WKÖ: Ungarn - Trotz Rissen im wirtschaftlichem Fundament auf Europakurs

Veranstaltungsschwerpunkt EU-Erweiterung - Seminarreihe und Podiumsdiskussion zu ungarisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen

Wien (PWK163) - Die bevorstehende EU-Erweiterung ist Anlass für
die Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ, heimische Unternehmen auf die Möglichkeiten in den künftigen EU-Mitgliedsländern aufmerksam zu machen. Sozusagen eine "Schlussoffensive" für Unternehmen, die ihre Chance in diesen Ländern nützen wollen. Den Auftakt der Veranstaltungsreihe, die alle Beitrittsländer aus Mittel- und Osteuropa umfassen wird, machte Polen, gefolgt von der Tschechischen Republik. Gestern, Dienstag, fand die Veranstaltungsreihe ihre erfolgreiche Fortsetzung mit einem Ungarn-Tag. Die WKÖ stand ganz im Zeichen unseres östlichen Nachbarlandes. In Fachseminaren wurde das Thema "Ungarn - Österreichs wichtigster Partner in den MOEL wird in 60 Tagen Mitglied der EU" analysiert. Die Veranstaltung wurde von der Spedition Gebrüder Weiss großzügig unterstützt.

Im zweiten Teil mit dem Titel "Horizonte - Export verbindet Welten" wurde in einer prominent besetzten Podiumsdiskussionen über das Thema "Wie gut ist Ungarn auf den EU-Beitritt vorbereitet - kommt Ungarns Wirtschaft durch den EU-Beitritt noch in Schwierigkeiten?" debattiert. Diskussionsteilnehmer waren unter der Leitung von Paul Lendvai ( Chefredakteur der "Europäischen Rundschau", Leiter "ORF-Europastudio"), Richard Schenz (WKÖ-Vizepräsident), Szabolcs Fazakas (ungarischer Wirtschaftsminister a.D und Parlamentsabgeordneter), Julia Szaszi (Korrespondentin der größten ungarischen Tageszeitung "Nepszabadsag") und Sándor Richter (Staff-Economist des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche - WIIW).

Richard Schenz betonte in seinem Eingangsstatement, dass "Ungarn nach wie vor der wichtigste österreichische Handelspartner unter den Mittel- und Osteuropäischen Ländern ist." Und das trotz der "Risse im wirtschaftlichen Fundament", ergänzte Paul Lendvai. Dennoch ist Ungarn auf dem richtigen Weg und die ungarische Wirtschaft europareif, "auch wenn sich die ungarische Bevölkerung nicht wirklich gut auf den EU-Beitritt vorbereitet fühlt", wie Julia Szaszi erwähnte. Zur Fragestellung der Podiumsdiskussion, ob Ungarns Wirtschaft durch den EU-Beitritt noch in Schwierigkeiten gerät, meinte Sándor Richter, dass "die EU Ungarns Wirtschaft sicher nicht in Schwierigkeiten bringen werde, da die Wirtschaft bereits in Schwierigkeiten steckt." Ab dem Jahr 2000 durchlebte Ungarn eine leichte Krise, die Talsohle sei aber überschritten. "Jetzt gilt es unseren guten Ruf als Wirtschaftsstandort wieder herzustellen", sagte Szabolcs Fazakas. Dafür müsse die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Investoren ins Land gelockt werden. Diesbezüglich seien große Reformschritte nötig. Fazakas bedauerte, dass auf Grund der bevorstehenden Europawahlen im Juni, derzeit "Reformentscheidungen aus innenpolitischen Gründen auf Eis gelegt wurden und erst ab dem Sommer mit Reformen, etwa in der Verwaltung oder im Gesundheitswesen, gerechnet werden kann." Abschließend betonte Fazakas die Bedeutung Österreichs für Ungarn auf dem Weg nach Europa: "Österreich war der erste große Investor in Ungarn und wir haben von Österreich gelernt, wie man sich europäisch benimmt." Diesbezüglich betonte er die Wichtigkeit einer Kooperation der kleinen mitteleuropäischen Staaten Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei: "Wir müssen zusammenhalten, dann können wir auch in der EU etwas erreichen, denn wir sind keine Konkurrenten." Außerdem gehe der direkte Weg von Budapest nach Brüssel über Wien und dadurch ergeben sich für beide Seiten enorme Chancen auf dem gemeinsamen europäischen Weg.
Den kulinarischen Abschluss des Tages bildet im Rahmen des Exporter´s Club ein ungarisches Abendbuffet mit einer von der ungarischen Botschaft organisierten Weinverkostung mit Weinen der Villány-Siklós Weinstraße (Süd-Ungarn).

Die weiteren Veranstaltungen zum Thema "EU-Erweiterung":
Slowakei: 15. April 2004
Baltikum: 27. Mai 2004
Slowenien: Juni 2004
(BS)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Bernhard Salzer
Tel.: (++43-1) 0590 900-4464
Fax: (++43-1) 0590 900-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0001