Prammer korrigiert Rauch-Kallat: Plus bei Frauenerwerbsquote nur wegen mehr Kindergeldbezieherinnen

"Frauen werden durch Regierungsmaßnahmen aus Erwerbsprozess gedrängt

Wien (SK) "Frauenministerin Rauch-Kallat hat außer Worthülsen nichts zu bieten", so SPÖ-Frauensprecherin Barbara Prammer in Reaktion auf die heutigen Ausführungen von Rauch-Kallat zum Gender Mainstreaming. "Dass Gender Mainstreaming ein Auftrag der EU an die Regierungen der Mitgliedsstaaten ist, dürfte Rauch-Kallat in den letzten vier Jahren entgangen sein." Außerdem machte Prammer klar, dass der Freude von Rauch-Kallat über die höhere Frauenerwerbsquote die Grundlage fehlt; denn die statistische Zunahme geht allein auf den erweiterten Bezieherinnenkreis beim Kindergeld zurück. "Tatsächlich werden Frauen zunehmend aus dem Erwerbsprozess gedrängt", warnte Prammer am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Die Daten des Hauptverbandes zeigen laut Prammer eindeutig, dass die höhere Erwerbsquote ausschließlich auf den größeren Bezieherinnenkreis beim Kindergeld zurückgeht - rechne man die zusätzlichen Kindergeldbezieherinnen heraus, gebe es in den letzten vier Jahren nur ein Plus von 6.000 erwerbstätigen Frauen, zugleich gibt es einen Rückgang bei Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen und eine Zunahme der Teilzeit. "Wenn die Frauenministerin dies endlich zur Kenntnis nehmen würde, müsste sie endlich auch erkennen, in welchen prekären finanziellen Situationen sich viele Frauen befinden", sagte Prammer.

Darüber hinaus habe Rauch-Kallat "offensichtlich nicht verstanden, dass Gender Mainstreaming ein Instrument ist, und nicht die Frauenpolitik ersetzt". Und indem sich Rauch-Kallat ausschließlich auf die Führungsebene konzentriere, ignoriere sie die Lebensrealität eines Großteils der österreichischen Frauen, fügte Prammer hinzu. "Letztlich ist die Rauch-Kallat aber auch sehr spät dran mit ihrer Arbeitsgruppe zum Gender Budgeting, nachdem die Steuerreform bereits in der Pipeline ist."

"Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen könnten das Dilemma der Frauen reduzieren", betonte Prammer. "Aber was macht die Regierung? Sie streicht die Kindergarten-Milliarde, fördert den Ausstieg aus dem Berufsleben durch untragbare Kindergeld-Bestimmungen, sie ist dabei ein Teilzeit-Gesetz zu beschließen, von dem nur ein kleiner Teil der Frauen etwas haben wird, und streut den Frauen Sand in die Augen, wenn es um die Pensionen geht, denn die gut klingenden Ankündigungen bringen keinen Euro mehr für Frauen." (Schluss) wf

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