• 04.03.2004, 16:42:46
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Auch ÄrztInnen können nicht 365 Nächte im Jahr durcharbeiten

Arge ÄrztInnen im ÖGB verlangt Obergrenzen für Arbeitszeit

Wien (ÖGB) - "Ich möchte von keinem Arzt operiert werden, der
gerade drei Tage und drei Nächte durchgearbeitet hat", lehnt die
Vorsitzende der Arge ÄrztInnen im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser, die
Vorschläge von Minister Martin Bartenstein zur ÄrztInnen-Arbeitszeit
ab. Bartenstein hatte verlangt, die Nachtdienste aus der
EU-Arbeitszeitrichtlinie auszunehmen - was dazu führen würde, dass
die MedizinerInnen in Österreichs Spitälern neben ihrer normalen
Tagesarbeitszeit theoretisch dazu verpflichtet werden könnten, 365
Nächte im Jahr zu arbeiten.++++

"Für die PatientInnen ist es unzumutbar, von derartig überlasteten
ÄrztInnen behandelt zu werden - und von den ÄrztInnen kann doch nicht
ernsthaft verlangt werden, dass sie bis zu sieben Mal in der Woche
zwölf Stunden Nachtdienst schieben müssen", kritisiert Oberhauser
Bartensteins Vorschläge.

Die ÄrztInnenvertreterin sieht durchaus ein, dass der in der
EU-Arbeitszeitrichtlinie vorgesehene Arbeitszeitrahmen von 48 Stunden
pro Woche das Spitalssystem vor unlösbare Finanzierungsprobleme
stellen würde. "Aber eine Arbeitszeit-Obergrenze muss bestehen
bleiben, um die Qualität des Gesundheitssystems nicht komplett
auszuhöhlen", so Oberhauser. Derzeit besteht in Österreich eine
"vernünftige Regelung", die einen Höchstrahmen von 48 Stunden plus
zwölf Stunden Bereitschaft vorsieht.

"Wir werden uns auf ein vernünftiges Maß einigen müssen, das
sowohl den Interessen der PatientInnen als auch denen der ÄrztInnen
entspricht", fordert Oberhauser. Möglich und sinnvoll wäre, wenn
durch Kollektivverträge eine Ausweitung der Arbeitszeitgrenze bei
Arbeitsbereitschaft erfolgt, jedoch auch für diesen Fall eine
maximale Obergrenze festgelegt wird, so Oberhauser abschließend.(fk)

ÖGB, 4. März
2004
Nr. 131

OTS0245    2004-03-04/16:42

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