• 14.03.2004, 13:48:38
  • /
  • OTS0039 OTW0039

Prammer korrigiert Rauch-Kallat: Plus bei Frauenerwerbsquote nur wegen mehr Kindergeldbezieherinnen

"Frauen werden durch Regierungsmaßnahmen aus Erwerbsprozess gedrängt

Wien (SK) "Frauenministerin Rauch-Kallat hat außer Worthülsen
nichts zu bieten", so SPÖ-Frauensprecherin Barbara Prammer in
Reaktion auf die heutigen Ausführungen von Rauch-Kallat zum Gender
Mainstreaming. "Dass Gender Mainstreaming ein Auftrag der EU an die
Regierungen der Mitgliedsstaaten ist, dürfte Rauch-Kallat in den
letzten vier Jahren entgangen sein." Außerdem machte Prammer klar,
dass der Freude von Rauch-Kallat über die höhere Frauenerwerbsquote
die Grundlage fehlt; denn die statistische Zunahme geht allein auf
den erweiterten Bezieherinnenkreis beim Kindergeld zurück.
"Tatsächlich werden Frauen zunehmend aus dem Erwerbsprozess
gedrängt", warnte Prammer am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.
****

Die Daten des Hauptverbandes zeigen laut Prammer eindeutig,
dass die höhere Erwerbsquote ausschließlich auf den größeren
Bezieherinnenkreis beim Kindergeld zurückgeht - rechne man die
zusätzlichen Kindergeldbezieherinnen heraus, gebe es in den letzten
vier Jahren nur ein Plus von 6.000 erwerbstätigen Frauen, zugleich
gibt es einen Rückgang bei Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen und
eine Zunahme der Teilzeit. "Wenn die Frauenministerin dies endlich
zur Kenntnis nehmen würde, müsste sie endlich auch erkennen, in
welchen prekären finanziellen Situationen sich viele Frauen
befinden", sagte Prammer.

Darüber hinaus habe Rauch-Kallat "offensichtlich nicht
verstanden, dass Gender Mainstreaming ein Instrument ist, und nicht
die Frauenpolitik ersetzt". Und indem sich Rauch-Kallat
ausschließlich auf die Führungsebene konzentriere, ignoriere sie die
Lebensrealität eines Großteils der österreichischen Frauen, fügte
Prammer hinzu. "Letztlich ist die Rauch-Kallat aber auch sehr spät
dran mit ihrer Arbeitsgruppe zum Gender Budgeting, nachdem die
Steuerreform bereits in der Pipeline ist."

"Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen könnten
das Dilemma der Frauen reduzieren", betonte Prammer. "Aber was macht
die Regierung? Sie streicht die Kindergarten-Milliarde, fördert den
Ausstieg aus dem Berufsleben durch untragbare
Kindergeld-Bestimmungen, sie ist dabei ein Teilzeit-Gesetz zu
beschließen, von dem nur ein kleiner Teil der Frauen etwas haben
wird, und streut den Frauen Sand in die Augen, wenn es um die
Pensionen geht, denn die gut klingenden Ankündigungen bringen keinen
Euro mehr für Frauen." (Schluss) wf

OTS0039    2004-03-14/13:48

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel