• 19.03.2004, 09:00:00
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Internationaler Tag des Waldes / Die Eberesche: Baum des Jahres 2004 / Sonntag 21. März 2004

Die Eberesche - Liebling der Vögel - sorgt für ökologische Vielfalt im Wald

Wien (OTS) - Aus Anlaß des internationalen Tag des Waldes am
Sonntag, den 21. März 2004 präsentieren Lebensminister Dipl. Ing.
Josef Pröll und Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Kuratorium
Wald den Baum des Jahres 2004, die Eberesche.

Das Gemeinschaftsprojekt verfolgt das Ziel, im besonderen
gefährdete Baumarten aber auch den Wald als Ganzes und seine
ökologische und wirtschaftliche Bedeutung für uns Menschen in den
Vordergrund zu stellen. Wir hoffen, dass im heurigen Jahr viele
Waldbesitzer, Gemeinden, Schulen unsere Aktion unterstützen und
tausende Ebereschen im Wald, an Waldrändern, entlang von Wegen und
Straßen pflanzen, so das Kuratorium Wald.

In ihrer ökologischen Vielseitigkeit sucht die Eberesche
ihresgleichen und hat gerade in den letzten Jahren an zusätzlicher
Bedeutung gewonnen. Die Eberesche ist eine robuste Baumart, die fast
alle Wald- und Bodenarten besiedelt und hat sich als Pionierbaumart
bei der Neupflanzung von belasteten Flächen besonders bewährt. Ihre
weitreichenden Wurzeln durchdringen größere Tiefen und ihre Fähigkeit
zur reichlichen Vermehrung durch Wurzelbrut machen sie als
Bodenschutzgehölz besonders wertvoll. Die abgeworfenen Blätter
zersetzen sich schnell und beeinflussen positiv die Humusbildung.

Eberesche: Nahrungsquelle für 60 Vogelarten

Bekannt ist die Eberesche vor allem für ihre roten Beeren, die
eine wichtige Nahrungsquelle für mehr als 60 Vogelarten sind. Daraus
leitet sich auch ihr zweiter Name - Vogelbeere - ab.

Die Eberesche erreicht im Durchschnitt eine Höhe von 20 Meter.
Ihre Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni. Sommergrün, trägt der
meist schlanke, glänzende und hellgraue Stamm eine lockere,
lichtdurchlässige Krone. Die gelblich-weiße Blüten locken mit ihren
intensiven Geruch eine Vielzahl von Insekten zur Bestäubung. Die
daraus entstehenden kugeligen roten Beeren, stellen gerade im Herbst
ein typisches Merkmal der Vogelbeere dar und sind für 60 Vogelarten,
bis in den Winter, ein wichtiges Nahrungsmittel.

Das Holz der Eberesche zeigt einen hellbraunen Kern, die
Jahresringe sind deutlich zu erkennen. Es ist relativ schwer und
hart, zugleich aber biegsam und elastisch. Obwohl es nicht sehr
dauerhaft ist, gilt es als gut bearbeitbar, jedoch sehr schwer
spaltbar. Das Holz wird heute zu Drechsler- und Schnitzarbeiten, für
Holzschrauben, -räder, für Kunstgegenstände und zunehmend als
Möbelholz genutzt. Früher spielte es in der Wagnerei und zur
Herstellung von Fassdauben eine größere Rolle.

Ebereschen im Wald als Zeichen der ökologischen Vielfalt

Die forstliche Bewirtschaftung in der Vergangenheit hat dazu
geführt, dass sich die Eberesche hauptsächlich an den Waldrändern
wiederfindet, wohin sie auf Grund mangelnder Lichtverhältnisse im
Inneren der Waldbestände (Dunkelwälder) sukzessive verdrängt wurde.
Heute ist sie als forstliche Mischbaumart wieder im Kommen.
Besonders die Fähigkeit der Eberesche, auf Kahlflächen als Vorwald-
und Pionierbaumart die Voraussetzung für eine rasche Wiederbewaldung
zu schaffen, wird von Waldbesitzern und Forstleuten immer mehr
geschätzt.

Dass sich Menschen schon vor 2000 Jahren mit der Vogelbeere
befasst haben, zeigt ein Blick in die germanische Mythologie. Danach
soll in vorchristlicher Zeit die Vogelbeere dem Wetter- und
Donnergott Thor gewidmet gewesen sein. Auch die Druiden stellten ihre
Zauberstäbe aus Ebereschenholz her.

In unserer Zeit ist die Vogelbeere vielen wegen ihrer Heilkräfte
bekannt, darf jedoch nur im gekochten Zustand verwendet werden. Als
Tee zubereitet, haben die Blätter und Blüten der Eberesche eine große
Heilwirkung bei Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen.

Bilderdownload: Bilder zum Downloaden finden sie unter
http://www.wald.or.at/presse

OTS0019    2004-03-19/09:00

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