• 18.03.2004, 13:32:40
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Buchhandel - Opfer der neuen Bundesvergabepraxis

Strobl warnt: Wirtschaftliche Grundlagen der KMu's und kulturelle Infrastruktur sind gefährdet

Wien (OTS) - "Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich."
stellt der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien und Vizepräsident
der Wirtschaftskammer Wien LAbg KR Fritz Strobl zu den ersten
Auswirkungen des zentralen Ankaufs von Büchern durch den Bund
fest.++++

Bekanntlich hat der Finanzminister über die damit beauftragte
Bundesbeschaffungsgesellschaft eine Ausschreibung für
Fachzeitschriften, Fachbücher, elektronische Medien, Tageszeitungen
und andere Periodika durchführen lassen. Beabsichtigt ist den
gesamten Buch- und Zeitschriftenbestand in den Bibliotheken der
Ministerien in Gerichten, Schulbibliotheken etc. nunmehr zentral über
den Bestbieter zu bestellen.

Der Wirtschaftsverband Wien hat von Anfang an davor gewarnt, dass
so den kleinen Buchhändlern Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe
genommen werden. Strobl warnt: "Gleichzeitig wird damit die von den
Bibliotheken aufgebaute kulturelle Infrastruktur mutwillig zerstört."

Bisher war es üblich, dass der Bund seine erforderlichen
Materialien dezentral bei den zahlreichen lokalen Buchhändlern
bestellte. Bei einzelnen Buchhändlern würde das Umsatzminus bis zu 30
% ausmachen. Strobl befürchtet, dass mit der vollen Umsetzung der
zentralen Bücherbeschaffung mit 1.1.2005 auch zahlreiche
Buchhandlungen ihre Tore für immer schließen müssen.

Strobl: "Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die die
Wirtschaft ausmachen und die Arbeitsplätze sichern. Wenn der Bund
diesen Betrieben durch die neue Vergabepraxis das wirtschaftliche
Wasser abgräbt, dann zweigt die blau-schwarze Bundesregierung damit
was sie in Wahrheit von Wirtschaftsförderung und Sicherung des
Wirtschaftsstandortes hält." Strobl berichtet dass bereits zahlreiche
Betriebe aus dem Buchhandel über die Einschränkung ihres
Geschäftsbetriebes auf Grund der drohenden Umsatzeinbussen
nachdenken.

Enttäuscht zeigt sich Strobl, dass eine solche Politik von zwei
Parteien betrieben werde, die, wenn es darum ginge, Stimmen zu
gewinnen, wie bei Wirtschaftskammer-Wahlen, stets betonten, wie sehr
sie sich für die Interessen von KMU einsetzten. "Sobald es aber um
eine wichtige Frage, wie etwa die Zukunft des österreichischen
Buchhandels, wird klar, wem hier wirklich gedient werde." so Strobl
abschließend.

OTS0192    2004-03-18/13:32

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