Buchhandel - Opfer der neuen Bundesvergabepraxis

Strobl warnt: Wirtschaftliche Grundlagen der KMu's und kulturelle Infrastruktur sind gefährdet

Wien (OTS) - "Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich." stellt der Präsident des Wirtschaftsverbandes Wien und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Wien LAbg KR Fritz Strobl zu den ersten Auswirkungen des zentralen Ankaufs von Büchern durch den Bund fest.++++

Bekanntlich hat der Finanzminister über die damit beauftragte Bundesbeschaffungsgesellschaft eine Ausschreibung für Fachzeitschriften, Fachbücher, elektronische Medien, Tageszeitungen und andere Periodika durchführen lassen. Beabsichtigt ist den gesamten Buch- und Zeitschriftenbestand in den Bibliotheken der Ministerien in Gerichten, Schulbibliotheken etc. nunmehr zentral über den Bestbieter zu bestellen.

Der Wirtschaftsverband Wien hat von Anfang an davor gewarnt, dass so den kleinen Buchhändlern Umsätze in zweistelliger Millionenhöhe genommen werden. Strobl warnt: "Gleichzeitig wird damit die von den Bibliotheken aufgebaute kulturelle Infrastruktur mutwillig zerstört."

Bisher war es üblich, dass der Bund seine erforderlichen Materialien dezentral bei den zahlreichen lokalen Buchhändlern bestellte. Bei einzelnen Buchhändlern würde das Umsatzminus bis zu 30 % ausmachen. Strobl befürchtet, dass mit der vollen Umsetzung der zentralen Bücherbeschaffung mit 1.1.2005 auch zahlreiche Buchhandlungen ihre Tore für immer schließen müssen.

Strobl: "Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die die Wirtschaft ausmachen und die Arbeitsplätze sichern. Wenn der Bund diesen Betrieben durch die neue Vergabepraxis das wirtschaftliche Wasser abgräbt, dann zweigt die blau-schwarze Bundesregierung damit was sie in Wahrheit von Wirtschaftsförderung und Sicherung des Wirtschaftsstandortes hält." Strobl berichtet dass bereits zahlreiche Betriebe aus dem Buchhandel über die Einschränkung ihres Geschäftsbetriebes auf Grund der drohenden Umsatzeinbussen nachdenken.

Enttäuscht zeigt sich Strobl, dass eine solche Politik von zwei Parteien betrieben werde, die, wenn es darum ginge, Stimmen zu gewinnen, wie bei Wirtschaftskammer-Wahlen, stets betonten, wie sehr sie sich für die Interessen von KMU einsetzten. "Sobald es aber um eine wichtige Frage, wie etwa die Zukunft des österreichischen Buchhandels, wird klar, wem hier wirklich gedient werde." so Strobl abschließend.

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