• 10.03.2004, 11:59:58
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Shicoff: Kritik an Salzburger Festspielen, spektakuläre Pläne in Wien

Wien (OTS) - Neil Shicoff, einer der bedeutendsten Tenöre der
Zeit, ist von den Salzburger Festspielen enttäuscht. In der morgen
erscheinenden NEWS-Ausgabe erklärt Shicoff, die für 2005 vorgesehene
Wiederaufnahme von "Hoffmanns Erzählungen" sei gegen seinen Willen
abgesagt worden. Shicoff: "Offenbar passt diese Aufführung aus
technischen oder ästhetischen Gründen nicht ins Konzept. Ich habe in
Salzburg auch keine anderen Pläne, und ich verhehle nicht, dass mich
das sehr enttäuscht. Ich liebe dieses Festival und dieses Publikum
und wäre gern wiedergekommen."

Mit der Wiener Staatsoper hingegen hat Shicoff nach eigener
Aussage spektakuläre Pläne: 2005 Puccinis "Manon Lescaut"; 2006
"Idomeneo" mit Seiji Ozawa und Willy Decker - für diese Produktion
will er schon in den nächsten Wochen die Vorarbeit aufnehmen, weil
"dieses Werk meine gesamte Konzentration erfordert"; 2007/08 "Der
Tod in Venedig" als dritte große Britten-Oper nach "Peter Grimes" und
"Billy Budd". Eine weitere große Produktion ist laut Shicoff für
2009/10 vorgesehen.

Außerdem tritt er mit Günter Krämers Inszenierung der Halévy-Oper
"La Juive einen beispiellosen Weg um die Welt an: "Dieses Werk ist
für mich mehr als eine Oper. Es ist ein Statement gegen Fanatismus
und Intoleranz, und wie dadurch jeder verliert. Ich werde die
Produktion mit Herrn Holenders Hilfe in den nächsten Jahren überall
auf der Welt herausbringen: 2006 in Berlin, 2006/07 in Paris, 2007/08
in Zürich, 2008/09 vielleicht in London - im selben Jahr soll sie an
die Met zurückkehren -, 2009/10 ist eine Koproduktion mit Los Angeles
in Diskussion. Schon 2005/06 soll in Venedig eine Neuinszenierung
kommen. Wenn ich die Idee dieser Oper in die Welt tragen kann, werde
ich das an sovielen Orten tun, wie ich nur kann. ,La Juive’ ist mein
Hauptprojekt."

Sein Wunsch, selbst Direktor der Wiener Staatsoper zu werden, ist
kein Thema: "Herr Holender bleibt bis 2010, so dass sich diese
Diskussion erübrigt. Er tut einen vorzüglichen Job, nach meiner
Einschätzung ist er einer der Top-Top-Intendanten der Welt. Wir
können alle nur froh sein, ihn zu haben."

Deshalb beabsichtigt er auch, Wien zum Lebensmittelpunkt zu
machen: "Vorerst lebe ich je zur Hälfte des Jahres in Amerika und der
Schweiz. Aber ich beabsichtige, meine europäischen Agenden irgendwann
nach Wien zu verlegen."

OTS0125    2004-03-10/11:59

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES

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