• 23.03.2004, 11:42:17
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Rieder/Brauner: Mehr Frauen-Power für die Forschung

2 Millionen Euro für neuen Förderwettbewerb; Top-Wissenschafterin Dr. Renée Schroeder übernimmt Juryvorsitz

Wien (OTS) - "Mit einem neuen Förderwettbewerb, dem Call "FemPower
Vienna 2004", wollen wir den Frauenanteil in der betrieblichen
Forschung von Wiener Unternehmen erhöhen. Und das mit gutem Grund:
Denn Frauen in diesem Arbeitssegment sind in Österreich nach wie vor
eine Seltenheit: Laut einer Studie der EU-Kommission aus dem Jahr
2003 beträgt der Frauenanteil in der EU in der betrieblichen
Forschung durchschnittlich 14,9 Prozent, in Österreich sind es nur 9
Prozent. Damit belegt Österreich den letzten Platz in der
Europäischen Union, erklärten Finanz- und Wirtschaftsstadtrat
Vizebürgermeister Sepp Rieder und die Wiener Frauenstadträtin Renate
Brauner im Bürgermeister-Mediengespräch am Dienstag.

Mit dem Call "FemPower Vienna 2004" werden deshalb gezielt
technologisch innovative Forschungsprojekte gefördert, bei denen
Frauen substanziell mitwirken. Insgesamt stehen für den Call zwei
Millionen Euro zur Verfügung, wobei die Förderquote zwischen 25 und
60 Prozent liegt, bei einer maximalen Förderhöhe von 500.000 Euro pro
Teilnehmer und Projekt, so Rieder und Brauner weiter. Durchgeführt
wird der Call vom ZIT - Zentrum für Innovation und Technologie - der
Technologieagentur des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF). Die
Einreichfrist für den Call läuft vom 21. bis 24. Juni. Jetzt können
die Projekte vorbereitet werden, denn ab sofort sind
Informationsmaterialien und Antragsunterlagen für den Fempower Call
erhältlich unter http://www.zit.co.at/. Infos gibt es auch unter der
Telefonnummer 01-960 90.****

Dr. Renée Schroeder: Forscherin des Jahres 2002 als
Juryvorsitzende

Rieder und Brauner stellten bei der Medienkonferenz auch die
Wiener Top-Wissenschafterin Dr. Renée Schroeder vor, die als
Vorsitzende für die Jury des Wettbewerbs gewonnen werden konnte.
Schroeder wurde für ihre außergewöhnlichen wissenschaftlichen
Leistungen im Jahr 2003 mit dem Wittgensteinpreis ausgezeichnet und
im Jahr 2002 vom Club der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zur
"Forscherin des Jahres" gewählt. Schroeder studierte Biochemie an der
Universität Wien. 1986 trat sie einen Job als Assistentin am Institut
für Mikrobiologie und Genetik an, die Habilitation folgte 1993. Seit
1995 ist sie außerordentliche Professorin. 1984 erhielt sie den
Theodor Körner-Preis für Wissenschaft und Kunst, 1987 bis 1989 ein
Erwin
Schrödinger-Stipendium, 1992 den Sandoz-Forschungspreis für Biologie
und 2001 den L'Oreal/UNESCO Special Award für Women in Science. Seit
2002 ist Schroeder korrespondierendes und seit heuer wirkliches
Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Verbinden Technologiepolitik mit Frauenförderung

"Mit dem FemPower Call verbinden wir die beiden bislang
weitgehend getrennten Bereiche Technologiepolitik und
Frauenförderung. Denn die extreme Unterrepräsentanz von Frauen in der
betrieblichen Forschung bedeute nicht nur, dass Frauen
Karriereoptionen vorenthalten bleiben, sondern auch, dass hier ein
hochqualifiziertes Arbeitskräftepotenzial weitgehend ungenützt bleibt
- "und das, obwohl es einen steigenden Bedarf an qualifizierten
Arbeitskräften in diesem Bereich gibt", unterstreicht Rieder.

"Dass das entsprechende weibliche Potenzial vorhanden ist,
belegen die Studienabschlusszahlen: 35,2 % der Graduierten im Bereich
der Naturwissenschaften, der Mathematik und der
Computerwissenschaften im Jahr 2000 waren weiblich", ergänzt
Frauenstadträtin Renate Brauner. "Die frauenspezifischen Kriterien,
die zur Teilnahme am Call "FemPower Vienna 2004" berechtigen, sind
bewusst niederschwellig gehalten, um möglichst vielen Unternehmen,
die das entsprechende Engagement zeigen, die Erfüllung zu
ermöglichen. Es geht auch darum, das Thema in den Köpfen der Menschen
zu verankern", so Brauner weiter.

