"profil": Heftige Kritik Böhmdorfers an Grasser

Justizminister warnt in vertraulichem Schreiben an FPÖ-Spitzen vor Steueramnestie-Plänen des Finanzministers

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, gibt es eine gravierende Meinungsverschiedenheit zwischen Justizminister Dieter Böhmdorfer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Anlass für die Differenzen ist Grassers Plan einer pauschalen Steueramnestie für Firmen und Private, die im Rahmen der Steuerreform 2005 beschlossen werden soll.

In einem als "vertraulich" gekennzeichneten Schreiben vom 11. März an die geschäftsführende FPÖ-Obfrau Ursula Haubner, den formalen FPÖ-Chef Herbert Haupt, den freiheitlichen Klubobmann Herbert Scheibner und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider weist Böhmdorfer Grassers Vorhaben zurück: Der Finanzminister diskriminiere dadurch jene Steuerzahler, die ihrer Steuerpflicht pünktlich und vollständig nachgekommen seien.

In seinem vertraulichen Schreiben warnt Böhmdorfer laut "profil" die FPÖ-Spitzen auch vor möglichen negativen Folgen der Steueramnestie für die Partei: "Diejenigen Wähler, die uns vertrauen und selbst ihre Steuern brav bezahlt haben, werden kaum Verständnis daür aufbringen, dass der Finanzminister angeblich gehortetes Schwarzgeld österreichischer Steuerzahler bei gleichzeitigem Nachlass von 60 Prozent durch eine Amnestie hereinbringen will."

Nach dem Willen Böhmdorfers soll das Thema in der nächsten Strategiesitzung der FPÖ besprochen werden.

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