Kalliauer: "Moderne Arbeitszeitmodelle für Schichtarbeiter einführen"

Linz (OTS) - Immer mehr Firmen versuchen aus wirtschaftlichen Überlegungen, ihre Betriebszeiten auszudehnen. Die Anliegen der Beschäftigten kommen dabei oft unter die Räder. Mit modernen Schichtsystemen können aber sowohl die Anliegen der Belegschaft als auch die Wünsche der Unternehmen berücksichtigt werden, so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

In Oberösterreich leisten rund 89.000 Arbeitnehmer regelmäßig Schicht-/Wechsel- oder Turnusdienst, rund 54.000 Männer und 35.000 Frauen. Damit steht jeder sechste heimische Beschäftigte in einem solchen Arbeitszeitmodell.

Schichtarbeit hat enorme Auswirkungen auf Körper und Geist. Wer zum Beispiel in der Nacht arbeitet, muss sich um 60 Prozent mehr anstrengen, um zum gleichen Ergebnis wie am Tag zu kommen. Die dadurch notwendigen längeren Regenerationszeiten sind in den meisten Schichtsystemen allerdings nicht möglich.

Der entstehende Dauerstress macht Schichtarbeiter/-innen anfällig für Krankheiten. Jedes Jahr geleisteter Schichtdienst verkürzt die Lebenserwartung um drei bis vier Monate - Schichtarbeiter haben eine Lebenserwartung von durchschnittlich 63 Jahren.

Schichtarbeit beeinträchtigt aber auch die Lebensqualität. Betroffene finden kaum Zeit für ein befriedigendes Familien- und Sozialleben.

"Die Agrolinz mit ihren 400 Arbeitern im vollkontinuierlichen Fünf-Schicht Betrieb zeigt, dass die Anliegen der Belegschaft und die Wünsche der Geschäftsführung unter einen Hut gebracht werden können", verweist AK-Präsident Johann Kalliauer auf neue Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung.

Betriebsrat und Geschäftsführung der Agrolinz haben seit dem Jahr 2001 ein neues Schichtsystem eingeführt. Statt 38 Stunden wird jetzt 34,5 Stunden pro Woche gearbeitet, zwischen den einzelnen Schichtfolgen gibt es längere Ruhepausen, die Arbeiter haben jedes zweite Wochenende frei. Die besonders belastenden Nachtschichten werden vor beziehungsweise nach den Freizeitblöcken geleistet.

Die Kosten der Arbeitszeitverkürzung wurden nach einem Schlüssel 40:60 auf Arbeitnehmer und Unternehmen aufgeteilt. 85 Prozent der Arbeiter sind laut einer Umfrage des Betriebsrates mit der neuen Regelung zufrieden, das Unternehmen spart sich die Kosten für die im alten Schichtsystem zuletzt enorm gestiegenen Krankenstände.

"Die beste Lösung für jeden einzelnen Betrieb kann nur dann gefunden werden, wenn Geschäftsleitung, Betriebsrat und Belegschaft kooperieren. Gewerkschaft und Arbeiterkammer können mit ihrem Fachwissen helfen", schließt AK-Präsident Kalliauer.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2187
norbert.ramp@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001