- 08.03.2004, 10:01:28
- /
- OTS0046 OTW0046
ÖAMTC-Befragung ergibt: Jeder zweite Autofahrer glaubt, morgen beim Führerschein durchzufallen
Verkehrswissen im Autofahrer-Alltag: Zwischen Affinität, Erfahrung und Realismus
Wien (ÖAMTC-Presse) - Die Führerscheinprüfung ist für viele schon
ewig her. Ginge es darum, morgen nochmals anzutreten, rechnet sich
nur jeder zweite Autofahrer Chancen zum Durchkommen aus. Nur jeder
Achte ist sich sicher, eine Führerscheinprüfung morgen zu bestehen.
Das ergab eine repräsentative österreichweite Befragung von ÖAMTC und
dem Hitradio Ö3, durchgeführt von Info Research International.
1.000 Autofahrer und Autofahrerinnen wurden im Februar 2004
telefonisch befragt. Fast zwei Drittel davon - mehr Männer als Frauen
- sind fast täglich mit dem Auto unterwegs. "Wer öfter fährt, hat
mehr Selbstvertrauen und ist sich sicherer, eine Führerscheinprüfung
morgen zu bestehen", sagt ÖAMTC-Marktforscherin Eva Lackner. Auch
Führerscheinneulinge, die den Schein nicht länger als zwei Jahre
haben, sehen einer Prüfung zuversichtlicher entgegen, weil das Wissen
noch präsenter ist. "Nahezu alle, die morgen unsicher in eine
Führerscheinprüfung gehen würden, sehen die Probleme in der Theorie",
berichtet Lackner. "Einer praktischen Fahrprüfung würden die meisten
gelassen entgegen sehen."
Zwtl. Zurück an die Quelle des Wissens
Bei einem Blitztest zum Führerscheinwissen stellte sich heraus,
dass die Autofahrer insgesamt besser abschneiden, als sie sich
zutrauen. Verkehrzeichen, Verkehrsrecht und Verkehrsregeln,
Fahrzeugtechnik und Fahrzeugverhalten wurden in exemplarischen Fragen
abgeprüft. Die Hälfte der Befragten schätzt ihr Wissen vorab als sehr
gut ein, immerhin knapp zwei Drittel können im Schnitt eine richtige
Antwort geben.
"Hohe Selbsteinschätzung ist in Wissensgebieten gegeben, denen man
als Autofahrer täglich begegnet", interpretiert die Marktforscherin
des Clubs die Ergebnisse. Verkehrszeichen und Verkehrsregeln werden
zum Basiswissen gezählt und im Schnitt am sichersten beantwortet.
Sattelfestigkeit in Technik und Fahrzeugverhalten beweisen vermehrt
jene, die häufig mit dem Auto unterwegs sind. Gelegenheitsfahrer
wissen weniger, schätzen ihre Kenntnisse aber auch geringer ein. Groß
ist das Wissen noch bei den Führerscheinneulingen, die den Schein
weniger als zwei Jahre besitzen. Sie sind sich der geringeren
Fahrpraxis aber bewusst. Die Senioren unter den Führerscheinbesitzern
machen fehlendes theoretisches Wissen hingegen durch ihren
zurückhaltenden Fahrstil und ihre Erfahrung wieder wett.
"Frauen geben sich vorsichtiger als Männer, ob sie eine
Führerscheinprüfung morgen bestehen würden", berichtet Lackner. Vor
allem in den Bereichen Fahrzeugtechnik und Fahrzeugverhalten schätzen
weibliche Autofahrerinnen ihr Wissen geringer ein als männliche. Der
Blitztest zeigt aber: Frauen wissen deutlich mehr, als sie sich
vorher selbst zugetraut haben.
Drei Viertel der Befragten meinen, die Führerscheinprüfung sei
angemessen schwer. "Die Prüfung wird als Einstiegshürde zum
Autofahren gesehen und auch akzeptiert", sagt Lackner. "Auffällig
ist, dass ein Drittel der Führerscheinneulinge, der Meinung ist, sie
sei sogar zu leicht."
Autofahren zwischen Lust und Frust
"Zügig und flott" - so beschreibt jeder fünfte Autofahrer seinen
Fahrstil, darunter mehr Männer als Frauen und besonders viele
18-25-Jährige. Wer häufig fährt, ist laut Umfrage auch zügiger
unterwegs. Im Gegensatz dazu: Jeder fünfte Autolenker - besonders
ältere Lenker und Gelegenheitsfahrer - ist nach eigener Einschätzung
zurückhaltend und vorsichtig unterwegs.
