- 04.03.2004, 08:44:06
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Sparmaßnahmen der Krankenkassen durch verstärkten Generika-Einsatz
Cabana: Praktikable Lösungen zum Wohle der Patienten sind erforderlich
Saalfelden (OTS) - Apothekerkammer-Präsident Mag.pharm. Dr.
Herbert Cabana erklärt zu den Bedenken von Ärztekammer-Präsident Dr.
Reiner Brettenthaler in Bezug auf vermehrte Generika-Verschreibungen:
"Wir Apotheker verstehen die Notwendigkeit der Krankenkassen, durch
den forcierten Einsatz von Generika zu sparen und beurteilen daher
die verstärkte Abgabe dieser gleichwertigen Nachbau-Präparate
positiv."
Cabana weiter: "Die täglich steigende Zahl verordneter Generika
zahlreicher Hersteller führt allerdings bereits heute zu sehr großen
Problemen, die von uns Apothekern unter den derzeitigen
Rahmenbedingungen, nicht mehr alleine gelöst werden können."
Früher gab es von einem Wirkstoff eine Hand voll
Darreichungsformen, die von praktisch jeder Apotheke auf Lager
gehalten wurden. Heute gibt es von einem Wirkstoff oft über 100
verschiedene Packungen. Häufig muss der Apotheker an der Tara beim
Beratungsgespräch mit dem Kunden feststellen, dass er zwar 100
verschiedene Packungen auf Lager hat, aber auf dem Rezept die 101.
verschrieben ist. Das bedeutet nach den jetzigen rechtlichen
Bestimmungen, dass der Kunde weggeschickt werden muss - das
entsprechende Präparat bestellt - und der Patient ein zweites Mal in
die Apotheke kommen muss. Und das obwohl 100 gleichwertige Präparate
vorhanden sind. "Das ist für den Patienten unzumutbar und für die
Versorgungseffizienz unbefriedigend. Eine Schikane gegenüber kranken
Menschen. Diese Entwicklung wird sich jedoch in Zukunft noch
verstärken.", betont Cabana.
Die Apotheken haben bereits jetzt - den schon umgesetzten
Sparmaßnahmen der Krankenkassen entsprechend - ihre Lagerbestände um
viele alternative Generika erweitert. Darüber hinaus geben
Apothekerinnen und Apotheker verunsicherten Patienten, die vom Arzt
auf ihnen unbekannte Generika umgestellt wurden und deren Tablette
jetzt eine andere Farbe hatte, in vielen ausführlichen
Beratungsgesprächen Sicherheit.
"Wir bieten unsere Sachkompetenz an. Nach dem Pharmaziestudium auf
der Universität und der Praxisausbildung in der Apotheke ist jede
Apothekerin und jeder Apotheker bestens ausgebildet, Patienten
detailliert über Medikamente und deren richtige Einnahme zu beraten.
Damit ist die Sicherheit und Compliance für die Patienten
gewährleistet", erläutert Cabana weiter. "Wir zeigen daher diese
Problematik auf und fordern von den Verantwortlichen im
Gesundheitssystem praktikable Lösungen im Sinne der Patienten und
ohne bürokratische Schikanen für Patienten und Apotheken.", so Cabana
abschließend.
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