- 15.03.2004, 11:43:47
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Gorbach zur Unfallstatistik: Die Richtung stimmt, nicht aber die Geschwindigkeit
Wien (OTS) - "Im Jahr 2003 wurden 931 Menschen bei
Verkehrsunfällen getötet. Jeder einzelne ist einer zuviel, aber es
ist die niedrigste Zahl, die wir je hatten", kommentierte VK
Verkehrsminister Hubert Gorbach am Montag die Präsentation der
Verkehrsunfallbilanz 2003.
Im Jahr 2002 mussten noch 956 Menschen ihr Leben auf Österreichs
Straßen lassen.
"Bei steigenden Verkehrszahlen ist das eine Reduktion von 2,6
Prozent", so Gorbach. "Dennoch haben wir viel zu tun, wenn wir das
ehrgeizige Ziel des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms
erreichen wollen, nämlich die Anzahl der Unfalltoten bis 2010 zu
halbieren. Wir wollen in Sachen Verkehrssicherheit ins europäische
Spitzenfeld aufrücken", zeigte sich Gorbach kämpferisch.
Die aktuelle Statistik zeige klar, wo Handlungsbedarf bestehe, so der
Verkehrsminister. "Die Hauptunfallursachen sind Alkohol am Steuer,
überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand sowie das
Nicht-Verwenden der Gurte und Kindersitze."
Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Kindern ist zwar insgesamt gleich
geblieben, aber die Anzahl der dabei getöteten Kinder ist auf 37
angestiegen, das ist eine Steigerung um 48 Prozent. 22 der insgesamt
37 Kindern starben als Mitfahrer zumeist im elterlichen Auto, zirka
die Hälfte von ihnen war ungesichert unterwegs. "Österreich hat im
Gegensatz zu zahlreichen anderen EU-Ländern klare gesetzliche
Regelungen zur Kindersicherung. Das Verkehrsministerium setzt einen
Aufklärungsschwerpunkt mit einer eigenen Kindersitzbroschüre und
einer eigenen Infopage www.autokindersitz.at", betonte Gorbach.
Weiters kündigte Gorbach eine Änderung der Straßenverkehrsordnung
(StVO) an, um in Zukunft den Einsatz sogenannter "Vortestgeräte" zur
Alkoholüberprüfung zu ermöglichen. Diese Geräte sind einfacher und
rascher zu bedienen als Alkomaten. "Kontrollen können so wesentlich
schneller durchgeführt und die Quote der durchgetesteten Personen
gesteigert werden", führte der Minister aus.
Laut Unfallstatistik stieg die Zahl der Alkohol-Unfälle im Jahr 2003
um 3,8 % und die Zahl der Alko-Lenker um 6,3 %. Hingegen sank die
Anzahl der Alko-Unfalltoten um 8,7 %. Am Wochenende werden tödliche
Verkehrsunfälle fast ausschließlich von 18- bis 24-jährigen
Alkolenkern verursacht und das zumeist von Mitternacht bis in die
frühen Morgenstunden.
Gegenüber dem Vorjahr (89) stieg die Zahl der tödlichen
Motorradunfälle (109) gleich um 22,5 %. Dieses auffällige Plus ist
vor allem auf das außergewöhnliche Schönwetter im Jahr 2003
zurückzuführen. Fast alle Wochenenden zwischen Mai und September
waren niederschlagsfrei. "Die Opferzahl ist dramatisch gestiegen und
zeigt auf, wie wichtig es ist, mehr für die Sicherheit der
Motorradfahrer zu tun. Wir steuern hier mit Fahrsicherheitstrainings
vor allem zu Saisonbeginn in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und
der ARGE Zweirad entgegen. Mit der Sicherheitsinitiative Biker
Projekt zielen wir ab auf Bewusstseinsbildung für einen Fahrstil mit
ausreichender Sicherheitsreserve", erklärte Gorbach.
Insgesamt zeige die Unfallstatistik 2003, dass die im Rahmen des
Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms seit 2002 gesetzten
Maßnahmen wichtige Schritte zu sichereren Straßen sind, betonte der
Verkehrsminister am Montag. Er verwies auf Beispiele wie die
Einführung der Mehrphasenausbildung, den verpflichtenden Bluttest bei
Verdacht auf Drogenkonsum, auf Bewusstseins-Kampagnen des
Verkehrsministeriums wie "Drink & Drive = Death", die Erhöhung der
Strafen für Nichtverwendung des Gurtes (von 7 auf 21 Euro) sowie für
die Missachtung von Fußgängerübergängen. Seit der Einführung der
Section control im Kaisermühlentunnel im September 2003 habe sich in
diesem Abschnitt kein Unfall mehr ereignet, so Gorbach. Eine zweite
Anlage am Wechsel (Richtungsfahrbahn Wien) werde im April in den
Testbetrieb gehen. Der Vollbetrieb ist für den Sommer 2004 geplant.
"Im Jahr 2004 werden zwei weitere Anlagen errichtet", kündigte der
Verkehrsminister an, denn die Statistik zeigt, dass überhöhte
Geschwindigkeit und Drängeln auf Österreichs Straßen leider nach wie
vor auf der Tagesordnung stehen. Wir werden niemals müde,
Gegenmaßnahmen zu ergreifen", betonte Gorbach. (Schluss bxf)
OTS0092 2004-03-15/11:43
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