Die Lust am Autofahren wird häufig von gefährlichen Situationen im
Alltag und Sorgen getrübt. ÖAMTC und Ö3 haben erhoben, dass ein
Viertel der Befragten zumindest einmal im Monat beim Autofahren eine
gefährliche Situation erlebt. Die größten Sorgen bereiten den
Österreichern rücksichtslose Autofahrer und Drängler, aber auch
schlechte Fahrbahn- oder Wetterbedingungen.
Stark beeinflussender Faktor ist die Häufigkeit des Fahrens: "Ein
Vielfahrer erlebt auch viel. Gefährliche Situationen gehören zu
seinem täglichen Autofahrer-Alltag. Laut Umfrage ist er weniger
sorgenvoll und ängstlich", sagt die ÖAMTC-Marktforscherin. Wer selten
mit dem Auto unterwegs ist und nach eigenen Angaben eher
zurückhaltend fährt, begegnet zwar seltener gefährlichen Situationen,
macht sich aber überdurchschnittlich viele Sorgen. Auch Fahranfänger
erleben viele gefährliche Situationen, machen sich zwar Sorgen,
fahren aber trotzdem schnell. "Hier geht es vor allem um das Ausloten
von Grenzen," umreißt Lackner das Verhalten der Risikogruppe unter
den jungen Lenkern.
Auf das Bewusstsein und die richtige Selbsteinschätzung kommt
es an
"Die gemeinsame Studie von ÖAMTC und Ö3 zeigt, dass verschiedene
Autofahrer-Typen ihre jeweils eigenen Strategien entwickeln, um den
persönlichen Fahralltag zu bewältigen", zieht die Marktforscherin des
Clubs Bilanz aus der Befragung. Bewusstsein und die richtige
Selbsteinschätzung sind die wichtigsten Voraussetzungen für sicheres
Autofahren, stellt sich heraus. Ziel des ÖAMTC ist es, mit den
Ergebnissen der Studie zum Verkehrswissen der Österreicher wieder
mehr von diesem Bewusstsein zu wecken.
"Sicherheit auf Österreichs Straßen hat bei Ö3 höchste Priorität",
sagt Thomas Ruthner, Leiter der ORF-Verkehrsredaktion. Ö3 hat sich in
den vergangenen Jahren mit Schwerpunktthemen rund um die
Verkehrssicherheit engagiert: "Jürgen 19 - Alkohol am Steuer",
"Tatort Straße - Drängeln tötet" und die aktuellen
Geisterfahrer-Statistiken. "Die Studie zum Verkehrswissen der
Österreicher spiegelt die Selbsteinschätzung der Autofahrer wider.
Nur fundiertes Wissen und richtiges Bewusstsein ermöglichen ein
korrektes und dadurch sicheres Verhalten im komplexen System des
Straßenverkehrs", sagt Ruthner.
Ergebnisse bestätigen auch Mehrphasen-Führerschein
"Die Ergebnisse der Befragung bestätigen auch den Sinn hinter der
Einführung des Mehrphasen-Führerscheins", sagt ÖAMTC-Jurist Martin
Hoffer. Seit dem Vorjahr ist nach der Führerscheinprüfung eine zweite
Ausbildungsphase mit Perfektionsfahrten und einem
Fahrsicherheitstraining verpflichtend vorgeschrieben. Ziel ist es,
die hohe Zahl von jährlich mehr als 17.600 verunglückten Jugendlichen
in der Altersgruppe bis 24 Jahre in Zukunft drastisch zu verringern.
"Zentrale Aufgabe der zweiten Ausbildungsphase ist es, das
Risikobewusstsein nachhaltig im Autofahrerleben zu verankern. Dieses
Ziel muss sichergestellt sein", sagt Hoffer.
Nähere Informationen rund um das Thema "Führerschein" finden sich
auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/fuehrerschein/,
auf der man sein Führerscheinwissen auch online unter Beweis stellen
kann.
Aviso an die Redaktionen:
Grafiken zur Führerschein-Befragung finden sich im
ÖAMTC-Foto-Service, abrufbar auf der Homepage des Clubs unter
http://www.oeamtc.at/presse/.
(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger
OTS0046 2004-03-08/10:01
OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP






