AKNÖ schlägt Alarm: 71.000 Niederösterreicher ohne Arbeit

Dramatische Lage für Jugendliche: 12.491 ohne Erwerbsarbeit

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ) - In Niederösterreich spitzt sich die Lage am Arbeitsmarkt dramatisch zu. Zu den offiziellen 55.260 Arbeitslosen müssen nach Meinung der AK Niederösterreich noch 16.494 Personen dazugezählt werden. Sie scheinen als Lehrstellensuchende, Schulungsteilnehmer, Kranke oder Bezieher von Pensionsvorschüssen in keiner Statistik auf.

"Die offiziellen Zahlen müssen offenbar als Weichzeichner für das wahre Bild am Arbeitsmarkt herhalten", so AKNÖ-Arbeitsmarktexperte Marc Pointecker, "705 Lehrstellensuchende, 5740 Kursteilnehmer, etwa 5300 Arbeitslose im Krankenstand und 4749 ältere Arbeitnehmer, die einen Pensionsvorschuss wegen Berufsunfähigkeit beziehen, scheinen in keiner Arbeitslosenstatistik auf". Dazu kommt der "stille Arbeitsmarkt", also Personen, die im Haushalt arbeiten, atypisch und geringfügig Beschäftigte, die sich gar nicht als Arbeit Suchende beim AMS melden.
Mit einem bösen Erwachen müssen auch zwei Drittel der Pensionsvorschussbezieher rechnen, wenn ihr Pensionsantrag abgelehnt wird. Marc Pointecker: "Das sind ältere und gesundheitlich beeinträchtige Personen, die oft mehrere Jahre ohne Beschäftigung waren und dann wieder als Arbeitslose gelten, mit verschwindend geringen Aussichten, wieder Arbeit zu bekommen." In Niederösterreich ist die Zahl der Pensionsvorschussbezieher von 2003 auf 2004 um 78,3 Prozent hinaufgeschnellt.
Alarmierend ist für die Arbeiterkammer die Verdrängung der Voll-durch Teilzeitarbeit: "Im Jahr 2003 gab es in Österreich um 43.800 Vollzeitarbeitsplätze weniger als im Jahr 2000. Das hat es in der Nachkriegsgeschichte noch nicht gegeben", verurteilte AKNÖ-Präsident Josef Staudinger die Arbeitsplatzvernichtung in den letzten 3 Jahren. Nur durch den Zuwachs an Teilzeitarbeitsplätzen um 94.700 konnte der Eindruck von wachsender Gesamtbeschäftigung aufrecht erhalten bleiben

Zwischentitel
20 Prozent arbeitslose Pflichtschulabgänger

Dramatische Zahlen erhob die AKNÖ bei Arbeit suchenden Jugendlichen:
Bereits 12.491 junge NiederösterreicherInnen zwischen 15 und 24 Jahren sind ohne Erwerbsarbeit. Nur 784 davon sind im Auffangnetz nach dem Jugendausbildungs-Sicherungsgesetz, 1857 in verschiedenen Schulungen, 705 auf Lehrstellensuche und 9145 junge ArbeitnehmerInnen sind arbeitslos. AK-Experte Marc Pointecker: "Der Druck am Arbeitsmarkt ist so groß, dass sogar die Löhne für unter 19-Jährige um 2 % auf 934 Euro brutto gesunken sind, auch für 20- bis 24-Jährige beginnen die Einkommen bereits leicht zu sinken." Der Wirtschaftspolitische Ausschuss der AK Niederösterreich stellte zur Lage der Jugendlichen fest: "Die Nichtbeschäftigung und die Nichtausbildung von großen Teilen eines Jahrganges ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn, die duale Ausbildung war die Grundlage der österreichischen Erfolgsgeschichte." Jetzt wird den Jugendlichen vermittelt, dass sie nicht mehr gebraucht werden. "Der Übergang von der Pflichtschule zur Lehre funktioniert nicht mehr", so AKNÖ-Präsident Staudinger, "die einzige Chance für die Jugend wäre eine Wirtschaftspolitik mit dem Ziel der Vollbeschäftigung, doch so eine Wirtschaftspolik findet nicht statt."

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