Mit 8000 österreichischen Beschäftigten -davon etwa 2700 in Oberösterreich - ist die VA Tech eine wichtige Arbeitgeberin. Rund 7000 österreichische Klein- und Mittelbetriebe zählen zu ihren Zulieferern.

Dass auf das Investoren-Duo Mirko Kovats und Ronny Pecik kein Verlass ist, hat sich bereits gezeigt: Im Mai 2003 mit 19,05 Prozent der Aktien als vermeintlicher strategischer Investor eingestiegen, hält das Investoren-Duo heute nur noch 12,53 Prozent des Linzer Anlagenbau-Konzerns. Kovats und Pecik haben die nicht ganz klar begründbaren Kurssteigerungen im Jänner dazu verwendet, schnell Profit zu machen. Sie haben damit rund drei Millionen Euro Gewinn eingestreift.

Durch den Verkauf von VA Tech-Aktien über die Börse hat sich die Eigentümerstruktur in Sekundenschnelle verändert. Solche Machenschaften bringen große Unsicherheit in das Unternehmen. Selbst Privatisierungsbefürworter Claus Raidl warnt in der jetzigen Situation vor der Gefahr einer Verwässerung des 15 %-Anteils der ÖIAG und plädiert für ein Mitziehen bei der Kapitalerhöhung.

Mehr als zwei Drittel aller VA Tech-Aktien befinden sich bereits im Streubesitz mit steigendem ausländischen Anteil. Der Verbleib der Konzernzentrale und damit aller wesentlichen Kernfunktionen in Linz bzw. in Österreich ist bei einem Verkauf der ÖIAG-Anteile nicht mehr gesichert. Dann gibt es keinen strategischen Kernaktionär mehr.

"Bei der verbleibenden Eigentümerstruktur wäre das Unternehmen ein klassischer Übernahmekandidat. Über kurz oder lang würde es zerteilt und die einzelnen Betriebe abverkauft", warnt der AK-Präsident.

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