Shicoff: Kritik an Salzburger Festspielen, spektakuläre Pläne in Wien

Wien (OTS) - Neil Shicoff, einer der bedeutendsten Tenöre der
Zeit, ist von den Salzburger Festspielen enttäuscht. In der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe erklärt Shicoff, die für 2005 vorgesehene Wiederaufnahme von "Hoffmanns Erzählungen" sei gegen seinen Willen abgesagt worden. Shicoff: "Offenbar passt diese Aufführung aus technischen oder ästhetischen Gründen nicht ins Konzept. Ich habe in Salzburg auch keine anderen Pläne, und ich verhehle nicht, dass mich das sehr enttäuscht. Ich liebe dieses Festival und dieses Publikum und wäre gern wiedergekommen."

Mit der Wiener Staatsoper hingegen hat Shicoff nach eigener Aussage spektakuläre Pläne: 2005 Puccinis "Manon Lescaut"; 2006 "Idomeneo" mit Seiji Ozawa und Willy Decker - für diese Produktion will er schon in den nächsten Wochen die Vorarbeit aufnehmen, weil "dieses Werk meine gesamte Konzentration erfordert"; 2007/08 "Der Tod in Venedig" als dritte große Britten-Oper nach "Peter Grimes" und "Billy Budd". Eine weitere große Produktion ist laut Shicoff für 2009/10 vorgesehen.

Außerdem tritt er mit Günter Krämers Inszenierung der Halévy-Oper "La Juive einen beispiellosen Weg um die Welt an: "Dieses Werk ist für mich mehr als eine Oper. Es ist ein Statement gegen Fanatismus und Intoleranz, und wie dadurch jeder verliert. Ich werde die Produktion mit Herrn Holenders Hilfe in den nächsten Jahren überall auf der Welt herausbringen: 2006 in Berlin, 2006/07 in Paris, 2007/08 in Zürich, 2008/09 vielleicht in London - im selben Jahr soll sie an die Met zurückkehren -, 2009/10 ist eine Koproduktion mit Los Angeles in Diskussion. Schon 2005/06 soll in Venedig eine Neuinszenierung kommen. Wenn ich die Idee dieser Oper in die Welt tragen kann, werde ich das an sovielen Orten tun, wie ich nur kann. ,La Juive’ ist mein Hauptprojekt."

Sein Wunsch, selbst Direktor der Wiener Staatsoper zu werden, ist kein Thema: "Herr Holender bleibt bis 2010, so dass sich diese Diskussion erübrigt. Er tut einen vorzüglichen Job, nach meiner Einschätzung ist er einer der Top-Top-Intendanten der Welt. Wir können alle nur froh sein, ihn zu haben."

Deshalb beabsichtigt er auch, Wien zum Lebensmittelpunkt zu machen: "Vorerst lebe ich je zur Hälfte des Jahres in Amerika und der Schweiz. Aber ich beabsichtige, meine europäischen Agenden irgendwann nach Wien zu verlegen."

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