• 23.03.2004, 13:13:30
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Öffentliche Hand muss VA Tech bei Kapitalerhöhung absichern

Linz (OTS) - Anlässlich der morgen Mittwoch stattfindenden
Aufsichtsratsitzung der VA Tech verlangt AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer, dass die Staatsholding ÖIAG im Zuge der geplanten
Kapitalerhöhung mitzieht, um das Unternehmen entsprechend
abzusichern. "Nützt die ÖIAG ihre Bezugsrechte nicht aus, fällt die
VA Tech mehrheitlich in unsichere Spekulantenhände", warnt Kalliauer.
"Die Kapitalerhöhung ist auch die beste Gelegenheit für die Länder
Oberösterreich, Wien und Steiermark, Anteile aufzukaufen und so zur
Bildung eines stabilen Kernaktionärs beizutragen."

Das Land Oberösterreich soll daher rasch eine
Beteiligungsgesellschaft gründen, mit der Hilfe Aktien von
erfolgreichen oberösterreichischen Unternehmen erworben werden, denen
sonst eine unsichere Zukunft droht wie bei der VA Tech. Kalliauer
verweist auf den hohen Bestand liquider Mittel des Landes
Oberösterreich im Ausmaß von über einer Milliarde Euro, die genutzt
werden können. Bei einer langfristigen Beteiligung an
oberösterreichischen Leitbetrieben kann das Land über die Dividenden
sogar gute Renditen erwirtschaften.

"Die VA Tech braucht einen stabilen Eigentümer", so Kalliauer.
Investoren, die nur auf kurzfristige und schnelle Spekulationsgewinne
aus sind, brächten Unsicherheit in das Unternehmen. Unter solchen
Umständen könne keine qualitativ hochwertige Arbeit geleistet werden.
Deshalb müsse die ÖIAG auch ihren Anteil an der VA Tech halten. "Die
Bundesregierung soll endlich ihre Privatisierungspläne zurücknehmen
und dauerhafte Eigentumsverhältnisse ermöglichen, die Schutz vor
Übernahmen bieten", fordert der AK-Präsident.

Die Bedeutung des Konzerns für Österreichs Wirtschaft und
Arbeitsplätze ist enorm. Mit 8000 österreichischen Beschäftigten -
davon etwa 2700 in Oberösterreich - ist die VA Tech eine wichtige
Arbeitgeberin. Rund 7000 österreichische Klein- und Mittelbetriebe
zählen zu ihren Zulieferern.

Dass auf das Investoren-Duo Mirko Kovats und Ronny Pecik kein
Verlass ist, hat sich bereits gezeigt: Im Mai 2003 mit 19,05 Prozent
der Aktien als vermeintlicher strategischer Investor eingestiegen,
hält das Investoren-Duo heute nur noch 12,53 Prozent des Linzer
Anlagenbau-Konzerns. Kovats und Pecik haben die nicht ganz klar
begründbaren Kurssteigerungen im Jänner dazu verwendet, schnell
Profit zu machen. Sie haben damit rund drei Millionen Euro Gewinn
eingestreift.

Durch den Verkauf von VA Tech-Aktien über die Börse hat sich die
Eigentümerstruktur in Sekundenschnelle verändert. Solche
Machenschaften bringen große Unsicherheit in das Unternehmen. Selbst
Privatisierungsbefürworter Claus Raidl warnt in der jetzigen
Situation vor der Gefahr einer Verwässerung des 15 %-Anteils der ÖIAG
und plädiert für ein Mitziehen bei der Kapitalerhöhung.

Mehr als zwei Drittel aller VA Tech-Aktien befinden sich bereits
im Streubesitz mit steigendem ausländischen Anteil. Der Verbleib der
Konzernzentrale und damit aller wesentlichen Kernfunktionen in Linz
bzw. in Österreich ist bei einem Verkauf der ÖIAG-Anteile nicht mehr
gesichert. Dann gibt es keinen strategischen Kernaktionär mehr.

"Bei der verbleibenden Eigentümerstruktur wäre das Unternehmen ein
klassischer Übernahmekandidat. Über kurz oder lang würde es zerteilt
und die einzelnen Betriebe abverkauft", warnt der AK-Präsident.

OTS0150    2004-03-23/13:13

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

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