• 12.03.2004, 11:13:27
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Wien: 70 Prozent aller Taferlklassler ohne klassischen Noten

Schüler und Eltern wollen verbale Leistungsbeurteilung - Wiens Schulen werden diesem Wunsch gerecht

Wien (OTS) - "In Wien ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit von
Formen alternativer Leistungsbeurteilung jenseits von Noten längst
entschieden worden - und zwar von den Schülern und Eltern selbst. Die
Tatsache, dass in 70 Prozent aller ersten Klassen in den Volksschulen
alternativ beurteilt wird, spricht hier eine deutliche Sprache.
Wichtig: Voraussetzung für die Einführung dieser Beurteilungsformen
ist die Zustimmung der Eltern", stellte Wiens Amtsführende
Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl Freitag fest.

Zu den Fakten: Insgesamt gibt es 657 Klassen für Elementarschüler
(Taferlklassler). In 70 Prozent dieser Klassen werden Formen
alternativer Leistungsbeurteilung (verbale Beurteilung, kommentierte
direkte Leistungsvorlage, Pensenbuch, Bildungsdokumentation,
Studienbuch) angewendet. Bei einem Mittelwert von 25,3 Schülern pro
Klasse bedeutet dies, dass alljährlich allein für die
Elementarklassen 16.620 Eltern für diese Form der
Leistungsbeurteilung optieren. Aufgrund der Übertrittsproblematik in
die Mittelstufenarten verdünnt sich dieser Prozentsatz in der
Grundstufe II natürlich, jedoch selbst dort: In den 3. und 4. Klassen
werden immer noch 232 Klassen mit Formen alternativer
Leistungsbeurteilung geführt.

Und auch bei den Älteren: 25% aller Schüler zwischen 10 und 14
Jahren in Wiener Pflichtschulen (Hauptschule oder Mittelschule) und
auch in einer AHS erhalten ein Zeugnis ohne Ziffernnoten: Manchmal
mit und manchmal ohne begleitendes zusätzliches gleichwertiges
Notenzeugnis. Die Namen für diese alternativen Zeugnisse sind
unterschiedlich: lernzielorientierte Beurteilung,
Bildungsdokumentation, kommentierte direkte Leistungsvorlage. Mit
Ende der 8.Schulstufe (4.Klasse) jedoch wird allen Schülern ein
Notenzeugnis ausgestellt, das zum Übertritt in andere Schulformen
berechtigt.

Brandsteidl abschließend: "Die Fakten sprechen für sich: Entgegen
anders lautender Behauptungen präferieren Schüler und Eltern
eindeutig für alternative Formen von Leistungsbeurteilung. Wien nimmt
diesen Wunsch ernst und hat schon lange dafür gesorgt, hier
entsprechende Angebote zu schaffen. Unsere zwanzigjährige Erfahrung
in Schulversuchen bestätigt überdies, dass diese Art der Zeugnisse
besonders leistungsfördernd ist, da die Schüler hier individuelle
Rückmeldungen über ihre Leistungen erhalten. Keine Note kann ähnlich
treffsicher das Leistungspotenzial des Einzelnen beschreiben. Jene
Eltern und Schüler, die Zeugnisse ohne Ziffernnoten erhalten, wollen
diese fortschrittliche Form der Leistungsbeurteilung nicht mehr
missen." (Schluss) ssr

OTS0110    2004-03-12/11:13

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