Frauenspezifische Voraussetzungen für die Projekte

Bei den Projekten die für den FemPower Call eingereicht werden,
müssen die Frauen in einem dauerhaften unselbstständigen
Arbeitsverhältnis mit dem Antragsteller oder seinem Projektpartner
stehen. Eine wesentliche Mitwirkung von Frauen im Sinne der
Ausschreibung ist gegeben, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt
ist:

o Die wissenschaftliche Projektleitung obliegt einer weiblichen
  wissenschaftlichen Mitarbeiterin.
o Ein maßgeblicher Teil der wissenschaftlichen Arbeiten, die im
  Rahmen des geplanten Forschungs- und Entwicklungs-Projektes
  durchgeführt werden, wird von weiblichen Mitarbeiterinnen
  geleistet. Bei Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigen muss
  mindestens ein Drittel der Projektarbeitstunden von Frauen
  geleistet werden, bei Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigen
  mindestens die Hälfte. Die entsprechenden Anteile sind sowohl
  bei der Kalkulation der Arbeitsstunden bei der Projektplanung
  als auch bei der Projektabrechnung mit der Lohnbuchhaltung zu
  belegen.
o Zur Durchführung des geplanten Projektes muss mindestens eine
  weibliche wissenschaftliche Projektmitarbeiterin neu beschäftigt
  werden. Dies ist mittels Vorlage eines neuen Dienstvertrages und
  eines Lebenslaufes zu belegen.

Maximale Fördersumme von 500.000 Euro pro Projekt und
Teilnehmer

Ist die Voraussetzung erfüllt, dass die zur Förderung
eingereichten Forschungs- und Entwicklungsprojekte unter wesentlicher
Mitwirkung von Frauen realisiert werden, erfolgt die Beurteilung -
wie bei allen anderen Calls auch - nach den Maßstäben der
technologischen Exzellenz und der ökonomischen Umsetzbarkeit des
Projekts. Ausschließlich (interne und externe) Personalkosten des
Unternehmens sind förderbar. Die Förderungsquote liegt zwischen 25
und 60 Prozent, die maximale Förderungshöhe beträgt pro Teilnehmer
und Projekt 500.000 Euro. Insgesamt stehen für den Call zwei
Millionen Euro zur Verfügung.

Als Vorsitzende der ExpertInnenjury, die die Projekte beurteilen
wird, konnte Dr. Renée Schroeder gewonnen werden. Die
Wissenschafterin des Jahres 2002 und Wittgensteinpreisträgerin 2003
ist a.o. Professorin am Institut für Mikrobiologie und Genetik der
Universität Wien und zählt zu den profiliertesten WissenschafterInnen
Österreichs.

Einreichfrist für den Call: zwischen 21. und 24. Juni 2004

Die Informationsmaterialien und Antragsunterlagen für den
Fempower Call sind ab sofort unter http://www.zit.co.at/ als download
erhältlich. Die Projekte können damit zur Einreichung vorbereitet
werden. Der Call ist dann von 21. - 24. Juni 2004 offen.

In diesen vier Tagen sind die Anträge direkt beim ZIT - Zentrum
für Innovation und Technologie, 1010 Wien, Ebendorferstraße 4
abzugeben, und zwar von Montag, 21. Juni 2004, 9.00 Uhr, bis
Donnerstag, 24. Juni 2004, 15.00 Uhr. Der Antrag ist firmenmäßig zu
fertigen und in allen wesentlichen Teilen in deutscher Sprache
auszufüllen (hinsichtlich der "Projektdaten" werden auch Texte in
englischer Sprache akzeptiert). Alle Antragsunterlagen sind in
einfacher Ausfertigung in Papierform sowie unbedingt auch in
elektronischer Form (Diskette, CD etc.) einzureichen, wobei gängige
Datenformate verwendet werden müssen.

Entscheidung im September

Im September wird eine Jury aus internationalen ExpertInnen die
Projekte beurteilen und zur Förderung vorschlagen. Die Prämierung der
Gewinner bei einer öffentlichen Abschlussveranstaltung bringt
zusätzliche Publizität für die Unternehmen.

Infos und Antragsunterlagen stehen bis zum Ende des
Einreichzeitraumes unter http://www.zit.co.at zum Download zur
Verfügung. Telefonische Auskünfte sind unter 01-960 90 erhältlich.

Ergänzend zum Call: Infoveranstaltung zum Gender Diversity
Management

Um nachhaltige Wirkungen zu erzielen, wird der Call durch eine
Reihe von anderen Maßnahmen, die vom ZIT gesetzt oder für die Zukunft
geplant werden, ergänzt:

Im Rahmen der Beratung für die Antragsstellung wird es eine
Informationsveranstaltung zum Thema gender diversity management in
Betrieben geben; durch die Zusammenarbeit mit dem von Seiten des
Bundes durchgeführten Programm "Femtech" stehen Unternehmen weitere
Beratungsleistungen zum Thema Förderung von Frauen in der
betrieblichen Forschung zur Verfügung.

