ÖVI: Immobilienbranche nimmt Abschied vom Normalverbraucher

Wien (OTS) - Perspektiven und Chancen für den Wirtschaftszweig standen vom 13. bis 20 März im Mittelpunkt der Gespräche auf der 20. Winterseminarwoche des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (ÖVI). Veränderte Kundenprofile, die permanente Gesetzesflut und erweiterte Möglichkeiten der Finanzierung verändern jetzt schon die Rahmenbedingungen für die österreichische Immobilienwirtschaft.

Makler, Immobilienverwalter und Bauträger diskutierten in Bad Hofgastein mit renommierten Seminarvortragenden über die Notwendigkeit, aktiv und kooperativ den geänderten Erwartungshaltungen der Kunden zu begegnen. Denn eines ist klar: vom altbekannten "Otto Normalverbraucher" muss auch die Immobilienbranche Abschied nehmen. An seine Stelle tritt zunehmend ein individualisierter, multioptionaler Klient, wie Referent Werner Beutelmeyer vom Linzer market Institut erklärte. Für die gesamte Immobilienbranche, so waren sich die Teilnehmer einig, bedeutet es, diesem Kunden verstärkt Verlässlichkeit und Bedarfsorientierung anzubieten, weil gerade diese Werte immer mehr in Verlust geraten. Eine solche Qualifikation, die von den Markenunternehmen des ÖVI getragen wird, findet auf unterschiedlichen Ebenen statt. Immobilienverwalter werden künftig noch intensiver und umfassender als bisher Serviceleistungen den Eigentümern anbieten. Diese könnten bei einer 24-Stunden Hotline als erste, vertrauensbildende Anlaufstelle bei Problemen rund um die Immobilie beginnen. Das Service kann aber auch bis hin zum Bedienungskomfort in einem Wohnhaus führen, der den Qualitäten eines Hotels entspricht. In diesem Spektrum der Diversifizierung werden ökonomische Leistbarkeit und die gesetzlichen Rahmenbedingungen, Chancen und Grenzen der Umsetzung bestimmen.

Apropos Gesetz: Die Immobilientreuhänder kritisierten auf der Winterseminarwoche generell die gegenwärtige Gesetzesflut und eine sinkende Qualität der Gesetzgebung, die vielfach auf die Einbeziehung von praxisbewährten Experten verzichtet. Kurz gesagt: das Recht wird schlechter. Diesem Trend muss die Branche ihre wachsende Fähigkeit entgegenhalten, die legistische Komplexität ihrem Kundenkreis vermitteln und mit der Sicherheit betrieblicher Qualifikation abfedern. "Schließlich ist die Zukunft der Immobilientreuhänder nicht vom Berufsbild des ärmelschonertragenden Technokraten geprägt, sondern vom dynamischen, sozial kompetenten Berater, der für seine Leistungen honoriert wird", so ÖVI Präsident Malloth.

Die Veränderung der Rahmenbedingungen für die Immobilienwirtschaft findet derzeit auch im Sektor der Finanzierung statt. Nicht nur das neue Immobilienfondsgesetz allein führt zur Stärkung des Eigenkapitals von Bauträgern. Zunehmend nützen Bauträger - auch ÖVI Mitglieder - die Chance zum Börsegang. Stefan Zapotocky, Vorstandsmitglied der Wiener Börse, erklärte auf der Winterseminarwoche, dass zur Zeit rund 2,5 Mrd. Euro in österreichischen Immobilienaktien angelegt sind. Das sei zwar im EU-Vergleich immer noch verhältnismäßig wenig, so Zapotocky, wenn man bedenkt, dass Deutschland gegenwärtig rund 91 Mrd. Euro in das sichere Anlageprodukt Immobilien investiert sind. Für die kommenden zehn Jahre allerdings gibt sich der Börse-Chef optimistisch. er rechnet mit einer Zunahme des Anlagevolumens auf sieben bis zehn Milliarden Euro. Denn auch im Bereich der Finanzierung findet ein Wandel in Österreich statt: Die Grenzen der Fremdkapitalfinanzierung sind erreicht und zunehmend fassen Bauträger wie Anleger Vertrauen in die Möglichkeiten der Börse.

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Gert Walden
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