• 01.03.2004, 11:49:06
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ÖAMTC: Im Zuge der EU-Erweiterung wird Stauchaos im Großraum Wien zum Prüfstein

Beim Verkehrsmanagement ist es schon fünf nach 12

Wien (ÖAMTC-Presse) - Eher fünf nach 12 Uhr hat nun Vizekanzler
Hubert Gorbach nach Meinung des ÖAMTC-Verkehrsexperten Willy Matzke
die Reißleine gezogen. Gorbach versucht mit den infrastruktur
Verantwortlichen der Nachbarländer, ein Korridormanagement zu den
Metropolen aufzubauen. Genau das hat nämlich der ÖAMTC seit Jahren
gefordert. "Denn man kann den Menschen nur schwer begreiflich machen,
dass auf der künftigen Spange Kittsee (A 6) der Spatenstich schon im
November 2002 erfolgt ist, sich aber bis heute kein einziger Bagger
dort bewegt hat", kritisiert Matzke. Laut Asfinag ist für diese
Verzögerung ein nicht koordiniert-genehmigtes Windkraftwerk
verantwortlich. Die Windräder stünden nämlich zu nahe an der
vorgesehenen Straße.

Kein Grund zur Pankik besteht für den ÖAMTC-Verkehrsexperten Willy
Matzke, wenn es um die Verkehrsbewältigung in der erweiterten EU nach
dem 1. Mai 2004 geht. Denn der Fernverkehr wird auch nachher nicht
mehr als 10 Prozent des Gesamtverkehrs in der Ostregion Österreichs
ausmachen.

Schwere Vorwürfe richtet der Club aber an die
Verkehrskoordinatoren im Großraum Wien: Die schon für 1995
versprochene Gesamtumfahrung Wiens wird zwar voraussichtlich in einem
kleinen Abschnitt noch heuer befahrbar sein, weil die ÖSAG schneller
war als vorgesehen. Aber das wichtigste Projekt für die gesamte
Ostregion, nämlich eine 6. Donaubrücke ist noch in genauso weiter
Ferne wie die Wiener Nordumfahrung. Schon 2007 wird es von St. Pölten
über Krems und Tulln eine zweite durchgehende Autobahnverbindung nach
Wien geben und dann wird der Knoten Kaisermühlen der größte Parkplatz
Österreichs sein. Einzige Lösung für den ÖAMTC-Experten ist der
sofortige Baubeginn der verlängerten Donauuferautobahn (A 22) und der
Lückenschluss über eine neue Donaubrücke zum Knoten Schwechat. Nur
damit ist die lückenlose Verbindung zur Wiener Südumfahrung (S 1) zur
Ostautobahn (A 4) nach Budapest und zur Spange Kittsee (A 6) nach
Bratislava gewährleistet.

In anderen österreichischen Regionen ist man aber für das neue Europa
akzeptabel gerüstet wie:

*Die Pyhrnautobahn (A 9) in Oberösterreich als Verbindung von
Passau nach Graz und weiter in den Osten wird noch in diesem Jahr
durchgehend fertig und die zweite Röhre des Plabutschtunnel wurde
bereits am 29. Jänner 2004 eröffnet.

* Die Semmeringquerung (S 6) wird mit zwei weiteren Tunnels im
Herbst fertig. Gleichzeitig soll der gefährliche
Gegenverkehrsabschnitt bei Kindberg aufgelöst werden. Der Baubeginn
für einen zweiten Ganzsteintunnel bei Mürzzuschlag ist für 2005
angesetzt.

* Auf der Südautobahn (A 2) sollen ab dem Sommer alle
Problemtunnel fertige zweite Röhren haben.

"Zügig die geplanten Straßenbauprojekte ohne weitere Verzögerungen
durchziehen", lautet daher die Forderung des ÖAMTC. Wo das
Straßennetz bereits planmäßig ausgebaut ist oder in naher Zukunft
sein wird, sind keine Engpässe zu erwarten.

(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Elvira Oberweger

OTS0109    2004-03-01/11:49

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