Mehr Chancengleichheit für Frauen bei künftigen
Technologieprogrammen

Zukünftig wird gender mainstreaming einen inhärenten Bestandteil
der vom ZIT durchgeführten Technologieförderungen der Stadt Wien
bilden. Bei der Gestaltung und Evaluierung der Förderprogramme werden
zukünftig die Effekte im Sinne der angestrebten Chancengleichheit ein
wichtiges Kriterium sein. Gender mainstreaming soll künftig in alle
Technologieförderprogramme verstärkt einfließen.

Die Stärkung der Technologieorientierung der Wiener Unternehmen
ist eine ganz zentrale Voraussetzung für die weiterhin positive
Performance des Wirtschaftsstandorts Wien. Ein entscheidender Aspekt
hierbei ist die Erhöhung des F&E-Arbeitskräftepotenzials. Neben der
grundsätzlichen und selbstverständlichen allgemeinpolitischen
Zielsetzung der Herstellung der Chancengleichheit trägt FemPower
Vienna 2004 auch dazu bei, vorhandene Ressourcen bestmöglich
einzusetzen.

Forschungsinhalte werden letztlich immer durch Menschen
bestimmt. Es ist der Anspruch der Stadt Wien und wohl auch ein
wichtiger Erfolgsfaktor von Technologiepolitik insgesamt, möglichst
viele Sichtweisen und Zugänge zu ermöglichen. Allgemein bekannt ist
die Tatsache, dass die Herangehensweisen und die Definition von
Inhalten nicht geschlechterunabhängig sind. Die stärkere Präsenz von
Frauen in der Forschung trägt damit auch zu einer Verbreiterung der
Inhalte bei.

Calls als Förderungsinstrument laufen seit 2002

Bereits seit dem Jahr 2002 veranstaltet die
WWFF-Tochtergesellschaft ZIT regelmäßig wettbewerbsorientierte
Förderausschreibungen, sogenannte "Calls". Fördergelder werden nicht
mehr nach dem Gießkannenprinzip, sondern im Zuge eines
Wettbewerbverfahrens an die besten Projekte vergeben.
Insgesamt wurden bisher sechs Calls abgeschlossen. In Summe hat die
Stadt Wien seither dafür 12 Millionen Euro investiert, um damit
insgesamt 73 Projekte zu fördern. Unter der Voraussetzung, dass alle
Projekte auch in der Praxis realisiert werden, wurden und werden
damit Investitionen von knapp 50 Millionen Euro ausgelöst und 400
neue Jobs geschaffen.

Auch im Jahr 2004 setzt die Stadt Wien auf das bewährte
Förderungsinstrument der Calls und startet insgesamt vier neue
Förderungswettbewerbe mit einem Förderungsvolumen von insgesamt 10
Millionen Euro. Neben dem FemPower Call zählen dazu der Call Life
Science Vienna 2004 und der Call Informations- und
Kommunikationstechnologien 2004, um diese beiden bewährten
Stärkefelder des Technologiestandortes Wien weiter auszubauen. Der
vierte Call soll die Kooperationen zwischen Wiener Unternehmen und
Partnern in den neuen EU-Beitrittsländern fördern, um Wiens Funktion
als West-Ost-Drehscheibe und als mitteleuropäisches Forschungs- und
Entwicklungszentrum zu stärken.

Weitere 7 Millionen Euro investiert die Stadt Wien in den Ausbau
der Creative Industries und die departure, wirtschaft, kunst und
kultur GmbH, eine neue Service- und Fördereinrichtung für dieses
weitere Stärkefeld der Wiener Wirtschaft.

Zum Technologiestandort Wien

Insgesamt hat die Stadt Wien seit 1997 rund 350 Millionen Euro
für technologiepolitische Maßnahmen aufgewendet. Einerseits wurden
damit konkrete Großprojekte, wie das Institut für Molekulare
Biotechnologie - IMBA unter der Führung von Prof. Penninger,
unterstützt und andererseits direkte Unternehmensfinanzierungen - im
Weg der Calls - ermöglicht. Insgesamt sind zur Zeit mehr als 132.000
Personen in Wien im Technologiebereich tätig, das sind um 22 Prozent
mehr als 1997 und schon 17 Prozent aller in Wien unselbstständig
Beschäftigten. Grundlage für diese positive Entwicklung ist der hohe
Anteil an Forschung in Wien. Wien hat mit einer Forschungs- und
Entwicklungsquote von 3,7 Prozent eine fast doppelt so hohe Quote wie
Gesamtösterreich (1,95 Prozent). Gegenwärtig sind in Wien rund 18.000
Forscher und Forscherinnen in den verschiedenen Sektoren -
Unternehmen, Universitäten, außeruniversitäre Einrichtungen - tätig.
Das sind knapp 50 Prozent aller in Österreich tätigen Forscher.
(Schluss) gaw

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/:
Wolfgang Gatschnegg
Tel.: 4000/81 845
Handy: 0664/826 82 16
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK

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