• 27.02.2004, 15:40:18
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AKNÖ schlägt Alarm: 71.000 Niederösterreicher ohne Arbeit

Dramatische Lage für Jugendliche: 12.491 ohne Erwerbsarbeit

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ) - In Niederösterreich spitzt sich die
Lage am Arbeitsmarkt dramatisch zu. Zu den offiziellen 55.260
Arbeitslosen müssen nach Meinung der AK Niederösterreich noch 16.494
Personen dazugezählt werden. Sie scheinen als Lehrstellensuchende,
Schulungsteilnehmer, Kranke oder Bezieher von Pensionsvorschüssen in
keiner Statistik auf.

"Die offiziellen Zahlen müssen offenbar als Weichzeichner für das
wahre Bild am Arbeitsmarkt herhalten", so AKNÖ-Arbeitsmarktexperte
Marc Pointecker, "705 Lehrstellensuchende, 5740 Kursteilnehmer, etwa
5300 Arbeitslose im Krankenstand und 4749 ältere Arbeitnehmer, die
einen Pensionsvorschuss wegen Berufsunfähigkeit beziehen, scheinen in
keiner Arbeitslosenstatistik auf". Dazu kommt der "stille
Arbeitsmarkt", also Personen, die im Haushalt arbeiten, atypisch und
geringfügig Beschäftigte, die sich gar nicht als Arbeit Suchende beim
AMS melden.
Mit einem bösen Erwachen müssen auch zwei Drittel der
Pensionsvorschussbezieher rechnen, wenn ihr Pensionsantrag abgelehnt
wird. Marc Pointecker: "Das sind ältere und gesundheitlich
beeinträchtige Personen, die oft mehrere Jahre ohne Beschäftigung
waren und dann wieder als Arbeitslose gelten, mit verschwindend
geringen Aussichten, wieder Arbeit zu bekommen." In Niederösterreich
ist die Zahl der Pensionsvorschussbezieher von 2003 auf 2004 um 78,3
Prozent hinaufgeschnellt.
Alarmierend ist für die Arbeiterkammer die Verdrängung der Voll-
durch Teilzeitarbeit: "Im Jahr 2003 gab es in Österreich um 43.800
Vollzeitarbeitsplätze weniger als im Jahr 2000. Das hat es in der
Nachkriegsgeschichte noch nicht gegeben", verurteilte AKNÖ-Präsident
Josef Staudinger die Arbeitsplatzvernichtung in den letzten 3 Jahren.
Nur durch den Zuwachs an Teilzeitarbeitsplätzen um 94.700 konnte der
Eindruck von wachsender Gesamtbeschäftigung aufrecht erhalten bleiben

Zwischentitel
20 Prozent arbeitslose Pflichtschulabgänger

Dramatische Zahlen erhob die AKNÖ bei Arbeit suchenden Jugendlichen:
Bereits 12.491 junge NiederösterreicherInnen zwischen 15 und 24
Jahren sind ohne Erwerbsarbeit. Nur 784 davon sind im Auffangnetz
nach dem Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz, 1857 in verschiedenen
Schulungen, 705 auf Lehrstellensuche und 9145 junge ArbeitnehmerInnen
sind arbeitslos. AK-Experte Marc Pointecker: "Der Druck am
Arbeitsmarkt ist so groß, dass sogar die Löhne für unter 19-Jährige
um 2 % auf 934 Euro brutto gesunken sind, auch für 20- bis 24-Jährige
beginnen die Einkommen bereits leicht zu sinken." Der
Wirtschaftspolitische Ausschuss der AK Niederösterreich stellte zur
Lage der Jugendlichen fest: "Die Nichtbeschäftigung und die
Nichtausbildung von großen Teilen eines Jahrganges ist
volkswirtschaftlicher Wahnsinn, die duale Ausbildung war die
Grundlage der österreichischen Erfolgsgeschichte." Jetzt wird den
Jugendlichen vermittelt, dass sie nicht mehr gebraucht werden. "Der
Übergang von der Pflichtschule zur Lehre funktioniert nicht mehr", so
AKNÖ-Präsident Staudinger, "die einzige Chance für die Jugend wäre
eine Wirtschaftspolitik mit dem Ziel der Vollbeschäftigung, doch so
eine Wirtschaftspolik findet nicht statt."

OTS0240    2004-02-27/15:40

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN

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