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"Presse"-Kommentar: Der Preis der Freiheit (von Michael Fleischhacker)
Ausgabe vom 19. März 2004
Wien (OTS) - Auto und Freiheit, das gehört irgendwie immer noch
zusammen. Man muss nicht an einer Überdosis James Dean leiden, um
hinter dem Alltagsgebrauch des Automobils die fast metaphysische
Qualität des Mobil-Seins zu verspüren.
In den ersten Nachkriegsjahrzehnten hätte man das noch dem Umstand
zugeschrieben, dass der Autokauf auch die Befreiung aus den
ökonomischen Zwängen dokumentierte. Heute, da man den ökonomischen
Status nicht mehr am Umstand des Autobesitzes ablesen kann, sondern
höchstens noch an der Maserung der tropenhölzernen
Navigationskonsole, fällt dieses Erklärungsmuster weg.
Nein, hier ist ein besonders hartnäckiger Mythos am Werk, einer,
der nicht einmal durch Wohlstand umzubringen ist.
Kein Wunder, dass die Kombination mit der zweiten zeitgenössischen
Mobilitätsikone, dem Mobiltelefon (Hendi auf österreichisch), für
libertäre Fieberschübe sorgt: Immer mehr Menschen lenken und
telefonieren ohne Freisprecheinrichtung, ohne auch nur eine Sekunde
an den Umstand der Strafbarkeit oder gar der Gefährlichkeit dieses
potenzierten Freiheitsgenusses zu denken.
Sollen sie sich doch derstessen, wenn sie wollen, möchte man,
liberal, wie man nun einmal ist, sagen. Eh, nur: Die Freiheit endet,
wo Dritte in Gefahr kommen. Und da gibt's nur eins: Strafen drastisch
erhöhen. 500 Euro wird den telefonierenden James Deans ihre Freiheit
wohl wert sein.
OTS0250 2004-03-18/17:32
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